Russisch Roulette mit Violinen: Lebensgefährliche Augenblicke und ein Selbstmordversuch

dzSinfonische Reihe

Lebensgefährliche Situationen und ein Selbstmordversuch. Die großen Komponisten unserer Zeit lebten oft in Extremsituationen. In welchen, das fassen die Philharmoniker in ergreifenden Klang.

Kreis Unna

, 03.12.2019, 16:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Slawische Klänge schlägt die Neue Philharmonie Westfalen (NPW) in ihrem 4. Sinfoniekonzert am Mittwoch, 11. Dezember, in Kamen an.

Für das letzte Konzert im Jahr 2019 bekommt die NPW Unterstützung von dem Konzertmeister der Tschechischen Philharmonie, Jiří Vodička. Auf dem Programm stehen Werke von Peter Iljitsch Tschaikowsky, Dimitri Schostakowitsch und Dimitri Kabalewsky.

Geleitet wird das „russische Roulette“ am 11. Dezember von Alexander Kalajdzic. Der kroatische Dirigent ist als Generalmusikdirektor des Theaters Bielefeld in der Oper als auch im Konzertbereich gefragt.

Los geht es um 19 Uhr mit einer Einführung in der Konzertaula in Kamen, Hammer Straße 19. Um 19.30 Uhr beginnen die Sinfoniker.

Die ganze Schicksalsschwere von Tschaikowskys 4. Sinfonie

In seine 4. Sinfonie legte Peter Tschaikowsky die ganze Schicksalsschwere. Die wuchtige Fanfare deutete er als „verhängnisvolle Macht, die unser Streben nach Glück verhindert“. Ein Unglücklicher war er selbst und hatte gerade einen Selbstmordversuch hinter sich.

Lebensgefährlich war das Komponieren für Dmitri Schostakowitsch in der Stalin-Diktatur. Das 1. Violinkonzert entstand 1948 in einer angespannten Phase: kurz nachdem er erneut unter Beschuss der Kulturpolitik geraten war. So konnte es erst nach Stalins Tod von David Oistrach uraufgeführt werden. Jirí Vodicka, Konzertmeister der Tschechischen Philharmonie, hat in Deutschland schon 2004 mit dem Gewinn des Louis-Spohr-Wettbewerbs auf sich aufmerksam gemacht.

Leidenschaftliche Töne schlägt Dmitri Kabalewskys an

Leidenschaftliche Töne schlägt Dmitri Kabalewskys brillante und eingängige „Ouverture pathétique“ an.

Auch Kabalewsky wurde im Parteibeschluss von 1948, der Schostakowitsch fast das Genick gebrochen hätte, angegriffen. Aber sein Name wurde schließlich von der schwarzen Liste entfernt. Kabalewsky war als Funktionär Teil des Systems - doch sicher konnte sich niemand sein.

Der kroatische Dirigent Alexander Kalajdzic ist als GMD des Theaters Bielefeld mit einem breiten Repertoire sowohl in der Oper als auch im Konzertbereich gefragt.

Karten gibt es im Kulturbereich des Kreises Unna unter Tel. 02303 / 271441 und per E-Mail an doris.erbrich@kreis-unna.de. Sie kosten zwischen 12 und 24 Euro (ermäßigt 9 bis 21 Euro) und liegen nach Vorbestellung an der Abendkasse bereit.

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