Fabio Tiozzo findet es ungerecht, dass der Kreis Unna zwar auf Inzidenzstufe 0 liegt, aber trotzdem strengere Landesregeln der Inzidenzstufe 1 gelten. © Stefan Milk
Inzidenzstufe 1 und Gastronomie

Rückkehr der Kontaktzettel in der Eisdiele: „Wir werden bestraft“

Ein Spaghetti-Eis mit Zettel und Stift, bitte. Schlechte Corona-Zahlen auf Landesebene brocken Gaststätten im Kreis Unna die Rückkehr der Kontaktdatenerfassung ein. Eisdielen-Inhaber Fabio Tiozzo kritisiert das.

Kommando zurück in der Eisdiele Venezia in Kamen: Inhaber Fabio Tiozzo muss sich, wie andere Gastronomen auch, wieder strengeren Corona-Regeln fügen. Denn am Montag (26.7.) sind in NRW die Regeln der sogenannte Inzidenzstufe 1 in Kraft getreten. Damit kehrten auch die berühmten Kontaktdaten-Zettel wieder zurück.

Wegen niedriger Corona-Zahlen galt in NRW bislang die Inzidenzstufe 0, die nur wenige Einschränkungen bedeutet. Wer beispielsweise im „Venezia“ in der Kamener Fußgängerzone ein Eis essen wollte und sich dazu draußen oder drinnen an einen Tisch setzte, musste keine Kontaktdaten hinterlassen. Nun ist von vorherigen Pandemie-Phasen bekannte Pflicht zur Kontaktdatenerfassung in der Gastronomie wieder da.

Kontaktzettel oder Luca-App

Neben der Eingangstür in der Eisdiele Venezia liegt ein Stapel von Zetteln, die von den Servicekräften an die Gäste ausgehändigt werden, damit sie Name und Telefonnummer darauf eintragen können. Würde nachträglich eine Corona-Infektion unter Gästen bekannt, könnte das Gesundheitsamt diese Daten anfordern, um nachzuvollziehen, mit welchen anderen Gästen der Infizierte in Verbindung stand. Alternativ können sich die Gäste in der Eisdiele über die sogenannte Luca-App registrieren und damit die Zettelwirtschaft vermeiden.

Während sich das Land NRW mit einer 7-Tage-Inzidenz von 17,1 in der Inzidenzstufe 1 befindet und damit automatisch landesweit strengere Regeln greifen, liegt der Kreis Unna mit einem lokalen Inzidenzwert von 4,8 (Stand: 26. Juli) weiterhin in der sogenannten Stufe 0. Die niedrigere Einstufung des Kreises hält aber die durch die Landesinzidenzstufe 1 bestimmten überregional relevanten Maßnahmen nicht auf. Eisdielenbesitzer Fabio Tiozzo findet die Regelung unverständlich und ungerecht. „Wir werden im Kreis Unna bestraft, obwohl unsere Zahlen hier besser sind“, kritisiert er.

Tiozzo und seine Servicekräfte tragen nun auch wieder länger ihre Masken. Er und seine Mitarbeiterinnen durften bislang auf das Tragen einer Maske verzichten, sofern sie über einen Negativtestnachweis verfügten oder einen dokumentierten Selbsttest durchführten. Nun muss wieder eine Maske getragen werden, und getestet werden muss auch. Gäste müssen ebenfalls Mund und Nase bedecken, wenn sie sich nicht gerade am Platz befinden und das Spaghetti-Eis oder den Erdbeer-Becher auslöffeln.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer

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