Roh und dreckig - die schwitzige Blues-Nacht: Mit einer der zehn besten Bands Deutschlands

dz„Hot ‘n‘ Nasty“

„Hot ‘n‘ Nasty“ ist eine Bluesrock-Band mit Kultstatus. Ihre Fans im Freizeitzentrum reißt die Band in einer schwitzigen Nacht mit. Gute Nachricht: Die Musiker arbeiten derzeit am neuen Album.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 27.10.2019, 10:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von einigen Musikfans wird die Band als eine der zehn besten Bluesrockbands Deutschlands beschrieben, doch für Gitarrist und Gründungsmitglied von „Hot ‘n’ Nasty“, Malte Triebsch, sind solche Beschreibungen nicht wichtig: „Ich weiß gar nicht, woran das gemessen werden könnte. Musikgeschmack ist ja etwas sehr Subjektives.“ Schon in den vergangenen Jahren besuchte die Band das Freizeitzentrum an der Lüner Höhe (FZ) und konnte dabei immer auf eine treue Fangemeinschaft blicken. Und für die gibt es gut Nachrichten: Schon im nächsten Jahr wollen die vier Musiker ein neues Album rausbringen.

Roh und dreckig - die schwitzige Blues-Nacht: Mit einer der zehn besten Bands Deutschlands

„Hot ‘n‘ Nasty“ ist eine Bluesrock-Band mit Kultstatus. Auch ihre Fans im Freizeitzentrum enttäuscht die Band nicht. © Niklas Mallitzky

Unnachahmlicher Sound mit erdigem Rock

Seit Beginn der 90er-Jahre bereichert die Band die deutsche Bluesrock-Szene mit ihrem unnachahmlichen Sound, der verschiedene Elemente des Blues mit erdigem Rock verbindet.

Trotz der andauernden Präsenz im Musikgeschehen sind Tonträger von „Hot ‘n‘ Nasty“ rar gesät, so gibt es bisher erst drei Studioalben von der Band. Drei Alben brachten die Musiker bisher auf den Markt, das noch aktuelle Album „Dirt“ erschien 2018.

Für die Aufnahmen zum vierten Album arbeitet die Band, wie schon bei den letzten beiden Alben, mit den „Megaphon Tonstudios“ in Arnsberg zusammen. „Viele Bands aus der Szene nehmen dort auf“, erklärt Triebsch. „Das Studio schafft es, einen sehr analogen Klang zu produzieren, der für das Genre des Bluesrock ideal ist.“

Es sei vor allem der Mix aus modernem um klassischem Equipment, der diesen Klang hervorbringe, so der Gitarrist. „Das schaffen nicht viele Tonstudios. Das Ergebnis ist ein roher, manchmal auch dreckiger Klang. Genau das suchen wir.“

Roh und dreckig - die schwitzige Blues-Nacht: Mit einer der zehn besten Bands Deutschlands

Sänger Robert Collins in Aktion. Das Publikum ist begeistert. © Niklas Mallitzky

Auf der Bühne machen die Musiker eine gute Figur

Die Arbeit im Studio ist eine Sache, doch auch auf der Bühne machen die Musiker eine gute Figur. Das Publikum ist am Freitagabend mit rund 30 Besuchern zwar eher dünn gesät, die Bluesrocker lassen sich davon aber nicht beirren. Mit viel Druck und dem hochgelobten dreckig-rohen Klang legt die Band ohne Umschweife los, begleitet von dem Jubel der Zuschauer. Auf Gimmicks verzichtet die Band fast vollständig, nur der hölzerne Mikrofonständer von Sänger Robert Collins sticht hervor. Den hat der gelernte Schreiner nämlich selbst hergestellt.

Wie musikalisch versiert die Band wirklich ist, wird spätestens deutlich, als Collins die Blues Harp auspackt. Mit einer Hommage an den klassischen Delta Sound entführt Triebsch das Publikum in die Geburtsstätte des Blues im sumpfigen Mississippi-Delta. Trotzdem ist der Titel „Back on Track“ eine klare Rocknummer. Die Mischung der verschiedenen Stilelemente zu einer fast unbeschreiblichen Melange ist es, was Hot ‚n‘ Nasty so einzigartig macht und auch das Publikum immer wieder aufs neue fasziniert.

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Die Blues-Rocker können auch sanftere Töne anschlagen

Obwohl oft hart und unnachgiebig, können die Rocker auch sanftere Töne anschlagen. „Ich habe dich gerade mal etwas langsamer gedreht“, scherzt Gitarrist Triebsch nach einigen Justierungsarbeiten an der Technik und meint damit Sänger Collins: „Für unser nächstes Stück.“ Der Titel „Last Night“ von dem 2005 erschienen Album „Electrified“ ist eine Ballade und tatsächlich andächtiger als das, was die Band sonst hervorbringt.

Doch ruhigere Momente bleiben am Freitagabend die Ausnahme. So geht es danach rasant weiter. Der Titel „It‘s only money“ kommt mit einem derart langen Gitarrensolo, dass Collins sich seelenruhig an den Rand der Bühne schleichen kann, um dort einige Minuten zu entspannen. Immer wieder sorgt die Band auch zwischen den Titeln für heitere Momente und interagiert mit dem Publikum. Übrig bleibt ein Abend, der allen noch lange im Gedächtnis bleiben dürfte.

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