Rock unterm Förderturm: Musikfestival auf dem stillgelegten Zechengelände im Technopark

dzFörderverein Monopol

Rockmusik dort wo einst Kohle gefördert wurde. Lange verfiel die Schachtanlage Monopol am Technologiepark nur, regelmäßige Veranstaltungen sollen dem Industrie-Denkmal wieder einen Nutzen geben.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 02.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Früher waren es industrielle Klänge, die das Gelände der ehemaligen Zeche Monopol in Kamen erfüllten. Die Bergbauanlagen verstummten dort bereits 1981 für immer, dafür wabert am Samstagnachmittag rockige Musik über das alte Zechengelände und den angrenzenden Technologiepark. Das Musikfestival „Seilfahrt“ soll das Industriedenkmal wieder für die Öffentlichkeit begehbar machen, als Veranstalter tritt der Verein „Monopol 2000“ auf.

Band aus Hamm wünscht sich mehr tanzende Kamener

Die Bands „Boy Adam“ und „Pommes Rock Weiß“ haben ihren Auftritt bereits hinter sich, nun stehen „The Pecks“ auf der Bühne. Ihr flippiger Rock sprüht nur so vor Lebensfreude, die Formation um Band Leader Ole Obering weiß, wie sie ihr Publikum begeistern kann. Die Band stammt aus Hamm, auch für die Musiker ist der Spielort etwas besonderes, erklärt Obering: „Das ist schon toll, im Schatten des alten Förderturms aufzutreten. Allerdings hätten wir uns mehr tanzende Menschen gewünscht.“

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"Seilfahrt"-Musikfestival im Technopark Kamen

Der Förderverein Monopol bespielt zum zweiten Mal das stillgelegte Zechengelände im Technopark Kamen. Die Bands spielen bei bestem Wetter auf einer Bühne unterhalb des rostroten Förderturms.
02.06.2019
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Bands und Besucher hauchten dem stillgelegten Zechengelände beim zweiten "Seilfahrt"-Musikfestival ordentlich Leben ein. © Borys P. Sarad
"Seilfahrt"-Musikfestival an der Zeche Monopol: Band "Kiosk Europa"© Borys Sarad
Bands und Besucher hauchten dem stillgelegten Zechengelände beim zweiten "Seilfahrt"-Musikfestival ordentlich Leben ein. © Borys P. Sarad
Bands und Besucher hauchten dem stillgelegten Zechengelände beim zweiten "Seilfahrt"-Musikfestival ordentlich Leben ein. © Borys P. Sarad
Bands und Besucher hauchten dem stillgelegten Zechengelände beim zweiten "Seilfahrt"-Musikfestival ordentlich Leben ein. © Borys P. Sarad
Bands und Besucher hauchten dem stillgelegten Zechengelände beim zweiten "Seilfahrt"-Musikfestival ordentlich Leben ein. © Borys Sarad
Bands und Besucher hauchten dem stillgelegten Zechengelände beim zweiten "Seilfahrt"-Musikfestival ordentlich Leben ein. © Borys Sarad
Bands und Besucher hauchten dem stillgelegten Zechengelände beim zweiten "Seilfahrt"-Musikfestival ordentlich Leben ein. © Borys Sarad
Bands und Besucher hauchten dem stillgelegten Zechengelände beim zweiten "Seilfahrt"-Musikfestival ordentlich Leben ein. © Borys Sarad
Bands und Besucher hauchten dem stillgelegten Zechengelände beim zweiten "Seilfahrt"-Musikfestival ordentlich Leben ein. © Borys Sarad
Bands und Besucher hauchten dem stillgelegten Zechengelände beim zweiten "Seilfahrt"-Musikfestival ordentlich Leben ein. © Borys Sarad
Bands und Besucher hauchten dem stillgelegten Zechengelände beim zweiten "Seilfahrt"-Musikfestival ordentlich Leben ein. © Borys Sarad
Bands und Besucher hauchten dem stillgelegten Zechengelände beim zweiten "Seilfahrt"-Musikfestival ordentlich Leben ein. © Borys Sarad

Eigentlich sind „The Pecks“ größere Menschenmengen gewohnt, erst kürzlich gingen sie aus einem Vorentscheid für einen Bandcontest als Sieger hervor, beim diesjährigen Bochum Total Festival werden sie sich deshalb auf der Bühne vor Zehntausenden Zuschauern mit anderen Bands messen. „Eigentlich ist uns der Sieg aber gar nicht so wichtig“, verrät Obering. „Dabei sein ist alles und es macht einfach Spaß, mit vielen Bands zusammen den Leuten eine tolle Show zu bieten.“

Rock unterm Förderturm: Musikfestival auf dem stillgelegten Zechengelände im Technopark

Musik unterm Förderturm - das gab es beim zweiten „Seilfahrt“-Festival umsonst und draußen. © Borys Sarad


Zweites „Seilfahrt“-Musikfestival in Kamen

Bereits zum zweiten Mal veranstaltet der Förderverein „Monopol“ das „Seilfahrt“-Musikfestival. „Das ist eine von drei Veranstaltungen im Jahr, mit denen wir das ehemalige Monopolgelände wieder mehr in den Fokus rücken wollen“, erklärt Bastian Nickel, zweiter Kassierer im Verein.

„Wir wollen ein Denkmal zum Anfassen schaffen.“
Bastian Nickel, Förderverein „Monopol“

„Die anderen beiden sind der Tag des offenen Denkmals und eine weitere Musikveranstaltung im Herbst, gemeinsam mit der Musikerinitiative ‚Laut und Lästig‘.“

Seit fast 20 Jahren kämpft der Förderverein für den Erhalt der Schachtanlage. Der erste große Erfolg war die Übernahme des Geländes durch die Industriedenkmal-Stiftung NRW. Ein eingereichter Förderantrag der Stiftung über rund vier Millionen Euro beim NRW-Bauministerium soll nun die nötigen Gelder für den langfristigen Erhalt der Anlage generieren. „Dabei geht es nicht um eine Renovierung“, erklärt Nickel, „sondern um den Erhalt der Anlage in ihrem jetzigen Zustand.“

Rock unterm Förderturm: Musikfestival auf dem stillgelegten Zechengelände im Technopark

Der Musik lauschen oder ein Schwätzchen halten: Beim Musikfestival auf dem stillgelegten Zechengelände in Kamen ging beides. © Borys Sarad

Rostroter Förderturm in Kamen soll erhalten werden

So soll zum einen das Fördergerüst vom Rost befreit und vor Korrosion geschützt werden. Auch die Maschinenhalle soll erhalten bleiben. Hier gelte es dann auch festzustellen, wie weit die Erhaltungsarbeiten gehen sollen, so Nickel. „Es wurde in den Jahren nach dem Ende der Kohleförderung viel geklaut, vor allem Kupferkabel und ähnliches.“ Ob solche Restaurierungsarbeiten schon zu weit gehen oder Teil der Erhaltungsarbeiten sind, auch das gelte es, festzustellen.

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Musikfestival richtet sich eher an die jüngere Generation

Auch die Siedlergemeinschaft „Unterm Förderturm“ ist zu Besuch auf dem Festival, die Nachbarn schließen auf dem ehemaligen Monopol-Gelände ihre Radtour ab. „Ich habe hier selbst 1962 meine Lehre gemacht“, erinnert sich der Vorsitzende Lothar Weber.

„Das ist schon toll, im Schatten des alten Förderturms aufzutreten. Allerdings hätten wir uns mehr tanzende Menschen gewünscht.“
Ole Obering, Musiker

„Als Starkstrom-Elektriker war ich auch unter Tage.“ Ihm gefallen die Ideen des Fördervereins, das Gelände wieder stärker zu nutzen. „Die Musik ist allerdings etwas zu laut für uns.“ Kein Wunder, denn obwohl das Alter der Feiernden sehr gemischt ist, richtet sich das musikalische Programm klar an jüngere Generationen.

Neben den musikalischen Events führt der Förderverein regelmäßig Schulklassen durch die mittlerweile verlassenen Gebäude. „Wir wollen ein Denkmal zum Anfassen schaffen“, so Nickel. „Da sind wir auf einem guten Weg.“

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