Richter ruft Wachtmeister in den Saal, weil er sich nicht sicher fühlt

dzAnklage wegen Bedrohung

Ein Kamener soll Polizisten nach einem Familienstreit gefragt haben, wer von ihnen sterben will. Im Gerichtssaal ruft der Richter Wachtmeister, weil ihm der Angeklagte nicht geheuer ist.

07.11.2018, 16:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während eines Strafprozesses am Mittwoch rief der Richter im Amtsgericht Kamen Wachtmeister in den Saal. Er fühle sich in Gegenwart des Angeklagten nicht sicher, begründete er seinen Wunsch. Tatsächlich hatte sich der Mann auf der Anklagebank bis dato recht unbeherrscht verhalten, war mehrfach laut geworden und dem Richter immer wieder ins Wort gefallen.

Angeklagt war der 45-jährige Kamener wegen Bedrohung. In der Nacht des 14. Juni soll er in alkoholbedingt vermindert schuldfähigem Zustand nach einem Familienstreit auf Polizeibeamte zugelaufen sein und gefragt haben, wer von ihnen sterben wollte. Dabei soll er ein Messer hinter seinem Rücken versteckt haben.

An dem Tag habe er viel getrunken, laut Musik gehört und „mitgegrölt“, gab der 45-Jährige am Mittwoch an. Plötzlich habe die Polizei vor seiner, wegen der Hitze offenen, Wohnungstür gestanden. Kurz zuvor habe er sich ein Brot geschmiert und deshalb ein Messer mit 19 Zentimeter langer Klinge in der Hand gehabt. Als die Polizisten geschrien hätten, er solle das Messer fallen lassen und sich auf den Boden begeben, habe er die Tür zugemacht und seine Mutter angerufen. Die habe ihm geraten, die Polizisten in die Wohnung zu lassen. Also habe er die Tür wieder aufgemacht. Die Beamten hätten ihm dann sofort Reizgas verabreicht und ihn zu Boden gebracht. Das Messer habe er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Hand gehabt.

Zwei Polizisten schilderten das Geschehen etwas anders. Danach waren sie alarmiert worden, weil der Angeklagte mit dem Messer hinter seiner Schwester hergerannt sei.

Vor Ort sei er dann auf die Beamten zugegangen und hatte gefragt, wer heute sterben wollte.

„Es fühlte sich sehr unangenehm an“, erklärte einer der Zeugen. Der Angeklagte habe sich in einem engen Treppenflur nur etwa einen Meter von ihnen entfernt befunden. Er sei dann aber zurück in seine Wohnung gegangen. Dort hätten sie ihn später mithilfe eines Reizgassprühgerätes für weitere Distanzen überwältigt. Dabei habe er auch das Messer fallen lassen.

Der Richter glaubte den Polizisten letztlich mehr als dem Angeklagten und verurteilte ihn zu 1500 Euro Geldstrafe. Für den Angeklagten wäre es im Falle der Rechtskraft des Urteils die erste Strafe in seinem Leben.

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