Rettet Kamens historische Altstadt: Die neue Bürgerinitiative der Ortsheimatpfleger

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„Rettet die historische Altstadt“. Das ist der Titel einer Bürgerinitiative, die vor der Gründung steht. Der Vorstoß von Kamens Ortsheimatpflegern wird auch von einer Enttäuschung begleitet.

Kamen

, 25.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rettet die historische Altstadt. Unter diesem Titel wollen Kamens Ortsheimatpfleger eine neue Bürgerinitiative gründen. „Der einzigartige Markt und die seit Jahrhunderten bestehenden historischen Bauensembles an den Straßen und Gassen der Altstadt müssen auch für kommende Generationen erhalten bleiben“, so Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Stoltefuß stellvertretend für die im Ehrenamt tätigen Heimatkundigen.

Vor der Gründungsveranstaltung wollen sie weitere Gleichgesinnte um sich scharen, um sich künftig mehr Gehör zu verschaffen. „Wir fühlen uns allein nicht stark genug, um unsere Vorschläge in die Stadtplanung einfließen zu lassen und die vorhandenen Widerstände zu überwinden“, so Stoltefuß, der für die Ortsheimatpfleger jetzt eine schriftliche Stellungnahme formulierte.

Die Ortsheimatpfleger Wilfrid Loos (l.) und Karl-Heinz-Stoltefuß machen konkrete Vorschläge, wie die Stadtmitte, aber auch Bereiche aus den Ortsteilen als Gesamtheit besser geschützt werden können. Dazu forderten sie die Politik auf, neue Satzungen aufzustellen. Die Resonanz, so kritisieren sie, sei bisher enttäuschend.

Die Ortsheimatpfleger Wilfrid Loos (l.) und Karl-Heinz-Stoltefuß machen konkrete Vorschläge, wie die Stadtmitte, aber auch Bereiche aus den Ortsteilen als Gesamtheit besser geschützt werden können. Dazu forderten sie die Politik auf, neue Satzungen aufzustellen. Die Resonanz, so kritisieren sie, sei bisher enttäuschend. © Stefan Milk

Ortsheimatpfleger gehen in die Offensive

Die Ortsheimatpfleger gehen in die Offensive, nachdem ihre bisherigen Bemühungen nicht auf die Resonanz gestoßen sind, die sie erhofft haben. Jüngst legten sie eine Broschüre vor, die den Titel „Unsere Stadt Kamen“ trägt.

Darin enthalten Vorschläge für Gestaltungssatzungen und Denkmalbereichssatzungen, die vorschreiben, wie Kamens historische Straßenzüge gestaltet werden dürfen – über das einzelne Denkmal hinaus: „Wir wollen, dass die Zerfledderung der Altstadt aufhört“, so Stoltefuß damals. Das sei die letzte Chance, den Wert der Innenstadt zu wahren.

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Resonanz auf den Vorstoß für Ortsheimatpfleger enttäuschend

Die Resonanz auf diesen Vorstoß ist für die Ortsheimatpfleger offenbar enttäuschend, obwohl man die Vorschläge in mehreren Gesprächen mit Verwaltung und Ratsfraktionen erläutert habe. Dabei habe man umfangreiches Material über die mögliche Sicherung und Verbesserung der noch vorhandenen Baudenkmäler überreicht. „Es hat sich noch niemand zum sachlichen Inhalt der Vorschläge geäußert“, heißt es in der Stellungnahme. „Selbst eine Eingangsbestätigung der Verwaltung fehlt.“ Man lege trotzdem Wert auf eine einvernehmliche Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung, heißt es.

Das Haus an der Kirchstraße 10 darf abgerissen werden, nachdem das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen jetzt ein entsprechendes Urteil fällte. Kamens Ortsheimatpfleger hatten vergeblich gehofft, dass die Stadtverwaltung das Urteil anfechtet.

Das Haus an der Kirchstraße 10 darf abgerissen werden, nachdem das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen jetzt ein entsprechendes Urteil fällte. Kamens Ortsheimatpfleger hatten vergeblich gehofft, dass die Stadtverwaltung das Urteil anfechtet. © Marcel Drawe

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Enttäuschung über Stadtverwaltung formuliert

Enttäuschung äußern sie auch darüber, dass die Stadt nicht weiter um den Erhalt des alten Hauses an der Kirchstraße ringen will. Das sei nun die Motivation dafür gewesen, eine neue Bürgerinitiative ins Leben zu rufen. Die Stadt habe, so heißt es, „ihre eigene Verwaltungsentscheidung, die sorgfältig in fachlicher und juristischer Richtung geprüft war, kommentarlos zurückgenommen und den Weg einer erfolgreichen Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts nicht wahrgenommen“.

Die Einschätzung der Stadt allerdings war weniger optimistisch als die der Ortsheimatpfleger: Sie sah nach dem ersten Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen keine Chance, das Verfahren in weiterer Instanz noch zu gewinnen.

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Appell an interessierte Bürger, Vereine und Gruppen

Nun appellieren die Ortsheimatpfleger an alle interessierten Bürger, Vereine, Gemeinschaften, politische Parteien und Gruppierungen, die sich für den Erhalt der historischen Altstadt einsetzen wollen, sich der Bürgerinitiative anzuschließen.

In Kürze wollen sie zu einer öffentlichen Veranstaltung einladen, bei der die Vorschläge zur Rettung der Altstadt vorgestellt werden.

Eingeladen dazu wird ein Referent aus einer Stadt, so kündigte Stoltefuß an, die bereits erfolgreiche Erfahrungen bei der Planung einer historischen Altstadt gemacht hat.

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