Rehasportverein fürchtet bei Bad-Schließung in Heeren-Werve um seine Existenz

dzBSG Kamen

Der Rehasportverein Bewegung Sport Gesundheit (BSG) schaltet sich in die Diskussion über die drohende Schließung der Heerener Kleinschwimmhalle ein.

Kamen

, 19.03.2019, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das wichtigste Thema war natürlich die Kleinschwimmhalle“, berichtet Vereinssprecherin Ellen Heckmann nach der Jahreshauptversammlung vom vorigen Sonntag. 35 Mitglieder diskutierten über den Sanierungsstau und äußerten die Befürchtung, dass das Aus des Heerener Lehrschwimmbeckens hinter den Kulissen ausgemacht ist.

Langjährige Mitglieder berichteten, dass in 30 Jahren sehr wenig für die Instandhaltung getan worden sei. Solche Versäumnisse bei der Instandhaltung führten jetzt dazu, dass sich die Beseitigung der Mängel laut einem Sanierungsgutachten auf 3,9 Millionen Euro summiert. Die Mitglieder fragen sich, warum im vorigen Jahr noch eine „komplett neue LED-Beleuchtung sowie eine Lautsprecheranlage“ eingebaut worden sei, obwohl die Zukunft des Bads schon fraglich war. „Viel wichtiger wäre vielleicht gewesen, in den feuchten Beton im Keller zur Abdichtung flüssigen Kunststoff zu pressen.“

Da die Sanierung vorhandener Bäder laut Kostenschätzungen mehr kosten würde als der Neubau eines Kombibads, stehen die Chancen auf den Erhalt der Kleinschwimmhalle derzeit schlecht. Noch völlig offen ist für beide Varianten die Finanzierung. Der BSG fragt: „Warum stellt die GSW keinen Antrag an die Bundesregierung oder das Land NRW? Zur Rettung öffentlicher Bäder werden nämlich Gelder bereitgestellt.“ Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) hatte vor einigen Monaten erklärt, dass Fördermöglichkeiten geprüft würden.

Bei einer Begehung des Bads wurde zuletzt deutlich, dass es nicht barrierefrei zugänglich ist. Die Rehasportler schlagen vor: „An der Außentreppe könnte eine Rampe angebracht werden und die Materialschränke aus dem Gang müssten entfernt werden.“ Größter Aufwand wäre der Einbau einer Toilette.

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In den feuchten Katakomben der Kleinschwimmhalle Heeren

Damit man sich vor Ort ein Bild von der Lage der Kleinschwimmhalle Heeren machen kann, laden die GSW zur Badbesichtigung ein. Die Mängel werden besonders deutlich, als es in den Keller geht.
07.03.2019
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Sanieren oder der Neubau eines Kombibades in Kamen-Mitte? Die Tage für die Kleinschwimmhalle Heeren könnten gezählt sein. Bei einer Besichtigung zeigt Architektin Daniela Kersting die Mängel, die sie bereits in einem ausführlichen Gutachten zusammengefasst.© Stefan Milk
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Im Keller werden die manche Mängel besonders deutlich. Manche Wände sind vollkommen nass. An anderen Wänden sind Ausblühungen zu erkennen.© Stefan Milk
An der Besichtigung am Donnerstag nahmen Bäderleiter Marcus Müller (v.l.), GSW-Chef Jochen Baudrexl, Bürgermeisterin Elke Kappen sowie die Derzernenten Ingelore Peppmeier und Dr. Uwe Liedtke teil. Architektin Daniela Kersting führte die Delegation auch die Kleinschwimmhalle Heeren.© Stefan Milk
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Diese Stehleiter soll angeblich immer noch in der Kleinschwimmhalle zum Einsatz kommen. Das bestreitet jedoch Burkhard Allebrodt von der Bürgerinitiative zum Erhalt des Bades.© Stefan Milk
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Vier Treppen führen zum Eingangsbereich hoch. Wer beispielsweise mit einem Rollator unterwegs ist, wird seine Mühe haben, die Tür zu erreichen.© Stefan Milk

53 Mitglieder sind betroffen

Grundsätzlich hegt der BSG (53 Mitglieder) Zweifel daran, dass die Kapazität eines alternativen Kombibad-Neubaus in Kamen-Mitte für alle Vereine und Schulen ausreicht. Die Planer haben das versichert. Der BSG sieht seine Existenz gefährdet, falls die Kleinschwimmhalle geschlossen wird. Der Großteil der Mitglieder sei beinahe 80 Jahre und älter. „Diese Menschen werden nicht von Heeren nach Kamen wechseln können und so ist fraglich, ob der Rehasportverein bestehen bleiben kann.“

Bürgermeisterin Kappen hat ein transparentes Vorgehen bei der Entscheidungsfindung Neubau oder Sanierung versprochen. Dessen ungeachtet formuliert der Rehasportverein den Eindruck, „dass die Schließung bereits seit langer Zeit geplant und beschlossen ist, ohne Rücksicht auf Kinder und Senioren.“ „Die Mitglieder haben den Eindruck, dass alle Informationen und Begehungen nur eine Alibifunktion haben. Es lebe die Wegwerfgesellschaft.“

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