Reh auf Derner Straße angefahren – Jäger warnt vor Wildwechsel

dzTiere suchen Schutz

Schreckmoment im Berufsverkehr: Ein Reh wird am Montagmorgen angefahren und flüchtet ins Feld an der Derner Straße. Jäger Reinhard Middendorf warnt vor häufigen Wildwechseln in dieser Jahreszeit.

Kamen, Bergkamen

, 09.12.2019, 12:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Reh ist am Montagmorgen an der Derner Straße in Kamen von einem Auto angefahren worden – und anschließend geflüchtet. Die Insassen des Autos blieben unverletzt und riefen die Polizei. Die Beamten zogen einen Jäger hinzu, der die weitere Suche nach dem mutmaßlich verletzten Reh veranlasste.

Fälle wie diesen sind Reinhard Middendorf vertraut. Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Unna war selbst in den vergangenen Tagen wegen Wildunfällen draußen, die sich in seinem Revier an der Industriestraße in Overberge ereigneten.

Jetzt im Winter bei abgeernteten Feldern müssten Autofahrer vermehrt mit Wildwechseln rechnen. „Die Tiere suchen, aus dem Wald herauskommend, die Felder auf, weil sie dort Nahrungsquellen vorfinden“, erklärt Middendorf. Dort hätten sie aber keinen Sichtschutz, sodass sie dort nicht bleiben und in bewaldete Bereiche wechseln.

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Schockierende Szenen am Unfallort

Die Rehe suchen beim Äsen den Schutz der Dunkelheit. Der Wildunfall in Kamen-Derne am Montag ereignet sich in der Morgendämmerung in einem ländlichen Bereich, der von Wiesen und Äckern umgeben ist. Verletzte Tiere, die wahrscheinlich nicht überleben, werden nach einem Unfall vom zuständigen Jäger und manchmal von Polizeibeamten erschossen. An der Unfallstelle können sich dramatische Szene abspielen, wie Middendorf weiß. „Die Menschen machen sich Vorwürfe, dass sie ein Reh angefahren haben“, sagt er. Schockierend wirke, wenn ein Tier erschossen werde.

Flüchtet das Reh wie im aktuellen Fall, kann die Polizei einen Schweißhundeführer der Kreisjägerschaft hinzuziehen, der die Verfolgung aufnimmt. Das Tier ist wahrscheinlich nicht allzu weit entfernt anzutreffen, wo es sich ausruht. „Wenn er an das Reh herankommt, nimmt er es in Augenschein und prüft, ob es eine Chance hat zu überleben“, sagt Middendorf.

Das Fiepen der Kitze im Feld

Besonders traurig ist, wenn eine Ricke einen Unfall nicht überlebt. Dann macht sich der Jäger auf die Suche nach ihren Kitzen. Er lauscht, ob ihr Fiepen im Feld zu hören ist. Damit die mutterlosen Tiere nicht verhungern, können sie aufgepäppelt werden.

Der Wildunfall in Derne hatte nur geringe Auswirkungen auf den Berufsverkehr. Eine Straßensperrung sei nicht erforderlich gewesen, sagte eine Polizeisprecherin. „Die meisten Menschen kriegen nicht mit, dass wir als Jäger 24 Stunden bereit stehen und bei Wildunfällen helfen“, sagt der Kreisvorsitzende Reinhard Middendorf.

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