Refill gegen den Durst: Warum sich die Verbraucherzentrale selbst Konkurrenz macht

dzRefill-Landkarte jetzt online

Die Karte mit bundesweit 4000 Refill-Standorten ist online. Sieben sind für Kamen genannt. Darunter die Verbraucherzentrale, die sich selbst Konkurrenz macht. Weil sie Kraneberger ausschenkt.

Kamen

, 04.09.2019, 15:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Verbraucherzentrale Kamen macht sich als Refill-Standort selbst Konkurrenz. Seitdem der blaue Aufkleber auf der Schaufensterscheibe klebt, ist noch kein einziger Kunde gekommen, der dort kostenlos seine Trinkflasche aufgefüllt hat. Das liegt daran, dass die Verbraucherzentrale gleichzeitig auch dafür wirbt, aus Gründen der Nachhaltigkeit auf Leitungswasser zurückzugreifen. „Wir bieten unseren Kunden das Wasser direkt an“, sagt Umweltberaterin Jutta Eickelpasch. Zudem gebe es eine Auswahl an Mineralwassern, die in der Region produziert werden und kurze Transportwege haben. Unter dem Strich, so bilanziert sie, werde damit auch der Refill-Anspruch erfüllt.

Bundesweite Refill-Standorte jetzt online

Seit Mitte dieser Woche ist nun auch eine Refill-Landkarte online. Sie ist erreichbar unter https://refill-deutschland.de. Dort sind bisher sieben Standorte aus Kamen genannt: Das Rathaus, das Haus der Stadtgeschichte, die Musikschule, der Grüne Laden der Bündnisgrünen, die neue Volkshochschule an der Bergstraße, das Freizeitzentrum auf der Lüner Höhe und die Verbraucherzentrale Kamen. Mehr als 4000 Stationen deutschlandweit sind auf der Karte angegeben. In Unna beispielsweise sind sechs Refill-Standorte angegeben, in Bergkamen und Bönen gibt es noch keine. Auch in Holzwickede und Fröndenberg: Noch Fehlanzeige. Nächste Nachfüll-Angebote gibt es in Lünen, Hamm und Dortmund.

Refill gegen den Durst: Warum sich die Verbraucherzentrale selbst Konkurrenz macht

Im Freizeitzentrum auf der Lüner Höhe nutzt der Leiter des Freizeitzentrums Michael Wrobel die Küche des Cafés, um Besucher mit frischem Wasser zu versorgen. © Niklas Mallitzky

Kostenlos Leitungswasser mitnehmen

Was ist Refill? Es bedeutet „Auffüllen“. In möglichst vielen Cafés, Bars, Arztpraxen, Steuerberatungen, Krankenkassen, Rathäusern und Gebäuden mit festen Öffnungszeiten sollen bald die Aufkleber am Fenster prangen. „Damit kannst du kostenfrei Leitungswasser in dein mitgebrachtes Gefäß auffüllen lassen“, heißt es auf der jetzt freigeschalteten Website. In Kamen gibt es mehr Standorte, als auf der Internetseite genannt werden. Auch das Bürgerhaus Methler und das Reisebüro Timmermann sind dabei. Die Stadt Kamen sucht weitere Unterstützer.

Refill gegen den Durst: Warum sich die Verbraucherzentrale selbst Konkurrenz macht

Mit solchen Aufklebern können Geschäfte, Gastronomiebetriebe oder öffentliche Einrichtungen deutlich machen, dass sie als Refill-Station mitgebrachte Flaschen kostenlos mit Leitungswasser auffüllen. © Refill Deutschland

Einwegplastik wird zum immer größeren Problem
Ursprünglich kommt das Projekt aus Bristol

Refill seit 2017 in Hamburg

Ursprünglich kommt das Projekt aus Bristol, wo es 2015 ins Leben gerufen wurde. Den ersten deutschen Ableger gibt es seit März 2017 in Hamburg. Seitdem hat sich das Projekt zu einer deutschlandweiten Bewegung geformt. Grundgedanke dahinter ist damals wie heute, Plastikmüll zu vermeiden, die Umwelt zu schützen, gutes Wasser zu trinken und Menschen zu inspirieren, plastikfreier zu leben. Da das Leitungswasser kostenfrei abgegeben wird, ist Refill ein ehrenamtliches Projekt und nicht profitorientiert.

„Das Thema Einwegplastik stellt ein immer größeres Problem für Mensch, Natur und Umwelt auf unserem Planeten dar“, so sagte Klimaschutzmanager Tim Scharschuch, der im Rathaus die Aktion begleitet. Gerade in Deutschland seien - neben Plastiktüten - vor allem Getränke aus Einwegplastikflaschen ein zunehmendes Problem. Scharschuch: „Die Stadt Kamen möchte ihre Anstrengungen verstärken.“ Ziel: Auch offiziell „Refill-Stadt“ werden. 20 Stationen werden benötigt.

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