Ratsmitglieder nehmen Diebin in der Stadthalle fest

dzStrafprozess

Der Fall zweier Getränke-Diebe in der Kamener Stadthalle beschäftigt die Justiz schon länger. An der Festnahme der beteiligten Frau waren Ratsmitglieder beteiligt. Nun ist das Urteil gefallen.

von Jana Peuckert

Kamen

, 10.01.2020, 17:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Monate Haft kassierte ein 30-Jähriger im Amtsgericht Kamen dafür, dass er vier leere Getränkekisten mit einem Pfandwert von sechs Euro aus der Stadthalle Kamen gestohlen hatte. Seine zwei Jahre ältere Komplizin wurde zu 200 Euro Geldstrafe verurteilt.

Der 30-Jährige war bei der Tat am 13. Mai zunächst entkommen, nicht aber die Begleiterin. Ratsmitglieder erwischten sie mit vier Flaschen Wein und Softgetränken im Arm. Nach einer Veranstaltung in der Halle hatte sich das Duo über einen Seiteneingang Zutritt zum Gebäude verschafft und Diebesgut an der Theke gesucht.

„Es war meine Idee. Ich hab nur vier leere Rahmen geklaut, mehr nicht“, gab der Angeklagte zu. Vorgeworfen worden war den beiden, mehrere volle und leere Bierfässer und Kästen im Gesamtwert von 280 Euro gestohlen zu haben. Das war die Differenz zwischen dem Bestand vor und nach der Veranstaltung mit Abzug der bei der Feier verbrauchten Getränke. Ein Ratsmitglied gab im Zeugenstand an, die beiden hätten ihm die Seitentür geöffnet, als er auf dem Weg zu einer Abendveranstaltung gewesen sei.

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Der Angeklagte habe leere Kisten in der Hand gehabt. Er habe sich zu diesem Zeitpunkt nichts dabei gedacht, sei davon ausgegangen, es handelte sich um Mitarbeiter oder Praktikanten. Als er etwa 50 Minuten später zum Rauchen gegangen sei, seien die beiden immer noch am Tresen zu Gange gewesen, so der Zeuge. Er habe sie angesprochen, woraufhin der 30-Jährige die Flucht ergriffen habe. Der Zeuge habe die Polizei gerufen und die Frau mit den Flaschen im Arm festgehalten. „Sie hat behauptet, den Wein ins Regal einzusortieren“, gab das Ratsmitglied an.

Sie habe es mit ihrem Komplizen gemeinsam trinken wollen, räumte die 32-Jährige den Diebstahl ein. Im Gegensatz zum Angeklagten brachte sie keine Vorstrafen mit. Der Kamener hatte hingegen mit acht Eintragungen wegen Diebstähle, Körperverletzung und Sachbeschädigung schon einige Zeit im Gefängnis verbracht. Dass die beiden die Kästen und Fässer im Wert von 280 Euro gestohlen hatten, könne ihnen nicht nachgewiesen werde, so der Richter. Daher bliebe lediglich das zugegebene Diebesgut übrig: „Alles andere ist Spekulation.“

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