Rasender Betrüger zeigt sich geständig – und überzeugt den Richter mit Offenheit

dzKeine Fahrerlaubnis

Vor Gericht muss sich ein Kamener zu vielen Vorwürfen äußern. Die meisten gibt er ohne Umschweife zu, was den Richter überzeugt. Doch das Urteil fällt dennoch hart aus.

21.11.2018, 18:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dass ein Angeklagter am Mittwoch im Amtsgericht Kamen fast alle vier ihm vorgeworfenen Taten ohne Umschweife zugab, bewegte den Richter dazu, einen Vorwurf fallen zu lassen.

Es ging um einen gestohlenen Roller. Der 26-Jährige soll versprochen haben, den Roller eines Bekannten zu reparieren. Bis heute hat der Eigentümer allerdings sein Zweirad nicht zurück.

Der Angeklagte soll den Roller an jemanden ausgeliehen haben, der gar keine Fahrerlaubnis hat, heißt es in der Anklageschrift. Gegenüber dem Eigentümer soll er gesagt haben, der Roller sei gestohlen. Er habe nicht gewusst, dass der Mann keine Fahrerlaubnis hatte, gab der Kamener am Mittwoch an. Und der Roller sei wirklich gestohlen worden.

Nach der Einstellung dieses Punktes blieben noch reichlich Vorwürfe übrig. Der 26-Jährige, der keinen Führerschein besitzt, räumte ein, am 17. Juni 2017 mit einem frisierten Roller in Hamm unterwegs gewesen zu sein. Statt der erlaubten 25 war der Mann mit etwa 45 Stundenkilometer von der Polizei angehalten worden. Offenbar in Plauderlaune erklärte der Angeklagte damals, sein Gefährt würde knapp 70 schaffen.

Am 7. September hatte er dann in einer Kamener Seitenstraße zunächst das Nummernschild von einem geparkten Wagen abmontiert und es an seinem Fahrzeug angebracht. Als er anschließend die Polizei sah, beschleunigte er sofort, schaltete sein Licht aus und versuchte, sich am Rand zu verstecken – ohne Erfolg.

Schließlich gab er auch noch einen Betrug zu. Über den Online-Marktplatz Ebay hatte er einen Motor und einen Auspuff angeboten. 190 Euro bezahlte der Käufer dafür. Seither hat er weder die Ware noch sein Geld gesehen. Er sei knapp bei Kasse gewesen, erklärte der 26-Jährige.

Das Urteil wegen zweifachen Fahrens ohne Fahrerlaubnis mit Urkundenfälschung sowie wegen Betruges lautete letztlich ein Jahr und drei Monate Haft. Aufgrund von acht Vorstrafen, davon viele wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Diebstahls, setzte der Richter die Strafe nicht mehr zur Bewährung aus.

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