Zweite idyllische Radtour rund um Kamen. Der K2 durch Methler berührt Niederaden und Lanstrop und bietet herrliche Momente zwischen dem Jetzt und der Sportschule: So schön ist Kamen.

Kamen

, 03.08.2019, 11:57 Uhr / Lesedauer: 3 min

Jetzt geht es los! Und zwar buchstäblich. Das „Jetzt“, ein Gabionen-Kunstwerk an der Seseke, ist ein idealer Einstiegspunkt für die zweite Route der insgesamt zehn Feierabendtouren, die rund um Kamen und seine Ortsteile führen. Touren, mit denen man die Heimat noch besser kennenlernen kann.

Wer an dem großformatigen Kunstwerk den Einstieg für die elf Kilometer lange Tour „K2“ wählt, hat schon einmal eine Garantie auf erste Fotomotive. Nicht nur, weil man sich dort in das Lücken-Kunstwerk hinein setzen kann, um sich schön fürs Foto in Szene zu setzen. Sondern auch, weil die Seseke dort über die flache Uferböschung gut zu erreichen ist, dort, wo Schmetterlinge und Libellen gut zu beobachten sind. Aber wer braucht zum Start schon eine Pause?

Radtour vom „Jetzt“ bis nach Westick: Auch so schön ist Kamen – mit Tourvideo!

Blick vom Feldweg, der von der Westicker Straße Richtung Norden zur Mühlenstraße führt. Auf dem Bild vereint sind das Monopol-Fördergerüst und die beiden Türme der Kirche "Heilige Familie" und der Pauluskirche. © Janecke

Erst hoch auf die A2-Brücke, dann wieder runter

Wer von Kamen-Mitte aus startet, erreicht den K2-Startpunkt am „Jetzt“ bequem über den Sesekeweg, der dann weiter in Richtung Lünen führt. Doch bevor es zum Horstmarer See geht, der am Ende des Sesekewegs liegt, biegt der K2 links ab in die Niederadener Straße. Hier verlässt man den Radweg und muss kurz über die nach Niederaden führende Durchgangsstraße, bevor man gleich wieder auf den deutlich ruhigeren Dammweg abbiegt. Auf ihm geht es erst hoch auf die Brücke der Autobahn 2, wo einem bewusst wird, warum man zuvor Ruhe gesucht hat, dann wieder bergab über den Burhag immer auf den Kurler Busch und Lanstrop zu.

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So schön ist Kamen: Unterwegs auf dem K2

Radwegweiser sorgt kurz für Irritation

Für etwas Irritation sorgt der Radwegweiser in Höhe der Straße „Im Erlensundern“, der nach links zeigt. Der K2 führt aber geradeaus. Es ist also sinnvoll, die Karte immer dabei zu haben, zumindest für jene, die die vorgegebene Strecke „linientreu“ abfahren möchten.

Auch die „K2“-Schilder sind nicht überall zu finden. Dafür zahlreiche andere Wegweiser, die Lust machen, auch einmal andere Routen auszuprobieren. Wie die Route „Industriekultur“. Oder die Deutsche Fußball-Route NRW mit ihren schwarz-gelben Schildern.

Radtour vom „Jetzt“ bis nach Westick: Auch so schön ist Kamen – mit Tourvideo!

Am Naturschutzgebiet Kurler Busch zwischen Rabenloher Straße und Salzweg, ein früherer Transportweg für das in Königsborn gewonnene Salz zum Lüner Lippehafen ab 1752 zur weiteren Verfrachtung auf sogenannte Lippe-Aaken. © Janecke

Gleich zwei Mal eine Gewissensfrage

An der Lanstroper Straße dann die Gewissensfrage. Geradeaus gibt es nur einen Fußweg. 50 Meter Schieben ist also angesagt. Der eigentliche Weg führt in einer Links-Rechts-Kombination aber auch ans Ziel: Die Wasserfuhr am Rande des Kurler Buschs.

Nach hundert Metern geht es auf den idyllischen Rabenloher Weg, der westlich des Waldstücks verläuft. Am Salzweg angekommen schon die nächste Gewissensfrage: Auf dem K2 bleiben oder der Gastronomie-Empfehlung folgen? Letzteres ist sicherlich sinnvoll, wenn man etwas Zeit mitgebracht hat und den Flüssigkeitsverlust ernst nimmt.

Radtour vom „Jetzt“ bis nach Westick: Auch so schön ist Kamen – mit Tourvideo!

Die Fahrradkarte K2 der Stadt Kamen. Sie ist eine von zehn Touren, die rund um Kamen führen und dabei die Nachbarstädte berühren. Es geht unter anderem durch Niederaden und Lanstrop. © Stadt Kamen

Abstecher sind gut auf der Karte sichtbar

Am Ende des Rabenloher Weges, Einmündung Ostfeld, lohnt es sich also, im Bauernhofcafé Mowwe eine Rast einzulegen. Auf der von der Stadt Kamen herausgegebenen Radwanderkarte ist der Abstecher gut erkennbar mit einer gestrichelten Linie eingezeichnet. Das gilt auch für andere lohnenswerte Pausenziele: Wie das Ristorante „Bei Tino“ in Methler Dorf, das Hofcafé Freisendorf am Sesekeweg oder das Alte Gasthaus „Schulze Beckinghausen“.

Radtour vom „Jetzt“ bis nach Westick: Auch so schön ist Kamen – mit Tourvideo!

Das Sportcentrum Kaiserau ist eines der Höhepunkte der Tour, falls dort nicht gerade gesperrt ist, weil die Bayern oder andere Fußballclubs dort auf ihre Privatsphäre pochen. © Janecke

Auf dem Salzweg nach Kaiserau

Jetzt geht es ein kurzes Stück durch den Wald. Der Salzweg, so ist auf einem Schild zu lesen, ist ein früherer Transportweg für das in Königsborn gewonnene Salz, das ab 1752 zum Lüner Lippehafen zur weiteren Verfrachtung auf sogenannte Lippe-Aaken gebracht wurde. Salz liegt hier höchstens auf der Haut der leicht schwitzenden Radler. Die Temperatur-Anzeige auf dem Tachometer zeigt gerade 30,2 Grad an. Aber die Strecke ist ja nicht lang. Etwas über die Hälfte ist schon geschafft. An frisch abgeernteten Getreidefeldern, die intensiv duften, erreicht man die Lindenallee, die nur kurz touchiert wird, bevor es in die Einsteinstraße geht. Kurz darauf ein Höhepunkt der Tour, dort, wo man immer eine Chance hat, eine bekannte Fußballmannschaft zu treffen oder Horden von Nachwuchskickern, die dort ein Trainingslager veranstalten: Das Sportcentrum Kamen-Kaiserau. Der Weg führt über die Jakob-Koenen-Straße direkt durch die Anlage, falls er nicht gesperrt ist, weil gerade die Bayern oder andere Fußballclubs auf Privatsphäre pochen.

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Endspurt zurück zum Ausgangspunkt

Nun geht es schon stark auf den Endpunkt zu, obwohl man noch mitten in Methler ist. Über die Jahnstraße und Heidkamp geht es nach Westick, wo Ullrich Neumanns „Altes Gasthaus Schulze Beckinghausen“ als weitere Alternative zur Naherholung ein echter Tipp ist. An Stoppelfeldern, wo das Stroh in rundgeformten Ballen liegt, passiert man die Westicker Straße und radelt über einen Feldweg zur Mühlenstraße. An dem Feldweg gibt es eine schöne Foto-Empfehlung: Wer nach rechts blickt, kann das Fördergerüst und die beiden Kamener Kirchtürme der Heiligen Familie und der Ev. Gemeinde Kamen erkennen. Und kurz danach steht man wieder mitten im Jetzt. Und jetzt kann man wirklich eine Rast an dem Gabionen-Kunstwerk einlegen.

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So schön ist Kamen: Unterwegs auf dem K1

VOM K1 BIS ZUM K10

ZEHN ROUTEN DURCH KAMEN

  • Die K(amener)-Routen 1-9 wurden bereits Anfang der 1980er-Jahre entwickelt. Neue Radwegeverbindungen wie der Seseke-Weg und eine Vielzahl von Verbesserungen im Radwegenetz ermöglichen nunmehr optimierte Strecken. Hinzugekommen ist voriges Jahr die Kulturroute K10 des Kulturkreises Kamen.
  • Die Touren sind alle zwischen 10 und 15 Kilometer lang, berühren auch die Nachbarstädte und -gemeinden und sind etwa in einer Stunde zu bewältigen.
  • Die Nutzung der K-Routentipps ist einfach: Die gewünschte Route – ob nach Länge, Schwierigkeitsgrad oder Sehenswürdigkeit – auswählen, in einer Halterung am Fahrrad-Lenker befestigen oder zwischendurch draufschauen. Schon kann es losgehen. Und wenn es etwas länger sein darf, lassen sich die Routen durch die vielen Überschneidungspunkte kombinieren. Die Karten, die man sich von der Seite der Stadtverwaltung herunterladen kann, sind kompatibel für die gängigen digitalen Endgeräte und Navigationssysteme. Die Downloads, Links und GPS-Daten gibt es unter www.fahrrad-kamen.de.
  • Möglich wurde die neue Ausgabe der Kamener Radkarten durch Fördermittel des Ministeriums für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, die die Stadt Kamen als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) erhalten hat. Die neue Fahrradkarte ist im Fachbereich Planung, Bauen und Umwelt im Rathaus der Stadt Kamen erhältlich.
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