Rachefeldzug: Penisse an der Wand und eine aufgeschlitzte Couch

dzGerichtsprozess

Ein verschmähter Verehrer verunstaltet die Wohnung einer Frau, mit der er ehemals zusammen wohnte. Für die Farbschmierereien und die aufgeschlitzte Couch hat der 56-Jährige im Gerichtssaal eine eigene Erklärung.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 08.03.2020, 15:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob übergroße Penisse an Schlaf-, Wohnzimmer- und Flurwänden Kunst darstellen, darüber lässt sich wahrlich streiten. Die Frau, deren Zuhause in Kamen derart gestaltet wurde, fand jedenfalls kein Gefallen an den Abbildungen. Und auch das aufgeschlitzte Ledersofa sorgte nicht gute Laune.

Verursacht hatte ein Freund der 26-Jährigen den Schaden, weshalb er sich jetzt im Amtsgericht Kamen auf der Anklagebank wiederfand. „Die Couch ist mein Eigentum. Hier ist der Kaufvertrag. Mehr möchte ich dazu nicht sagen“, gab sich der 56-Jährige wortkarg. Der von ihm vorgelegte Vertrag könnte genauso gut im Nachhinein angefertigt worden sein, stelle damit keinen Bewies dar, erklärte der Richter. Da sich der Angeklagte in Schweigen hüllte, war es die Wohnungsbesitzerin, die im Zeugenstand vom Geschehen Anfang September vergangenen Jahres berichtete.

Exmitbewohner hatte noch einen Schlüssel

Seit vier Jahren waren die beiden befreundet. „Es war keine sexuelle Beziehung“, betonte die 26-Jährige. Als sie in eine neue Wohnung gezogen war, half ihr der Angeklagte bei der Renovierung. Daher hatte er auch zur Tatzeit noch einen Schlüssel. Diesen nutzte er, um sich Zutritt zur Wohnung der Frau zu verschaffen, während diese im Keller war. Nach Überzeugung des Gerichts schlitzte der Angeklagte die Couch und ein Gemälde auf und besprühte die Wände mit Farbe aus Spraydosen. „Ich hab das schon über gemalt, aber es kommt immer wieder durch“, erklärte die Zeugin.

Zahlung von 20.000 Euro verlangt

Auslöser für die Tat war der neue Freund der Frau. Damit war der Angeklagte, der sich mehr als Freundschaft erhofft hatte, nicht einverstanden. Er drohte der 26-Jährigen damit, ihr keine Ruhe zu lassen, wenn sie ihm nicht 20000 Euro zahle. Das tat die Frau nicht, weshalb es zu dem mutmaßlichen Racheakt in der Wohnung kam. Bezüglich der Couch gab die Kamenerin an, der Angeklagte habe sie ihr zum Einzug geschenkt.

Vier Vorstrafen, unter anderem wegen Verbreitung pornografischer Schriften und Körperverletzung, brachte der Angeklagte zum Prozess mit. Am Ende lautete das Urteil: 2400 Euro Geldstrafe wegen Sachbeschädigung.

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