Quartiersprojekt Lüner Höhe startet unter schwierigen Bedingungen

dzLüner Höhe

Eigentlich würde Torsten Fluhme ab sofort gerne jeden Tag mit den Menschen auf der Lüner Höhe sprechen. Er sieht sich im neuen Quartiersprojekt als Lotse, will Menschen in Arbeit bringen.

Kamen

, 25.08.2020, 17:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sein Büro ist eingerichtet, die Arbeit kann beginnen. Torsten Fluhme ist bereit für die Herausforderung, vor der er als Fallmanager für das Jobcenter Kreis Unna im Quartier Lüner Höhe ab sofort steht.

Am Dienstag startete das neue Projekt, das die Stadt Kamen und das Jobcenter gemeinsam angehen. Ob Bürgermeisterin Elke Kappen, Jobcenter-Geschäftsführer Uwe Ringelsiep, der Vorsitzende der Jobcenter-Trägerversammlung Martin Wiggermann, Fachbereichsleiter Johannes Gibbels oder der Leiter des Jugendfreizeitzentrum Michael Wrobel: Sie alle freuen sich, dass Fluhme ab jetzt für Arbeitslose in dem Stadtviertel da ist.

Unna-Königsborn als Vorbild

Das neue Quartiersprojekt ist das zweite seiner Art im Kreis Unna. An der Berliner Allee in Unna-Königsborn gibt es Ähnliches schon länger. Ringelsiep und Wiggermann betonten, dass das äußerst erfolgreich ist. Viele Menschen aus dem Quartier Königsborn Süd-Ost wurden in Arbeit gebracht.

Torsten Fluhme hat sein Büro im Quartiersbüro Lüner Höhe bezogen.

Torsten Fluhme hat sein Büro im Quartiersbüro Lüner Höhe bezogen. © Dirk Becker

Eins zu eins übertragen lässt sich das Unnaer Projekt nach Kamen aber nicht. Das Quartier Lüner Höhe ist anders strukturiert, durchmischter als das in Königsborn. Die Akteure sind zum größten Teil schon sehr gut vernetzt. Torsten Fluhme, der im Quartier lebt und die Menschen dort kennt, will dieses Netzwerk nun nutzen, um den Menschen neue Perspektiven zu geben.

„Ich freue mich, dass wir nun ein ganzheitliches Angebot haben. Bisher konnten wir als Stadt nur beraten. Nun können wir mit dem Jobcenter die Menschen auch zu dem letzten Schritt bewegen – zurück in den Arbeitsmarkt“, sagte Bürgermeisterin Kappen.

Noch keine offenen Sprechstunden

Angesichts der Corona-Pandemie kann Torsten Fluhme allerdings noch nicht die offenen Sprechstunden anbieten und Menschen in seinem Büro an der Ludwig-Schröder-Straße 18 nur im Notfall empfangen.

Zur Person

Torsten Fluhme

Torsten Fluhme ist Diplom-Pädagoge und war als solcher zunächst beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe tätig. Dort kümmerte er sich in der mobilen Einzelfallhilfe um Jugendliche in Problembezirken in Herne und Castrop. Nachdem er einige Jahre selbstständig war, wechselte er 2005 zum Jobcenter Kreis Unna. Er war dort zunächst im Arbeitgeberservice tätig und begleitete danach Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit heraus zu Existenzgründern wurden – darunter viele mit Migrationsgeschichte. Aus dieser Tätigkeit heraus hat er sich dann um die neue Stelle in Kamen beworben.

Und so wird er die rund 350 Kunden des Jobcenters, die im Umfeld wohnen, in den nächsten Tagen zunächst anschreiben und ihnen auch durch einen Flyer mitteilen, dass es ihn jetzt als Fallmanager im Quartier gibt.

Jobcenter-Chef Ringelsiep machte zum Projektstart deutlich, dass Fluhme keinen Druck hat: „Er soll erstmal sein Netzwerk aufbauen und Kümmerer sein. Wir setzen bewusst keine Meilensteine und erwarten keine bestimmte Zahl an neuen Beschäftigungsverhältnissen. Wir gucken in einem Jahr, wie es gelaufen ist.“ Er sei sich aber sicher, dass das Projekt ein Erfolg werde.

Michael Wrobel freut sich über die Verstärkung in „seinem“ Haus. Er hat gerne ein Büro für den neuen Kümmerer im Quartier geräumt und sieht ihn als kompetenten Unterstützer für seine eigene Arbeit mit den Familien.

Zu erreichen ist Torsten Fluhme im Quartiersbüro unter Tel. (02303) 2538-2729.
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