Putzfrau bestiehlt Bewohner in einem Kamener Seniorenheim

dzGerichtsprozess

Wer in einem Seniorenheim lebt, vertraut den Menschen, die dort arbeiten. Das kann sich als gefährlich erweisen, zeigt ein Fall aus Kamen. Eine Putzfrau stahl Geld und wurde dabei gefilmt.

von Jana Peuckert

Kamen

, 24.06.2020, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über zwei Jahre hinweg hatte eine Reinigungskraft in einem Kamener Seniorenheim das Vertrauen der Bewohner gewonnen. Genau das nutzte sie dann aus, um sich am Bargeld der älteren Menschen zu bedienen. Im Amtsgericht Kamen kassierte die 55-Jährige dafür eine Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro. Viel Geld für die Angeklagte, die nach dem Diebstahl umgehend ihre Arbeit verloren hatte.

Im Gericht gab die Frau zu, am 22. Oktober vergangenen Jahres aus dem Portemonnaie eines Bewohners 50 Euro entwendet zu haben: „Ich kann nicht erklären, warum ich das getan habe.“ Vorher habe sie noch nie etwas gestohlen.

Regelmäßig verschwand Geld aus dem Zimmer

Eine Aussage, die beim Richter auf Skepsis stieß. Denn bereits vor dem Tattag war immer wieder Geld aus demselben Zimmer verschwunden, wie die Witwe des inzwischen verstorbenen Bewohners im Zeugenstand berichtete. Mehr als 650 Euro seien innerhalb von zwei Wochen abhanden gekommen. Daraufhin habe sie im Zimmer ihres Mannes eine Kamera installiert, so die Zeugin weiter.

Aufgrund der Tatsache, dass das Geld immer während des Frühstücks gestohlen worden war, erhärtete sich der Verdacht, die Angeklagte habe in ihrer Funktion als Reinigungskraft etwas mit den Diebstählen zu tun. Denn: „Sie hat sich beim Frühstück immer den Schlüssel von meinem Mann geholt, um in der Zeit das Zimmer zu säubern“, gab die 65-jährige Zeugin an.

Kamera filmt Putzfrau beim Diebstahl

Und tatsächlich kam der Familie des Geschädigten die Angeklagte vor die Linse. Sie sei ins Zimmer gekommen, habe sich 50 Euro genommen, habe dann geputzt, den Raum verlassen, sei zurückgekommen und habe weitere 20 Euro gestohlen, fasste die Witwe den aufgezeichneten Vorgang zusammen.

Sie habe nur 50 Euro eingesteckt und diese später zurückgegeben. Mehr Geld habe sie nicht genommen, blieb die Angeklagte bei ihrer Aussage. Der Richter glaubte der Zeugin und ging daher von insgesamt 70 Euro Diebesgut aus.

Richter verweist auf Vertrauensbruch

Vorstrafen brachte die Kamenerin nicht mit. Ihre erste Strafe fiel trotz geringen Geldbetrages hoch aus. Der Vorsitzende begründete seine Entscheidung mit dem Vertrauensbruch, den die Angeklagte mit ihrem Handeln begangen hatte. Die Staatsanwaltschaft wird zudem versuchen, die ebenfalls gestohlenen 20 Euro als Wertersatz von der Frau zu bekommen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Nahmobilität Kamen
Schotterwege ade! Kamen macht seine Radwege fit, die Reihenfolge steht schon
Hellweger Anzeiger Volksbank Kamen-Werne
Diskretkasse, neue Technik, zusätzliche Etage – was die Volksbank mit dem Kamener Standort vorhat.
Hellweger Anzeiger Karstadt-Drama
Karstadt-Story: Wie Kamen um Karstadt kämpfte, verlor und sich neu erfinden musste
Hellweger Anzeiger Schwerer Autobahn-Unfall
Auto schleudert über die A2: Frauen aus Kamen teilweise schwer verletzt