Prügel-Familien von Einschulungsfeier sind polizeibekannt

dzGewalt, Drohung, Beleidigung

Die Schlägerei bei der Einschulungsfeier an der Friedrich-Ebert-Schule in Kamen hat eine Vorgeschichte in einer Familienfehde. Derweil erhöht sich die Zahl der Beschuldigten auf acht.

Kamen

, 02.09.2019, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fäuste flogen nicht das erste Mal: Die Familienangehörigen, die sich bei der Einschulungsfeier prügelten, sind für die Polizei kein unbeschriebenes Blatt. Durch neue Informationen wird deutlich, warum die Polizei die Schlägerei als Streit unter „verfeindeten Familien“ einordnet.

Denn die mutmaßlichen Beteiligten der Schlägerei an der Friedrich-Ebert-Schule sollen schon bei früheren Anlässen aneinander geraten sein. Dabei sollen Familienangehörige sich nicht nur Gewalt angetan haben, sondern sich auch bedroht und beleidigt haben. Strafanzeigen bei der Polizei zeichnen das Bild einer Familienfehde.

Polizei nennt Familien- und Nachbarschaftsprobleme

Die Polizei gab am Montag auf Anfrage einige wenige Informationen zur Vorgeschichte heraus. Hauptkommissarin Vera Howanietz erklärte: „Nach einer Überprüfung der Beteiligten ist festzustellen, dass sie mehrfach im Rahmen der andauernden Familien- und Nachbarschaftsprobleme wechselseitig wegen Körperverletzungen, Bedrohungen und Beleidigungen polizeilich erfasst wurden.“

Die Angaben zeichnen das Bild einer Familienfehde ohne Bezug zu Clankriminalität. Warum sich die Familien feindselig begegnen, weiß die Polizei nicht. „Der Hintergrund der Probleme ist hier nicht bekannt“, erklärte die Sprecherin der Kreispolizei in Unna.

Ermittlungen jetzt gegen acht Beschuldigte

Die Zahl der Beschuldigten hat sich derweil auf acht erhöht. Auch ein 53-jähriger Kamener wird jetzt als Beschuldigter geführt. Damit richten sich die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung nun gegen insgesamt vier Kamenerinnen und vier Kamener im Alter von 29 bis 53 Jahren. Von den acht Beschuldigten haben laut Polizei sieben die türkische und eine die deutsche Nationalität. „Die Beteiligten werden die Möglichkeit erhalten, sich im Rahmen einer Vernehmung zu äußern und ihre Sicht des Ereignisses darzustellen“, erklärte Howanietz.

Die Handgreiflichkeiten vor den Augen von Grundschülern, Kita-Kindern sowie Lehrerinnen und Gästen gegen Ende der Einschulungsfeier überschatteten am vorigen Donnerstag den ersten Schultag der Erstklässler an der Friedrich-Ebert-Schule.

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Schulleiterin Christina Pusch, Bürgermeisterin Elke Kappen und Schulrätin Beate Schroeter äußerten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme bestürzt. Ein Hausverbote gegen vier mutmaßliche Beteiligte wurde verhängt. Die Stadt wollte weder bestätigen noch dementieren, dass es sich gegen zwei Elternpaare richtet. Allerdings erklärte sie, dass Eltern in die Auseinandersetzung verwickelt waren. Eltern drückten ihre Sorge um den Schulfrieden aus.

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