Prozess um Überfall auf Schulhof erneut vertagt

dzZeuge fehlt

Der Prozess um einen Raubüberfall an der Friedrich-Ebert-Schule in Kamen entpuppt sich für das Schöffengericht in Unna als unerwartet aufwändig.

von Sylvia Mönnig

Kamen

, 27.11.2018, 16:42 Uhr / Lesedauer: 1 min

Erneut fehlte am Dienstag ein Zeuge, auf den nicht ohne weiteres verzichtet werden kann.

Die Tat ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 31. Dezember 2016. Das Opfer wurde offenbar von einem gesondert verfolgten Täter zur Friedrich-Ebert-Schule gelockt. Dort, so der Vorwurf, wurde er von den Angreifern vom Rad gezerrt und mit Schlägen und Tritten attackiert. Folge: Nasenbein- und Fingerfraktur. Zudem wurden ihm circa 150 Euro Bargeld, Handy und E-Zigarette geraubt.

Bei einem weiteren Täter soll es sich um einen 33-jährigen Kamener handeln. Vergangene Woche begann sein Prozess wegen Raubes und Körperverletzung vor dem Amtsgericht Unna. Doch er beteuerte seine Unschuld. Als er gesehen habe, wie sein gesondert verfolgter Kumpel den zugeschlagen habe, sei er sofort weggelaufen – um keinen Ärger zu riskieren.

Der Geschädigte wurde gehört und konnte nicht mit Sicherheit sagen, dass der Angeklagte tatsächlich auf ihn eintrat oder -schlug. Der gesondert verfolgte Freund erklärte in seinem eigenen Prozess allerdings, dass der sich sehr wohl an den Gewalttätigkeiten und dem Raub beteiligt habe. Das hätte er im Zeugenstand wiederholen sollen, erschien aber trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht. Daraufhin wurde seine polizeiliche Vorführung zur Fortsetzung am Dienstag angeordnet.

Nun sollte der Mann also gehört werden. Doch der Zeugenstuhl blieb erneut leer, da die Vorführung scheiterte. Das sorgte für eine erneute Verzögerung. Denn auch wenn der junge Mann ein Aussageverweigerungsrecht besitzt, weil sein Verfahren noch nicht rechtskräftig abgeschlossen ist oder er sich, falls er den Kamener zu Unrecht belastete, strafbar machte, muss er persönlich erscheinen oder zumindest seinen Verteidiger eine entsprechende Erklärung für sich abgeben lassen. Daher wird es im Dezember den dritten Verhandlungstag geben.

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