Verkehrsschild im Kofferraum: Kamener gibt erfundene Person als Unfallverursacher an

dzGerichtsprozess

Erst fährt er ein Straßenschild um und packt es in seinen Kofferraum, dann behauptet er, nicht gefahren zu sein. Doch nicht nur dieser Vorfall brachte einen 46-Jährigen ins Gefängnis.

von Jana Peuckert

Kamen

, 09.01.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurz hinter dem Kreisverkehr auf der Kamener Straße in Hamm-Pelkum donnert ein 46-Jährger mit seinem Auto über eine Verkehrsinsel und fährt dabei ein Straßenschild um. Schnell packt er es in den Kofferraum und entfernt sich.

Anwohner, die einen lauten Knall gehört hatten, alarmieren die Polizei. Als die Beamten am Ort des Geschehens eintreffen, ist der Fahrer verschwunden. In etwa 150 Metern Entfernung treffen die Beamten den Mann an einer alten Tankstelle an. Obwohl nur er da ist, behauptet der 46-Jährige, nicht er, sondern einer seiner Neffen sei gefahren. Er selbst habe ja keine Fahrerlaubnis.

Die Beamten überprüfen die Daten des angeblichen Neffen. Schnell stellt sich heraus, dass weder eine Person mit dem genannten Namen, noch die angegebene Telefonnummer existieren.

Und so war es der 46-Jährige, der sich auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kamen wiederfand.

Angeklagter behauptet im Amtsgericht weiter, nicht gefahren zu sein

Dort kassierte er jetzt eine Haftstrafe von einem Jahr und elf Monaten sowie eine vierjährige Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis. Im Gericht blieb der Mann dabei, nicht selbst gefahren zu sein. Dieses Mal wollte er aber erst gar keine Daten des angeblichen anderen Fahrers angeben.

Der Kamener musste sich im Prozess noch weiteren Vorwürfen stellen. Er hatte seinen Wagen nach dem Unfall in Hamm stehen lassen. Am selben Tag, dem 23. März vergangenen Jahres, gegen 22 Uhr machte er sich von seinem Zuhause in Kamen aus auf den Weg, sein Auto zu holen.

Zur Erinnerung: Der Mann hat keine Fahrerlaubnis. Zudem hatte er Kokain und Methadon eingeworfen. Fast an seiner Wohnung angekommen, fuhr er auf der Heerener Straße in Kamen abermals über eine Verkehrsinsel, demolierte erneut ein Schild.

Ölspur führt die Polizei direkt zum Angeklagten

Statt zu warten setzt er seine Fahrt fort. Wieder waren es Anwohner, die die Polizei riefen. Die Beamten entdeckten eine Ölspur, die sie direkt zum Wagen des Angeklagten und damit auch zu ihm führte. „Ich hatte diese blöde Idee, den Wagen nach Hause zu holen“, gab der Kamener die zweite Tour zu.

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Die hohe Strafe hat der 46-Jährige seinen 21, teilweise einschlägigen Eintragungen im Vorstrafenregister zu verdanken. Derzeit sitzt er eine siebenmonatige Haftstrafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ab. Weitere 13 Monate stehen ihm wegen einer anderen Sache noch bevor.

Legt er gegen das aktuelle Urteil wegen vierfachen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, fahrlässigen Fahrens unter Rauschmitteln und zweifacher Unfallflucht kein Rechtsmittel ein, werden die 23 Monate noch drangehängt.

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