Jörg Flegel will wissen: Wer findet den Hellweger-Anzeiger-Pottstein?

dzKreativer Trend

Pottsteine sind bemalte Steinchen, die ausgesetzt werden, um anderen eine Freude zu bereiten. Das passt gut in die Adventszeit. Es gibt unter den Pottsteinen auch einen ganz besonderen. Wer findet ihn?

Kamen

, 03.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jemandem mit einer kleinen Geste ein Lächeln ins Gesicht zaubern – dazu braucht es kein Weihnachtsfest. Schon im Sommer hat sich in ganz Deutschland ein Trend verbreitet, in dem es genau darum geht. Er hat mittlerweile auch den Kreis Unna erreicht. Und auch in Kamen gibt es inzwischen viele Menschen, die mitmachen. Sie bemalen kleine Steine und legen sie aus.

Die Finder dürfen sie behalten oder wieder verstecken – nachdem sie ihren Fund auf der Plattform Facebook gepostet haben. Einerseits sollen andere Menschen die kleinen Kunstwerke so zu Gesicht bekommen, andererseits können die Künstler auf diese Weise ihre bemalten Steine verfolgen.

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Manch einer hat schon eine lange Reise hinter sich gebracht. Es gibt zum Beispiel einen Stein, der in Wanne-Eickel gefunden und in Methler ausgesetzt wurde. Ein Stein mit einem rosafarbenen, angeknabberten Lolli auf grünem Untergrund reiste von Südkamen zum Kamener Markt und dann nach Bergkamen. Verfolgen kann man die Reise dieses Steines in der Facebookgruppe „Du bist ein Kamener wenn...“.

Jörg Flegel will wissen: Wer findet den Hellweger-Anzeiger-Pottstein?

Die Bergkamenerin Eva Schramek (l.), ihre Tochter Ayleen (8), Daniela Rörke und ihr Sohn Liam (6) bemalen Pottsteine. © Stefan Milk

Hellweger-Anzeiger-Pottstein macht sich auf die Reise
Steine bemalen

Regeln und Anleitung

Das Prinzip ist einfach: Steine werden bemalt und draußen verteilt.
So wird aus einem Stein ein Kunstwerk:
1. Steine kaufen oder sammeln. Sie sollten gut in die Hosentasche passen. 2. Mit bestmöglich umweltfreundlichen Farben den Stein mit Pinsel oder Stift bemalen. 3. Damit das Bild später in den sozialen Medien landet, sollte auf der Rückseite „#Pottsteine“ stehen. 4. Fixiermittel oder Klarlack auftragen, damit der Stein wetterfest ist und die Farbe lange hält. 5. Schuhe an und draußen auswildern. Hinweise:
1. Steine sollten nicht beklebt werden. 2. Keine Steine auf Fahrzeuge, in Geschäfte, in Lebensmittel- oder Kühlregale legen. 3. Keine Steine aus Vorgärten oder Blumenkübel nehmen (es sei denn, man hat die Erlaubnis). 4. Keine Steine auf öffentliche Wiesen legen, da diese Rasenmäher beschädigen können. 5. Laut der Pottsteingruppe bei Facebook ist es nicht Sinn der Sache nachzufragen, wo der Stein liegt. „Entweder du hast Glück und findest einen Stein oder sogar mehrere, oder eben nicht.“ 5. Auch politische Ansichten sind unerwünscht: „Die Steine sollen dem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“ Quelle: Facebookgruppe „Pottsteine - Wir machen den Ruhrpott bunt“

In den Kamener Facebookgruppen tauchen die Steinchen immer öfter auf. Manche sind mit bunten Mustern verziert, andere mit Schriftzügen oder bunten Figuren. Es gibt sogar einen Stein, der ein Auto darstellt – genauer gesagt das Hellweger-Anzeiger-Auto. Bemalt hat ihn Jörg Flegel. „Leider wissen viele Menschen nicht, was es mit diesen wundervollen Steinen, teils auch richtigen Kunstwerken auf sich hat“, so Flegel. Das will er ändern und beteiligt sich an der Aktion.

Wo das blau-weiße Auto ausgesetzt wurde, bleibt freilich geheim. Doch wer es findet, darf den Standort bei Facebook posten und dazu schreiben, ob er ihn wieder ausgesetzt oder behalten hat. Denn auch das ist bei der Aktion erlaubt. Viele Regeln gibt es nicht, Hauptsache es macht Spaß.

Die Facebook-Gruppe „Pottsteine-Wir machen den Ruhrpott bunt“ hat bereits über 7000 Mitglieder. Und es ist nicht die einzige Pottsteine-Gruppe. Viele Orte haben mittlerweile eine eigene – dazu gehört auch der Kamener Stadtteil Heeren-Werve. Die Heeren-Werver finden nicht nur Steine, sondern legen auch eigene Kunstwerke aus.

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