Pornografische Bilder von kleinem Jungen auf dem Smartphone: „Ich bin nun einmal pädophil“

dzHaft auf Bewährung

„Was da in der Anklageschrift drinsteht, ist furchterregend“, so der Richter. Dennoch kommt der Angeklagte, der wegen Beschaffung von kinderpornografischen Bildern vor Gericht steht, mit Bewährung davon.

von Sylvia Mönnig

Kamen

, 31.07.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Jahren kämpft ein Kamener gegen seine pädophile Neigung, die ihn bereits in die Psychiatrie brachte. Als ihm ein intimer Bekannte einschlägige Fotos anbot, war der Trieb zu stark. Er fiel in alte Muster und wurde entdeckt. Das, was der 46-Jährige danach tat, bewahrte ihn nun allerdings vor dem Gefängnis.

Früher psychiatrische Unterbringung wegen Kindesmissbrauchs

Nach einer Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs ordnete das Gericht seine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an. Nach der Entlassung bemühte sich der Kamener, seine Neigung nicht mehr auszuleben.

Das ging länger gut. Er fand einen Job, fiel nicht mehr auf. Das änderte sich im Oktober, als ihm sein Geliebter pornografische Bilder von kleinen Jungen in Aussicht stellte. Eine Zeit lang sträubte er sich, dann nahm er das Angebot an. 157 Bilder, auf denen zum Teil der massive Missbrauch von Kindern und Babys zu sehen war, landeten auf seinem Handy. Und als besagtes Smartphone kaputtging, ließ er sich die gleichen Fotos auf das neue Modell übertragen.

Angeklagter räumt die Taten ein

Das Beschaffen der Bilder brachte den 46-Jährigen nun vor das Schöffengericht in Unna. Dort räumte er die Taten ein und erklärte, dass er sich von dem Bekannten letztlich habe breitschlagen lassen – trotz schlechten Gewissens. „Ich bin nun einmal pädophil“, gab er offen zu.

Nachdem er die Fotos zum zweiten Mal erhalten habe, habe er sie schnell gelöscht. Gefunden worden seien sie trotzdem. Nach der Entdeckung habe er sich einige Tage in eine Klinik einweisen lassen – zur Krisenintervention. Danach habe er sich auf eine Gesprächstherapie einlassen können, habe zum ersten Mal wirklich über seine Neigung reden können.

Früher habe er zu viel Scham gehabt. Nun habe er begriffen, dass ihm geholfen werde. „Das funktioniert eigentlich ganz gut.“ Er wisse, dass die Pädophilie da sei und da bleibe, er ständig dagegen angehen müsse. Ausgesucht habe er sich das nicht.

Therapie muss fortgesetzt werden

Unter den Voraussetzungen wurde er zu einem Jahr Haft auf Bewährung und 1000 Euro Geldbuße verurteilt. Auch muss er die Therapie fortsetzen. Zweifel ließ der Richter dennoch nicht aufkommen: „Was da in der Anklageschrift drinsteht, ist furchterregend.“

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