Polizeiphobie: Vorbestrafter Radfahrer kracht gegen ein Auto und haut ab

dzGerichtsprozess

Ein 25-Jähriger hat sich im Amtsgericht Kamen eine saftige Strafe eingehandelt. Grund für die hohe Geldstrafe waren seine Vorstrafen. Darunter auch ein zweijähriger Gefängnisaufenthalt.

von Jana Peuckert

24.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Die Vorstrafen brechen Ihnen das Genick“, erklärte der Richter im Amtsgericht Kamen am Mittwoch, nachdem er einen 25-Jährigen mit einem monatlichen Einkommen von 800 Euro wegen Unfallflucht zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt hatte.

Neun Mal war der Angeklagte in der Vergangenheit unter anderem wegen Drogendelikten, Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung auffällig geworden, verbrachte bislang mehr als zwei Jahre hinter Gittern. Die ihm vorgeworfene Tat vom 25. September vergangenen Jahres gab der Angeklagte sofort zu.

Angeklagter Radfahrer sieht Auto zu spät und kracht dagegen

Danach war er mit seinem Fahrrad in Kamen unterwegs, den Blick auf sein Navi gerichtet. Das Auto, dass von der Straße Westenmauer kommend auf seine Fahrbahn abbog, sah er zu spät. „Er kam um die Ecke geheizt. So schnell konnte ich nicht bremsen. Da bin ich ihm in die Seite gefahren“, so der 25-Jährige. Der Autofahrer sei ausgestiegen, direkt auf ihn zugekommen und habe die Polizei gerufen.

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Auf die wollte der Angeklagte aber nicht warten: „Ich war im Schockzustand. Ich bin abgehauen. Ich kam ja grad aus dem Gefängnis.“ Er habe eine Phobie gegen die Polizei. Etwa vier Stunden später stellte sich der Kamener aber freiwillig. Der Autofahrer hatte inzwischen Fotos vom Angeklagten, die er sofort am Tatort gemacht hatte, ins Netz gestellt.

Autofahrer fürchtete Regressansprüche

Davon habe er aber erst nach seinem Besuch bei der Polizei erfahren, erklärte der Angeklagte. Dem Autofahrer ging es nicht um den entstandenen Schaden in Form von Kratzern an Scheibe und Tür. Vielmehr habe er befürchtet, der Radfahrer könnte Regressansprüche geltend machen. „Deshalb habe ich den Vorfall gemeldet“, gab der 44-Jährige im Zeugenstand an.

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Ohne die vielen Vorstrafen hätte das Verfahren gegen eine Geldauflage eingestellt werden können, machte der Richter dem Angeklagten den Ernst der Lage in Bezug auf dessen Vorstrafenregister deutlich. „Ist halt blöd gelaufen“, kommentierte der 25-Jährige sein Fehlverhalten.

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