Fahrrad-Boom wegen Corona: Polizei stoppt unsichere Radler

dzUnna und Kamen

Die Kreispolizei hat in Kamen und Unna Fahrradfahrer kontrolliert und so manches Verwarngeld kassiert. Weitere Kontrollen sollen folgen.

Kamen, Unna

, 23.10.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass man Fahrradfahren kann, weil man einmal im Jahr im Urlaub ein Rad mietet, bedeutet noch lange nicht, dass man auch weiß, wie man sich sicher im Straßenverkehr verhält. Das bekommt die Kreispolizei Unna derzeit besonders zu spüren.

Denn seit Beginn der Pandemie schwingen sich immer mehr Menschen aufs Rad –darunter auch jene, die vorher nur selten gefahren sind. Gründe dafür gibt es viele. Einerseits waren Fahrradtouren im veranstaltungsarmen Sommer eine beliebte Beschäftigung, andererseits ist die Fahrt auf dem Rad ansteckungstechnisch sicherer als in Bus und Bahn.

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„Es besteht die Gefahr, dass unerfahrene Radfahrer sich nicht bewusst sind, was ein Fahrrad haben muss und wie sie sich richtig im Straßenverkehr verhalten“, sagt Polizeisprecher Christian Stein. Deshalb wird die Polizei nicht müde, Tipps zu geben – und zu kontrollieren.

Und zwar egal zu welcher Jahreszeit: Erst im Juli wurde in Unna bei einer Schwerpunktkontrolle kontrolliert, ob Radfahrer sich an die Regeln halten und auf einem verkehrstüchtigen Gefährt unterwegs sind. Wer auf der falschen Straßenseite unterwegs ist oder während der Fahrt am Handy herumtippt, muss ein Verwarngeld bezahlen – im letzteren Fall sogar ein recht hohes, wie Stein bemerkt.

Kreispolizei kontrollierte Radfahrer in Unna und Kamen

An diesem Donnerstag führte die Kreispolizei wieder eine Kontrolle durch, nicht nur in Unna, sondern auch in Kamen. Wegen der beginnenden dunklen Jahreszeit haben sich die Beamten dabei vor allem darauf fokussiert, ob die Radfahrer mit Licht unterwegs waren.

Video
Fahrrad-Schwerpunktkontrolle der Kreispolizei Unna

Wo genau kontrolliert wurde, verrät Stein nicht. „Wir stellen uns dort hin, wo häufig gegen die Regeln verstoßen wird“, erklärt er. In Unna und Kamen nahm sich die Polizei am Donnerstag vor allem die innerstädtischen Bereiche, die Fußgängerzonen und die Bereiche um den Kamener und den Unnaer Bahnhof vor.

Und tatsächlich verhängten sie das ein oder andere Verwarngeld – unter anderem wegen fehlendem oder defektem Licht, Fahren in der Fußgängerzone, Fahren auf einem linksseitig angelegten Radweg, technischer Defekte, mangelhafter oder fehlender Bremsen sowie eben auch die Handynutzung. Insgesamt verhängten die Beamten während der Kontrolle 25 Verwarngelder.

Es kostet nicht viel Geld, sich als Radfahrer zu schützen

Den Polizisten fiel auf, dass besonders morgens viele Radfahrer ohne Licht unterwegs waren und dazu dunkle Kleidung trugen – also für Autofahrer sehr schlecht zu sehen. Radfahrer ohne Warnweste oder Helmreflektoren sieht auch Stein immer wieder. „Das tut ein bisschen in der Seele weh“, sagt er. Denn es koste nicht viel Geld, sich selbst zu schützen, indem man das Fahrrad aufrüstet und sich die richtige Kleidung anschafft.

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Die Polizei möchte mit den Kontrollen und Ermahnungen die in den vergangenen drei Jahren rückläufigen Zahlen der Fahrradunfälle in Unna und Kamen beibehalten, so Stein. In Unna sind im vergangen Jahr 44 Radfahrer verunglückt, davor waren es 53 (-9) und davor 60 (-7). In Kamen gab es im vergangenen Jahr 30 Unfälle, in die Radfahrer verwickelt waren, 2018 waren es noch 40 (-10) und im Jahr davor noch 44 (-4). „Den Trend wollen wir fortsetzen“, sagt Stein. Und deshalb wird es in den kommenden Wochen weitere unangekündigte Kontrollen geben. Kreisweit.

Die Tipps der Kreispolizeibehörde Unna für Fahrradfahrer in der dunklen Jahreszeit:

  • Damit Sie für Fahrzeuge gut zu sehen sind, sollten Sie neben dem Helm helle Kleidung tragen – am besten mit Reflektoren.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Beleuchtung vorne und hinten am Fahrrad funktioniert – und schalten Sie diese auch ein.
  • Überprüfen Sie die Bremsen und die Schaltung Ihres Fahrrads, um die Verkehrstauglichkeit zu gewährleisten.
  • Nasses Laub auf den Straßen macht die Fahrbahn rutschig - passen Sie deshalb Ihre Geschwindigkeit an.
  • Und: Lassen Sie – egal zu welcher Jahreszeit - Ihr Handy während der Fahrt mit dem Fahrrad in der Tasche.
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