Knapp anderthalb Jahre nach einer Kontrolle in der Shisha-Bar Mocca muss sich ein Gast wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz vor Gericht verantworten. © Stefan Milk
Zufallsfund bei Kontrolle

Polizei findet Pistole bei Gast von Shisha-Bar in Kamen

Bei einer Polizei- und Zollkontrolle in einer Shisha-Bar in Kamen durchsucht die Polizei das Auto eines Gastes. Was die Beamten dort finden, bringt den 25-jährigen Mann vor Gericht.

Polizeibeamte kontrollieren am Abend des 15. November 2019 mehrere Shisha-Bars in Unna, Kamen und anderen Orten. Unter anderem auch das Wasserpfeifencafé Mocca an der Bahnhofstraße in Kamen. Dort treffen sie auf einen Mann, der angibt, keine Ausweispapiere bei sich zu haben. Diese befänden sich in seinem Auto. Die Beamten begleiten den 25-Jährigen daraufhin zu seinem Wagen. Unterwegs fragen sie routinemäßig, ob sich in dem Fahrzeug gefährliche Gegenstände oder Waffen befinden. Das bejaht der Kamener. Im Handschuhfach liege eine Druckgaspistole.

Munition im Kofferraum

In der Mittelkonsole finden die Beamten die Pistole, zudem ein Magazin, und im Kofferraum stoßen sie auf Patronen. Dass sich die Waffe im Auto des Mannes befindet, stellt strafrechtlich gesehen das Mitführen einer Waffe dar. Dafür ist ein kleiner Waffenschein nötig. Den kann der 25-Jährige allerdings nicht vorweisen. Es folgen eine Anzeige und ein Strafprozess wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Im Amtsgericht Kamen hat sich der Mann jetzt in Schweigen gehüllt, lässt seinen Verteidiger für sich reden. Auch auf Nachfragen des Richters antwortet der Angeklagte nicht. Der Anwalt gibt an, seinem Mandanten sei nicht bewusst gewesen, dass er die Waffe bei sich geführt habe.

Ob der Kamener die Situation falsch eingeschätzt habe oder nicht, spiele für die Erfüllung des Straftatbestandes gar keine Rolle, brachte es die Vertreterin der Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer auf den Punkt. Die Waffe haben sich außerhalb der vier Wände des Mannes befunden, nur darauf komme es an. Sie fordert eine Strafe von 800 Euro.

Fehlendes Geständnis führt zu höherer Geldstrafe

Das ist dem Richter zu wenig. Er verdoppelt den Betrag auf 1600 Euro Geldstrafe. Dann lässt er durchblicken, dass er bereit gewesen wäre, das Verfahren gegen den 25-Jährigen einzustellen, hätte der Kamener ein umfängliches Geständnis abgelegt und Reue gezeigt. Aber sich hinzusetzen und zu sagen, er habe nicht gewusst, dass er die Waffe bei sich geführt hatte, das sei kein Geständnis.

Bei der Polizei hatte der Waffenbesitzer noch verlangt, dass man ihm die Pistole wieder aushändigt. Im Gericht verzichtet er plötzlich auf deren Herausgabe. Er habe eine Vorliebe für Softairwaffen. Zu Hause habe er noch zwei weitere Exemplare, hatte er damals gegenüber den Beamten geäußert. Er schieße damit gern auf Dosen und Zielscheiben.

Über die Autorin

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.