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Plötzlich steht ein Mann mit Hammer vor der Tür

dzKörperverletzung

Mit einem Hammer schlägt ein Fremder gegen die Tür eines Kameners – es kommt zu einer handfesten Auseinandersetzung. Vor Gericht sagt der Fremde, dass er bloß sich in der Tür geirrt habe.

von Jana Peuckert

Kamen

, 09.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein Fremder steht am frühen Abend des 2. Juni vergangenen Jahres bei einem 29-Jährigen Kamener vor der Wohnungstür. Kurz darauf befinden sich die Männer in einer Auseinandersetzung mit Hammer und Holzschwert.

Am Mittwoch trafen sich die beiden im Amtsgericht Kamen wieder: Der 29-Jährige als Zeuge, der überraschende Besucher (44) auf der Anklagebank. Er musste sich wegen dreifacher Sachbeschädigung, versuchter gefährlicher und vollendeter Körperverletzung verantworten.

Am 2. Juni, so der Angeklagte, habe er sich in der Tür geirrt. Nach einem Streit habe er eine Mieterin des Wohnhauses gesucht. Mit einem Hammer habe er gegen die falsche Tür gehauen. Der Bewohner habe ihn mit einer Holzlatte geschlagen.

Laut Vorwurf hatte der Angeklagte daraufhin versucht, den 29-Jährigen mit dem Hammer zu schlagen, sein Ziel jedoch verfehlt. Das stimmte nicht, so der Kamener. Auch, wenn er – wie später festgestellt – knapp zwei Promille hatte, hätte er den Mann getroffen, wenn er gewollt hätte.

Dem widersprach der 29-Jährige. Er habe mit seinem kleinen Sohn Fernsehen geschaut, als es erst geklingelt und dann etwas gegen die Tür gedonnert habe. Im Flur habe der ihm unbekannte Angeklagte mit einem Hammer gestanden. Weil er eine Gefahr für seinen Sohn gesehen habe, habe er ein 1,20 Meter langes Holzschwert genommen und den Mann mit Schlägen vertrieben.

Der Angeklagte habe dann mit dem Hammer in Richtung seines Kopfes geschlagen: „Nur 20 Zentimeter, dann hätte er mich voll erwischt“, war sich der Zeuge sicher.

Vor dem Zusammentreffen mit dem 29-Jährigen hatte der Angeklagte in seiner Wohnung die Schlafzimmertür mit einem Faustschlag beschädigt.

Am 17. August vergangenen Jahres war der Angeklagte betrunken nach Hause gekommen. Er selbst hatte am Mittwoch keine Erinnerung an diesen Tag, seine Freundin aber schon. Sie berichtete, der 44-Jährige habe grundlos gegen die Waschmaschine getreten, ins Bett gespuckt und ihr eine heftige Ohrfeige verpasst. Eine Woche Tinnitus war die Folge. Kurz darauf sei er zu einer Nachbarin gegangen. Dort habe er die Wohnung nicht mehr verlassen wollen. Er habe eine Flasche Rum auf den Boden geschmissen und eine Scheibe der Haustür eingetreten.

Der Angeklagte erschien in Begleitung von Mitgliedern der Kamener Trinkerszene. Immer wieder gab es Zwischenrufe. Der Richter unterbrach deshalb die Sitzung und verkündigte das Urteil gegen den elffach vorbestraften Angeklagten, der mehrere Jahre im Gefängnis verbrachte, erst nach Erledigung eines anderen Prozesses. Der Angeklagte wurde zu elf Monaten Haft verurteilt.

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