„Pinocchio“: Ein Begriff für internationale Bodenständigkeit

dzGastronomie in Kamen

Nina Amorah ist gebürtige Heerenerin – und führt mit ihrem Ehemann Mohamed das typisch italienische „Pinocchio“. Pizza, Pasta und Salate gibt es dort natürlich; auf Wunsch aber gern auch Roulade.

von Werner Wiggermann

Heeren-Werve

, 15.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Pinocchio“ an der Märkischen Straße, geht das eigentlich? Etwas so typisch Italienisches mit einer so bodenständig westfälischen Adresse? Klar geht das! Nicht nur, weil wir Westfalen uns gastronomisch schon lange globalisiert haben. Das „Pinocchio“ an der Märkischen Straße in Heeren-Werve ist eben typisch italienisch und typisch westfälisch, vor allem aber wirklich gut.

Übrigens weiß man das nicht nur im Ort selbst zu schätzen. Firmen aus der näheren Umgebung, aus Königsborn oder dem Bönener Industriegebiet, schätzen und nutzten das „Pinocchio“ praktisch als werkseigene Gastronomie. Ein Grund dafür, dass das Ristorante vor der Corona-Krise auch mittags stets gut besucht war. „Das ging dann natürlich nicht, als wir im Haus nicht mehr bedienen durften“, sagt Nina Amorah.

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Corona-Pause zur Renovierung genutzt

Die gebürtige Heeren-Werverin führt das „Pinocchio“ gemeinsam mit ihrem Ehemann Mohamed und sorgt immer mal wieder für eine Auffrischung des Gewohnten. Sei es, dass die üppige, aber gut geordnete Speisekarte neu und ansprechend gestaltet wird – oder dass die Zeit der verordneten Einschränkungen optimal genutzt wird.

In der Pizzeria Pinocchio in Kamen-Heeren-Werve gibt es auch einen Außer-Haus-Service. In diesemFall bedient Valery Dippel.

In der Pizzeria Pinocchio gibt es auch einen Außer-Haus-Service. In diesemFall bedient Valery Dippel. © Udo Hennes

„Wir haben die Wände im Restaurant komplett renoviert“, sagt sie. Bei laufendem Küchenbetrieb, versteht sich, denn auch in der Schließungszeit konnten die Kunden ihre Pizza, ihr Nudelgericht oder ihren Salat telefonisch bestellen, sich bringen lassen oder persönlich abholen. Und dabei den Handwerkern dann ein wenig zuzusehen oder einfach Vorfreude zu entwickeln. Darauf, dass man die Antipasti all Italiano, die Pizza Capricciosa oder die Rigatoni Quattro Formaggi bald wieder im freundlich neu gestalteten Gastraum ebenso freundlich serviert bekommen könnte.

30 statt 60 Sitzplätze

Das ist jetzt so weit – wenn auch die Plätze im Restaurant wegen der Umsetzung der Abstandsregeln von früher 60 auf aktuell 30 eingeschränkt werden mussten. So viele Gäste wie vor der Krise kommen auch noch gar nicht, „die Nachfrage hat aber schon wieder zugenommen“, sagt Nina Amorah, „etwa 60 Prozent des früheren Umsatzes“ habe man jetzt, schätzt sie.

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Immerhin schon erheblich mehr als noch vor einigen Wochen. „Das war schon schwierig“, berichtet die „Pinocchio“-Chefin. Miete und Stromkosten liefen natürlich weiter. Für die insgesamt zehn Personen, die vom Geschäftserfolg des Restaurants leben müssen, war das eine sorgenvolle Zeit. Trotz der Aussicht auf staatliche Hilfe.

Italienische Karte - mit Erweiterungen

Eine Zeit, die momentan überwunden zu sein scheint. Damit das so bleibt, will das Team um Nina und Mohamed Amorah alles tun, um die Gäste wieder zu verwöhnen. Auch wenn dazu wieder mal neue Wege gegangen werden müssten. Dass zu einem im „Pinocchio“ gefeierten Geburtstag auch mal Rouladen nach deutschem Rezept serviert werden, ist längst eine Selbstverständlichkeit, die sich der Karte nicht entnehmen lässt. Die bleibt typisch italienisch, deutet internationale Erweiterungen allenfalls durch acht verschiedene Schnitzel-Angebote an, von denen nur eines mit dem Hinweis „Italiano“ bedacht ist.

Ob es auch italienisch ist, Desserts auf der Karte zu haben, darüber gehen die Meinungen immer mal wieder auseinander. Gerade jetzt wird es nachgefragt, berichtet Nina Amorah – und deshalb wird man es bald auch im „Pinocchio“ bestellen können. Ob Eis und Tiramisu dann noch etwas typisch Italienisches sein werden, oder ob der süße Menü-Abschluss doch längst gut westfälisch verstanden wird, dürfen die geneigten Kunden selbst entscheiden.

GASTRONOMIE IN CORONA-ZEITEN
  • Restaurants, Kneipen, Eisdielen dürfen wieder öffnen – aber unter strengen Auflagen.
  • Wir nehmen das zum Anlass, uns vor Ort ein Bild zu machen, wie der Betrieb in Corona-Zeiten läuft.
  • In loser Folge stellen wir unsere heimischen Lokale vor.
  • Das „Pinocchio“ nimmt Reservierungen unter Tel. 02307 (944689) entgegen.
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