Pensionierung in Corona-Zeiten: Hannelore Eichner hatte sich ihren Abschied anders vorgestellt

dzSüdschüle Kamen

Hannelore Eichner unterrichtete viele Jahre an der Josefschule, später Südschule, in Kamen. Ihren Abschied wollte sie eigentlich groß feiern, doch daraus wurde nichts. Schuld ist die Corona-Pandemie.

25.06.2020, 14:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wollte Hannelore Eichner mit ihrer Klasse 4c auf die Ostfriesische Insel Norderney fahren und danach groß ihren Abschied von der Südschule feiern. Eigentlich. Denn dann kam Corona. „Meinen Abschied habe ich mir anders vorgestellt“, sagt Eichner. Und sie hätte es verdient.

Immerhin unterrichtete sie 40 Jahre lang überwiegend an der Josefschule, heute Teilstandort der Südschule. Eichner studierte ab 1974 Lehramt in Paderborn, ihre Fächer waren Deutsch und Sport. Jahre später begegnete sie als junge Lehrerin Bernd Kleinschnitger. Der heutige Schulleiter der Südschule war damals selber noch Schüler. „Ich wusste schon damals, dass wir uns noch einmal begegnen werden“, sagte Kleinschnitger in seiner Rede auf dem Schulhof der Josefschule.

Kleiner Gottesdienst statt große Abschlussfete an der Südschule

Dort fand am Donnnerstagmorgen ein kleiner Gottesdienst statt, danach wurden kurze Reden gehalten vor der 4c und den wenigen Eltern, die gekommen waren. Die Stühle waren in einem Halbkreis im Schatten eines Baumes aufgestellt, mit Abstand zueinander. Eigentlich wollte man ausgiebiger feiern und vor allem mit mehr Personen. Doch Corona ließ das nicht zu.

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Südschule nimmt Abschied von Lehrerin Hannelore Eichner

Und so bedankte sich Kleinschnitger auch im Namen des Kollegiums und die Eltern vor Ort im Namen aller Eltern. Sie überreichten Eichner außerdem Geschenke: Ein Buch, in dem jedes Kind seiner Klassenlehrerin eine Seite gewidmet hat – und eine Reise nach Norderney. Denn wenn schon die Klasse nicht fahren kann, dann wenigstens die Lehrerin. Und verdient hat sie sich eine Auszeit nach den vergangenen Wochen, die eigentlich ein schöner Ausklang aus dem Lehrer-Dasein hätten werden sollen, redlich.

„Ich habe noch kein richtiges Schlussgefühl“

„Durch die Schulschließung hatten wir noch mehr Arbeit als vorher. Wir mussten viel organisieren und sobald wir fertig waren, wurde alles wieder umgeschmissen“, sagt Eichner über ihre letzten Wochen als Südschullehrerin.

Stress pur, den sie jetzt ablegen kann. „Ich habe noch kein richtiges Schlussgefühl. Aber das stellt sich in den nächsten Wochen und Monaten sicher ein. Das Rentengefühl“, so Eichner. Die 66-Jährige unterrichtete seit 1. August 1980 an der Pestalozzischule in Bönen und wechselte zehn Jahre später an die Josefschule in Kamen. Im August 2008 erlebte sie den Zusammenschluss mit der Südschule mit – doch an die Namensänderung kann sie sich bis heute nicht gewöhnen, wie sie gesteht: „Ich wurde als I-Dötzchen schon in einer Josefschule in Lippstadt eingeschult.“

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