„Paten der Nacht“ kritisieren Kamens Bürgermeisterin

dzKlimaschutz durch Earth Hour

Die „Paten der Nacht“ wollen in Kamen Erhellendes zum Thema Klimaschutz beitragen. Doch ihre Kritik, dass sich Kamen nicht an der lichtlosen Earth Hour beteiligt hat, geht wohl ins Leere.

Kamen

, 22.07.2020, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kritik an der Stadt Kamen von den sogenannten „Paten der Nacht“ ist harsch. Die Gruppierung, die sich gegen Lichtverschmutzung einsetzt und für den 17. September eine sogenannte „Earth Night“, in der das Licht abgeschaltet wird, ankündigt, hat einen offenen Brief an Bürgermeisterin Kappen geschickt. „Die Earth Hour – Sie und Ihre Kommune waren auch dieses Jahr nicht dabei! Warum?“, schreibt Initiator Paul Steinebach kritisch mit dem Verweis auf die ähnliche Veranstaltung am 17. September. Dann soll bundesweit das Licht eine ganze Nacht abgeschaltet werden.

Seit 2015 beteiligt sich die Stadt an der Earth Hour

Kritik, die die Bürgermeisterin so zum Strahlen bringen könnte, dass ganz Kamen leuchten würde. Ihr Sprecher Rüdiger Büscher sagt augenzwinkernd. „Da war es bei uns wohl zu dunkel, um das zu sehen: Wir beteiligen uns seit 2015 durchgehend an der Earth Hour.“

Man habe in diesem Jahr nicht nur die Rathaus-Beleuchtung abgeschaltet, auch die Lichter an Stadtbücherei, Telgmann-Brunnen und an der verschlungenen Rohr-Skulptur im Kreisel vor der Partnerschaftsbrücke. Auch die Ev. Gemeinde Kamen hatte sich beteiligt und die Beleuchtung am Schiefen Turm, Kamens Wahrzeichen, ausgeschaltet. Für die Stadt Kamen, so hieß es, habe es Symbolcharakter, dass das städtische Wahrzeichen in die Aktion eingebunden sei.

Das „menschengemachte Kunstlicht“ reduzieren

Die Earth Night „ist ein Ereignis, bei der Menschen versuchen, für wenigstens eine Nacht im Jahr das menschengemachte Kunstlicht so weit wie möglich zu reduzieren“, heißt es auf der Website der Initiatoren.

An dem 17. September soll bundesweit ab 22 Uhr für eine Nacht das Licht ausgeknipst werden. Anders als bei der Earth Hour, bei der das Licht für nur eine Stunde abgeschaltet wird.

Die Aktion will „auf die exzessive Nutzung von nächtlichem Kunstlicht und seine Folgen für Mensch, Umwelt und Natur aufmerksam machen“. Sinnlos leuchtendes sowie fehlgelenktes Licht sei pure Energieverschwendung und schade dem Klima. Zudem lasse es den Sternenhimmel verblassen und mache den Schlaf weniger erholsam.

Offener Brief auch an die Fraktionen im Stadtrat

Steinebach kündigte an, den offenen Brief auch den Fraktionen im Stadtrat zuzuleiten, in der Hoffnung, dass sie und die Bürgermeisterin das Thema erhellen würde.

Ob die Stadt Kamen am 17. September nun auch das Licht ausschaltet, ist noch nicht bekannt. Ein leuchtendes Beispiel für derlei Anfragen war das Anschreiben der „Paten der Nacht“ aber vermutlich nicht.

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