Parken ohne Parkscheibe – keine Ausnahme für Motorroller

dzÄrger über Knöllchen

Keine blaue, sondern eine rosa Parkscheibe. Dafür gab es kürzlich ein Knöllchen in Kamen. Auch Helmut Voss, ein Rollerfahrer, schildert sein persönliches Parkscheiben-Problem.

Kamen

, 19.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fall einer rosa Parkscheibe sorgte jüngst in Kamen für Aufsehen. Ein Unnaer Autofahrer hatte dafür in der Kamener Innenstadt einen Strafzettel über 10 Euro bekommen – und fand das übertrieben. Auch Helmut Voss sieht sich als Opfer strenger Kontrollen.

Der Wasserkurler fährt Motorroller. Bereits im Frühjahr, so schildert er, habe er ebenfalls zehn Euro wegen eines Parkverstoßes zahlen müssen. Durch den Fall der rosa Parkscheibe fühlt er sich jetzt an seine Verkehrssünde erinnert.

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Bei der Polizei schlau gemacht

Bei Voss war aber nicht die falsche Farbe der Parkscheibe ein Problem, sondern dass sie fehlte. Er hatte seinen Roller an der Bahnhofstraße abgestellt und war sich angeblich nicht bewusst, dass eine Parkscheibe vorgeschrieben war. Ein Roller ist kein Auto, und er hatte platzsparend zwischen zwei Parkboxen geparkt. „Nachdem ich wieder nach Hause fahren wollte, hatte ich auch ein Ticket am Lenker“, erzählt er.

Kamener Innenstadt

Kostenlos parken

  • In der Kamener Innenstadt ist das Parken auf städtischen Parkplätzen kostenlos. Parkgebühren werden außer in privaten Parkhäusern nicht erhoben, aber es gibt an einigen Stellen Parkzeitbeschränkungen, so auch an der Bahnhofstraße.
  • Die Stadt Kamen hat den Kontrolldruck in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht, was sich an entsprechend steigenden Einnahmen zeigt.

Anschließend fuhr er zur Polizei, um sich über den Hintergrund schlau zu machen. Dort will er erfahren haben, dass eine Parkscheibe „fest installiert“ an den Roller gehört. „Wieder was gelernt und das Stadtsäckel mit 10 Euro gefüllt“, meint Voß.

Egal ob Autos, Lkw, Motorräder, Motorroller oder Anhänger – solche Fahrzeuge brauchen laut Straßenverkehrsordnung eine Parkscheibe. Das Problem: Der Lenker eines Rollers ist kein Armaturenbrett, auf dem sich die Parkscheibe einfach ablegen lässt. Manche Fahrer vertrauen darauf, dass die Ordnungshüter ein Auge zudrücken. In welchen Städten und an welchen Stellen das durchgeht, zeigt nur die Erfahrung. An der Bahnhofstraße in Kamen hat Helmut Voss jedenfalls Pech gehabt und muss für seine Verkehrssünde blechen.

Eine Parkbox, mehrere Parkscheiben

Und wie muss er die Parkscheibe nun anbringen? Stadtsprecher Peter Büttner klärt ein mögliches Missverständnis auf. „Für den Gesetzgeber spielt es keine Rolle, wie die Scheibe angebracht ist.“ So würde es theoretisch genügen, die Scheibe beispielsweise am Lenker festzuklemmen oder mit einem Band zu befestigen. Im Handel gibt es zum Beispiel Kombihalterungen, die sowohl für Parkscheiben als auch für Parkscheine geeignet sind. Diese Lösung hat den Vorteil, dass die Parkscheibe weniger leicht gestohlen werden kann.

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Das Argument, dass ein Roller ja weniger Platz als ein Auto wegnimmt, muss Kontrolleure nicht beeindrucken. Dazu passt ein Beispiel, das Büttner nennt. „Können auf einer Stellfläche mehrere Motorräder parken, muss jedes mit einer Parkscheibe ausgestattet sein“, erklärt er. Die Parkscheibe bezieht sich also nicht auf die Parkbox, sondern auf das Fahrzeug.

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