Paketzusteller behält Ware für 466 Euro für sich

dzAmtsgericht Kamen

Eine Frau hatte Kleidung im Wert von 466,67 Euro bestellt. Erreicht hat sie das Paket allerdings nie. Stattdessen soll der Postbote die Kleidung behalten haben. Den Vorwurf stritt er ab.

von Jana Peuckert

Kamen

, 04.12.2019, 15:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Begeistert hatte eine Frau aus Kamen die vielen Sonderangebote eines Kleidungsgeschäftes genutzt, und fleißig bestellt. Doch die Freude darüber verschwand, als sie feststellen musste, dass ihr Paket abhanden gekommen war.

Am Mittwoch verurteilte der Richter im Amtsgericht Kamen einen Paketzusteller dafür wegen Unterschlagung zu sechs Monaten Haft. Er sah es als erwiesen an, dass der 38-Jährige am 11. Juli vergangenen Jahres, nachdem er die Frau nicht zu Hause angetroffen hatte, einfach irgendeine Unterschrift auf den Scanner gekritzelt und das Paket mit Kleidung im Wert von 466,67 Euro für eine spätere Abholung deponiert hatte.

„Ich habe definitiv nichts getan, das steht fest“, stritt der Angeklagte den Vorwurf ab. Genaue Erinnerungen an den Vorfall hatte er jedoch nach eigenen Angaben nicht. Die Frau gab im Zeugenstand an, das Paket nicht bekommen zu haben. Manchmal hätten Zustellungen auf der Terrasse gelegen. Dann sei immer ein Zettel im Briefkasten gewesen. An dem Tag habe sie aber weder das eine, noch das andere vorgefunden.

Unterschrift war offenbar gefälscht

Als der Richter ihr die Unterschrift vom Scanner zeigte, erklärte sie sofort, dass es nicht ihre sei. Zum Beweis legte sie ein Dokument mit ihrer Signatur vor. Tatsächlich stimmte die Schrift nicht überein. Der zweite Mann des Zustellerteams, der den Wagen fuhr, gab im Gericht an, der Angeklagte sei ohne Paket zum Auto zurückgekehrt und habe erklärt, die Sendung auf der Terrasse abgelegt zu haben.

Während der Vertreter der Staatsanwaltschaft und der Verteidiger des Kameners unter anderem diese Zeugenaussage zum Anlass nahmen, einen Freispruch zu fordern, sah es der Richter als erwiesen an, dass sich der 38-Jährige wegen Unterschlagung strafbar gemacht hatte. Bei der Urteilsfindung fielen insgesamt 18 Eintragungen im Vorstrafenregister, darunter Diebstähle, Schwarzfahrten, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, negativ ins Gewicht.

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