Paarungsakt bei Flussflohkrebsen kann mehrere Wochen dauern

dzSeseke und Kuhbach

Er ist maximal 2,2 Zentimeter groß und ist grau- bis gelbbraun: Biologen haben den Flussflohkrebs in der Seseke, in der Körne, im Heerener Mühlbach und im Kuhbach in Bergkamen nachgewiesen.

Kamen, Bergkamen

, 14.06.2019, 16:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Krebse vermutet man in Deutschland eher an Nord- und Ostsee, aber die kleinen Gliederfüßler sind auch in der Seseke, in der Körne, im Heerener Mühlbach und im Kuhbach in Bergkamen zu Hause. Darauf weist der Lippeverband in einer Mitteilung hin und bezieht sich dabei auf den Nachweis des Flussflohkrebses.

Der in der Fachsprache Gammarus roeseli genannte Flohkrebs sei auf den ersten Blick leicht mit einer Garnele zu verwechseln. In Gewässern mit ausreichender Sauerstoffversorgung finde man den kleinen Flussbewohner, der somit ein Indikator für eine gute Wasserqualität sei. Der Lippeverband kürt den kleinen Krebs im Juni zum „Flussbewohner des Monats“.

Paarungsakt bei Flussflohkrebsen kann mehrere Wochen dauern

Die Experten Sylvia Mählmann und Sandra Buchholz bei der Probenahme an der Lippe. © Rupert Oberhäuser

Der Flussflohkrebs ist maximal 2,2 Zentimeter groß und hat eine grau- bis gelbbraune Farbe. In stehenden oder langsam fließenden Gewässern mit reichlich pflanzlichem Nahrungsangebot fühlt er sich besonders wohl. Ursprünglich stammen die Flussflohkrebse vom Balkan, im Laufe der Zeit haben sie sich aber auch in anderen Gewässern angesiedelt.

Insgesamt werden circa 30 bis 40 verschiedene Flohkrebsarten gezählt, die deutsches Süßwasser besiedeln. „In einem renaturierten Gewässer lassen sich die Gammariden recht schnell nieder. Ist der Weg mal etwas weiter, lösen sie auch gerne ein ,Flugticket‘ und reisen als blinde Passagiere im Gefieder von Wasservögeln mit oder heften sich an Bootsrümpfe“, sagt die Biologisch-technische Assistentin Sylvia Mählmann.

Bewohner des Monats

Lebendige Lippe

Durch das Programm „Lebendige Lippe“ soll sich der längste Fluss in NRW natürlicher entwickeln. Diese Veränderungen erfassen die Lippeverbands-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Labors anhand von Probenahmen entlang der Lippe und ihrer Nebenläufe, darunter die Seseke. Dabei untersuchen sie regelmäßig insgesamt 431 Kilometer Wasserläufe im Verbandsgebiet. Ausgewählte Lebewesen, die etwas über die Wasserqualität verraten, stellt der Lippeverband in seiner Serie „Bewohner des Monats“ vor.

Der Flussflohkrebs ist nicht nur sehr mobil, sondern auch bei der Art und Weise seiner Fortbewegung recht flexibel. Die Vorderbeine werden als sogenannte Schreitbeine bezeichnet, die er wie eine Art Ruder einsetzen kann. Kleinere Strecken schwimmt der Flohkrebs in Seitenlage über den Gewässergrund. Für weitere Entfernungen bewegt sich der Krebs aufrecht – ähnlich einem Seepferdchen – durchs freie Wasser.

Bis zu neunmal können sich die Flussflohkrebse in einem Jahr vermehren. Der Paarungsakt kann bis zu mehreren Wochen dauern. In dieser Zeit schwimmen das Weibchen und das Männchen, welches sich auf dem Rücken seiner Gattin festklammert, gemeinsam umher. Nach Ende der Paarung lösen sie sich wieder voneinander. Beim Transport von Eiern und Embryonen orientiert sich der Flussflohkrebs an einem ganz anderen Tier: „Dann wird er zum Känguru unter den Krebsen‘“ sagt Sylvia Mählmann. Denn die befruchteten Eier und Embryonen trägt das Weibchen in einer Brusttasche unter seinem Körper, bis diese ins Wasser entlassen werden können.

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