Oster-Schreddern und neue Spielgeräte: So nutzte der Baubetriebshof die Coronapause

dzArbeiten fürs Stadtbild

Die Kamener Servicebetriebe haben die Coronapause zu vielfältigen Verbesserungen des Stadtbilds genutzt. Und in Rottum wurde eine echt gute Idee aus der Not geboren.

von Werner Wiggermann

Kamen

, 11.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Feste soll man bekanntlich feiern wie sie fallen – aber wenn sie ausfallen, zum Beispiel wegen Corona-Beschränkungen, dann hat man Zeit für anderes. Zeit, die die Kamener Servicebetriebe ausgiebig genutzt haben.

Wo immer städtisches Leben eingeschränkt wurde in den vergangenen Wochen, wo Veranstaltungen ausfielen oder normale Aufgaben an den Schulen wegen der Krise nicht durchgeführt werden konnten, hatte der städtische Baubetriebshof weniger Arbeit.

„Wir konnten uns daher Aufgaben zuwenden, die sonst schon eher liegen bleiben“, erklärt Reiner Steffen, Leiter der Kamener Servicebetriebe, „und wir haben tatsächlich eine ganze Menge abgearbeitet.“

Die gesamte Fläche ist jetzt mit Sand bestreut. Außerdem gibt es einen neu gestalteten Eingang und eine neue Erlebniszone in Form eines großen Kanalrohrs.

Die gesamte Fläche ist jetzt mit Sand bestreut. Außerdem gibt es einen neu gestalteten Eingang und eine neue Erlebniszone in Form eines großen Kanalrohrs. © Marcel Drawe

Vier Spielplätze aufgewertet

Zum Beispiel konnte man den Spielraum an frei gewordener Arbeitszeit nutzen, um Kinder ein bisschen glücklicher zu machen und bereits geplante Sanierungs- und Ergänzungsarbeiten an Spielplätzen durchzuführen.

Ein neues Spielhaus und ein Schiffswrack zieren jetzt etwa den Spielplatz an der Bergstraße in Heeren, der Platz zwischen den beiden Kirchen in der Innenstadt erhielt eine neue Kletterpyramide, neue Drehkarussells haben die Plätze am Holunderweg und an der Derner Straße aufgewertet.

Sehr umfangreich wurden auch Wünsche von Hundebesitzern an der Auslaufzone am Galgenberg erfüllt: Eine neue Drainage macht die Fläche wetterfester, der Zugang wurde mit einem neuen, doppelten Tor gesichert, der Bereich um die alte Bushaltestelle neu gepflastert.

Rad- und Gehwege geglättet

Nicht spektakulär, aber immerhin deutlich sichtbar verbessert wurden die Oberflächen der Radwege an der Heerener und der Derner Straße, am Schönen Fleck, an der Mühlen-, Berg- und der Germaniastraße. Am Gehweg des Reckhofs nahmen sich die Fachleute des Baubetriebshofs des durch Baumwurzeln sehr uneben gewordenen Pflasters an.

Weil in den Schulen während der Zwangsschließung auch einmal Bauarbeiten möglich waren, erhielten mehrere Räume – unter anderem der Real- und der Astrid-Lindgren-Schule – einen neuen Anstrich; ebenso wie das Bürgerbüro im Rathaus, in dem bekanntlich auch wochenlang kein Publikumsverkehr möglich war.

Die Schreiner der Servicebetriebe hatten mit der Anfertigung der Halterungen für Desinfektionsmittel reichlich zu tun. Zudem montierten sie „Spuckwände“ im Bürgerbüro sowie in Sekretariatsräumen und Bibliothek.

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Die klimaschützende Alternative zum Osterfeuer

Besonders einfallsreich ging der Baubetriebshof übrigens mit einer Bitte aus Rottum um. Als klar wurde, dass alle Osterfeuer wegen der neuen Corona-Regeln abgesagt werden mussten, meldeten sich die gesetzestreuen Dorfbewohner im Rathaus: Ihr traditioneller Reisighaufen sei doch bereits aufgeschichtet, ob denn wirklich nichts zu machen sei?

Es war etwas zu machen: Der Baubetriebshof stellte seinen großen Schredder für Rottum ab, am Freitag und Samstag kreierten die Rottumer dann einen etwas anderen Umgang mit dem vorösterlichen Strauchschnitt. In abstandsbewusster und dennoch fröhlicher Runde wurde das Holz zu Hackschnitzel und Mulch verarbeitet.

Und aufgrund der ausgesprochenen Umweltfreundlichkeit des Verfahrens ist es vielleicht sogar denkbar, dass die klimaschonende Alternative zum Osterfeuer irgendwann gute neue Tradition wird.

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