Ostendorff wirft der Stadt vor, der Bahn nicht genau genug auf die Finger zu schauen

dzFliesen-Fiasko am Bahnhof

Die Zerstörung historischer Fliesen am denkmalgeschützten Kamener Bahnhof ruft den Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff auf den Plan. Der Grüne kritisiert die mutmaßliche Untätigkeit der Stadtverwaltung.

Kamen

, 13.12.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadtverwaltung soll der Deutschen Bahn beim Umbau des Bahnhofs-Empfangsgebäudes besser auf die Finger schauen – das meint offenbar der Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff. Der Grünen-Politiker aus Bergkamen meldete sich am Freitag mit einer kritischen Stellungnahme zum sogenannten Fliesen-Fiasko im Kamener Bahnhof.

Ostendorff hat den Eindruck, dass die Stadtverwaltung die Entwicklung im Empfangsgebäude vernachlässigt. „Ohne wahrnehmbare Aktivität hat die Kamener Stadtspitze bereits zugesehen, wie die Deutsche Bahn AG die am Bahnhof etablierte Bäckerei aus dem Vertrag herausgedrängt hat, verbunden mit der Ankündigung einen eigenen DB-Store zu eröffnen“, blickt er zurück auf das Jahr 2018, als die Bäckerei Büsch auszog.

Eröffnung erst im Frühjahr 2020

Zwischenzeitlich hat die Deutsche Bahn nach längeren Verzögerungen mit dem Einbau eines Nachfolgeschäfts („DB Service Store“) begonnen. Ein auftretender Wasserschaden sorgte jedoch für Zeitverzug. Mit einer Eröffnung wird erst im Frühjahr 2020 gerechnet. Zudem entdeckten Passanten historische Fliesen im Bauschutt und lösten einen Alarm bei Denkmalschützern aus. Die Stadt Kamen beschwichtigte zunächst, die Fliesen seien nicht geschützt; dann stellte die Stadtverwaltung das Innere des Bahnhofsgebäude unter Denkmalschutz und schloss damit eine Schutzlücke. Die Fliesen stammen aus der Bauzeit des Bahnhofs vor 165 Jahren.

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Ostendorff kennt den Kamener Bahnhof gut, weil er von dort regelmäßig mit dem Zug nach Berlin fährt. Er vermisst wie viele andere Reisende auch den Bahnhofsbäcker und hatte sich wegen der Umstände der Schließung der Bäckerei Büsch schon bei Bahnvorstand Ronald Pofalla beschwert. In seiner aktuellen Stellungnahme erklärt Ostendorff: Die Wiederaufnahme einer Geschäftstätigkeit ist „dringend notwendig“, um den Bahnhof „zu beleben“ und diesem, nach dem Verlust der Bäckerei, wieder einen „höheren Aufenthaltswert“ zu bescheren. „Seitens der Stadt scheint dies aber nicht auf der Prioritätenliste zu stehen“, behauptet der Bundestagsabgeordnete. „Die späte Entdeckung der historischen Fliesen, im bis dato nur äußerlich denkmalgeschützen Gebäude, ist nur ein i-Tüpfelchen, der offenbar bislang wenigen Bereitschaft, sich des Themas Bahnhof ernsthaft anzunehmen.“

Stadt und Bahnhofsmanagement haben verabredet, dass Teile des noch erhaltenen historischen Fliesenbodens in den neuen Boden des DB Service Store integriert werden. Baufortschritte waren in dieser Woche nicht zu erkennen.

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