Ein virtuelles Haus für mehr Verbundenheit zur Heimat – ganz ohne Kontaktverbot

dzHeimat

Weil sie keine richtige Heimatstube haben, erschufen die Ortsheimatpfleger in Südkamen ein virtuelles Heimathaus. Denn der Stadtteil hat mehr zu bieten, als manche vielleicht glauben.

Südkamen

, 25.03.2020, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hätten die Ortsheimatpfleger Peter Resler und Karl-Ernst Böhm gerne ein eigene kleine Heimatstube, in der sie das aufbewahren können, was sie in den vergangenen Jahren gesammelt haben. Ob die Geschichte des Knappen- oder Schützenvereins oder die Feuerwehr – Resler und Böhm haben alles gesammelt, was sie über die Geschichte finden konnten. Irgendwann stellte sich jedoch die Frage, wie man den Südkamenern die Fakten und Geschichten aus ihrem Ortsteil nahe bringen kann.

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Weil eine Heimatstube noch „Zukunftsmusik“ sei, wie Resler es ausdrückt, kam er auf die Idee, einen virtuellen Raum zu schaffen. Er begann langsam damit, eine Internetseite einzurichten, Dokumente einszuscannen. Richtig ins Rollen kam das Projekt nach der Bürgerversammlung, in der es darum ging, was mit dem Geldtopf, der dem Stadtteil zur Verfügung steht, angefangen werden kann.

Resler stellte seine Idee für das virtuelle Heimathaus vor. „Die Idee fand Anklang, das gab mir einen Energieschub. Dann habe ich richtig angefangen.“

Im Südkamener Heimathaus geht es auch um Zukunft und Gegenwart

Obwohl wahrlich kein IT-Experte, befasste sich Resler mit der Technik und gestaltete die Internetseite www.heimatpflegesuedkamen.de. Das virtuelle Heimathaus soll sich nicht nur mit der Geschichte des Ortsteils befassen. „Wir definieren Heimatpflege als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, so Resler. Er wünscht sich, dass die Südkamener sich ihrem Stadtteil verbunden fühlen. „Viele sind in den 70ern zugezogen.“

Auf der Seite sind neben Schätzen aus der Geschichte die Vereine aufgeführt und kommende, geplante Aktionen aufgelistet. Resler betont zudem, dass es sich um eine Arbeitsbühne und eine Diskussionsplattform handelt. Wer etwas ergänzen möchte, einen Fehler bemerkt oder eine Idee hat, darf sich gerne an die Ortsheimatpfleger wenden. „Die Seite soll leben“, so Resler.

Peter Resler und Karl-Ernst Böhm sind Ortsheimatpfleger in Südkamen und Kamen Süd. Für den Süden der Sesekestadt haben sie einige Ideen. Dazu gehört auch eine informative Fahrradtour am 29.Juli.

Peter Resler und Karl-Ernst Böhm sind Ortsheimatpfleger in Südkamen und Kamen Süd. Für den Süden der Sesekestadt haben sie einige Ideen. Dazu gehört auch eine informative Fahrradtour am 29.Juli. © Stefan Milk

Hört man Resler reden, merkt man schnell, wie viel in dem Stadtteil steckt – geschichtlich wie aktuell. So soll Südkamen einst ein armes Bauerndorf gewesen sein „mit den schlechtesten Straßen“, sagt Resler. Heute sei es zum Wohnen beliebt und könne mit Gewerbegebieten wie dem Kamen Karree oder dem Zollpost aufwarten. Und auch über einige Gebäude erfuhren Resler und Böhm bei ihren Recherchen Neues. Zum Beispiel über die imposante Villa Lechleitner.

„Hier gibt es für Ortsheimatpfleger sehr viel zu entdecken“, sagt Resler. Während er im Oktober 2018, als er den Posten des Ortsheimatpflegers übernahm, noch nicht ganz sicher war, was seine Aufgaben sein würden, hat er mittlerweile viele Ideen.

Ortsheimatpfleger aus Kamens Süden haben viele Ideen

So haben er und Böhm eine Förderung für ein mobiles Heimatmuseum beantragt, das künftig auf Vereinsfesten oder Stadtfesten die Geschichte Südkamens zur Schau stellen wird, außerdem ist im Sommer eine Fahrradtour zu ehemaligen Bauernhöfen geplant und auch über einen Verein denken sie nach.

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Und am liebsten möchte Resler demnächst eine richtige Heimatstube einrichten, um dort auch Dinge auszustellen, die man nicht auf eine Internetseite laden kann. Ins Auge gefasst hat er einen Raum in der ehemaligen Polizeikaserne, über deren Zukunft im Ort schon gemunkelt wird.

So lange es aber keinen Raum gibt, tüftelt Resler weiter an dem virtuellen Heimathaus. Und das dürfen Interessierte immerhin auch in der Corona-Krise besuchen: „Hier muss man kein physisches Kontaktverbot einhalten.“

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