Der Apotheker Gerd Böckmann, Bürgermeisterin Elke Kappen und Dr. Peter Puth vom VfL Kamen werben für die Organspende. © Stefan Milk
Tag der Organspende

Organspende rettete Apotheker Gerd Böckmann das Leben

Die Nachricht war niederschmetternd. Der Kamener Apotheker Gerd Böckmann sollte nur noch ein Jahr zu leben haben. Doch eine Organspende rettete ihn.

Als der Kamener Apotheker Gerd Böckmann vor sieben Jahren von seinem Arzt erfuhr, dass seine Leber irreparabel zerstört sei und er deshalb nur noch maximal ein Jahr zu leben hätte, fiel er natürlich aus allen Wolken. „Wie kann das sein?“ fragte er sich. „Immer einigermaßen gesund gelebt und jetzt das?“

Der Grund für diese schockierende Nachricht hatte mit der schleichenden Erkrankung seiner Galle zu tun. Deren Fehlfunktion hatte wiederum die Leber irgendwann komplett zerstört, was nicht einmal mit Medikamenten zu verhindern gewesen wäre. Doch nicht der Gedanke an den nun unausweichlichen Tod war das Schlimmste für Gerd Böckmann, sondern vielmehr der Gedanke, dass er bald seine drei Kinder auf dem Weg in das Erwachsenwerden nicht mehr begleiten könne.

Ein halbes Jahr nach vernichtender Diagnose klingelte das Telefon

Aber Gerd Böckmann hatte richtig viel Glück. Nur ein halbes Jahr nach der vernichtenden Diagnose klingelte bei ihm das Telefon. „Wir haben eine passende Spenderleber für Sie gefunden“, verkündete die Stimme am anderen Ende der Leitung. „Kommen sie umgehend zur Organtransplantation in die Klinik.“ Die Leber, die Böckmann dann bekam, stammte von einem Menschen, der zu Lebzeiten erklärt hatte, dass nach seinem Tod all seine Organe für Organspenden entnommen werden dürfen.

„Was man selbst nehmen würde, sollte man auch anderen geben“

Genau diese lebensrettende Erfahrung treibt Gerd Böckmann seitdem an, jeden Bürger aufzufordern, eine Entscheidung zur Organspende zu treffen. Er selbst trägt seit über 30 Jahren einen Organspende-Ausweis bei sich und musste inzwischen erfahren: Die Wahrscheinlichkeit, selbst einmal ein lebenswichtiges Organ zu benötigen, ist um ein Vielfaches höher, als die Wahrscheinlichkeit, für eine Organspende in Frage zu kommen. „Was man selbst in Anspruch nehmen würde, sollte man auch anderen geben wollen“, so sein Fazit.

„Tag der Organspende“ am ersten Samstag im Juni

Damit allen Menschen in Deutschland immer wieder bewusst wird, wie wichtig die Bereitschaft zur Organspende ist, findet seit 1983 jeweils am ersten Samstag im Juni der „Tag der Organspende“ bundesweit statt. Und damit sich auch die Bürgerinnen und Bürger in Kamen direkt vor Ort informieren können, wird Gerd Böckmann, der auch Sprecher des „Netzwerks Organspende NRW“ ist, mit seinen Unterstützern an diesem Samstag gleich drei Informationsstände aufbauen: auf dem Alten Markt an der Sparkassen-Uhr, in der Weststraße vor der Westentor-Apotheke und auf der Tennisanlage des VfL Kamen im Hemsack.

Informationen und Organspende-Ausweise an den Aktionsständen

Wenn am Montag auch das Rathaus wieder öffnet, wird es im Eingangsbereich sogar den vierten Info-Stand geben, verkündete Bürgermeisterin Elke Kappen, die ebenfalls seit vielen Jahren Inhaberin eines Organspende-Ausweises ist.

An den vier Infoständen gibt es natürlich nicht nur viele Informationen, man kann auch gleich zur Tat schreiten und seinen persönlichen Organspende-Ausweis ausfüllen.

Und dass sich ein Info-Stand auch auf der Tennisanlage des VfL befindet, wo am Samstag zudem das erste Heimspiel stattfindet, hat eine besondere Bewandnis, erläuterte Dr. Peter Puth, ehemaliger Hausarzt und Vorsitzender der Tennisabteilung des VfL Kamen. „Gleich drei unserer Mitglieder spielen heute hier nur deshalb auf, weil sie einst zum richtigen Zeitpunkt mit einer Organspende ihr zweites Leben geschenkt bekommen haben.“

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