„Picnic“ schaut sich in Kamen um: Lebensmittel wie vom Milchmann

dzWirtschaft

Lebensmittel per App bestellen: Was in anderen Städten schon etabliert ist, erreicht bald vielleicht auch Kamen. Der Online-Supermarkt sucht nach einem neuen Standort.

Kamen

, 11.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In größeren Städten wie Düsseldorf oder Bochum gehören die kleinen Elektroautos des Unternehmens „Picnic“ schon zum Stadtbild. Im Kreis Unna sieht man die wendigen Flitzer noch nicht. Das kann sich aber bald ändern. „Kamen für uns interessant“, verrät Lisa Kostenko von der Picnic-Marketingabteilung.

Mit einem kleinen Team steht sie am Dienstagvormittag auf dem Alten Markt in Kamen, um Werbefotos zu schießen. Die beiden Fahrer Jolanda Verhoeven und Joshua Jansen strahlen mit einer Essenslieferung in die Kamera.

Die Hinweise, dass „Picnic“ einen neuen Standort in der Sesekestadt eröffnen wird, verdichten sich. Ob allerdings in Kamen oder doch in Bergkamen eine neue Haltestelle für die Lieferwagen eröffnet wird, sei noch nicht klar. „Das kommt auch auf die Immobilien an“, sagt Kostenko. Sie schließt jedoch nicht aus, dass demnächst von Kamen aus Kunden mit Lebensmitteln beliefert werden. Die würden erst zur Haltestelle geliefert und dann von dort aus zu den Kunden transportiert.

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Das Konzept des Unternehmens funktioniere nach dem Milchmannprinzip, erklärt die Sprecherin. „Wir schauen und Viertel und Straßen an, in der sich Kunden für uns interessieren und fahren dann mehrere nacheinander ab.“ Diese Routenplanung sei kostensparend und ermögliche dem Unternehmen, die Ware gratis zu liefern.

„Picnic“ beliefert nach dem Milchmannprinzip

Seine Produkte bekommt das Unternehmen von festen Zulieferern. Es sei jedoch auch immer auf der Suche nach lokalen Lieferanten, wie zum Beispiel Bauern, Metzger oder Bäcker. Dass „Picnic“ keine Filialen oder großen Lagerräume unterhalten muss, ermögliche es dem Unternehmen, zu Discounter-Preisen zu liefern, so Kostenko.

Der Online-Supermarkt „Picnic“ will mit günstigsten Preisen, Gratislieferung, 20-minütigem Lieferfenster und eigens entwickelter Elektro-Van-Flotte den Lebensmittel-Einzelhandel in Deutschland revolutionieren. Vielleicht starten die Autos bald von Kamen aus.

Der Online-Supermarkt „Picnic“ will mit günstigsten Preisen, Gratislieferung, 20-minütigem Lieferfenster und eigens entwickelter Elektro-Van-Flotte den Lebensmittel-Einzelhandel in Deutschland revolutionieren. Vielleicht starten die Autos bald von Kamen aus. © pa/obs/Picnic

Die Bestellungen laufen per App über die die Elektro-Wagen via Live-Radar auch verfolgt werden können. „Ähnlich wie damals der Milchmann, sind wir immer zu festen Zeiten in deiner Straße“, steht auf der Seite des Unternehmens. Dort wird auch erklärt, wie man sich anmelden kann und wie die Bestellungen funktionieren. Noch ist das für potenzielle Kunden im Kreis Unna jedoch uninteressant. Aber möglicherweise nicht mehr lange.

Flaschenpost und Abokiste beliefern Kamen bereits mit Lebensmitteln

Das im Jahr 2015 in den Niederlanden gegründete Unternehmen ist freilich nicht das erste, das Kunden mit Lebensmitteln versorgt. In Kamen ansässig ist auch die Firma „Flaschenpost“. Flaschenpost liefert zwar vor allem Getränke, aber auch Lebens- und Haushaltsmittel. Im Gegensatz zu „Picnic“, das nur eine Haltestelle für die Wagen sucht, eröffnete Flaschenpost im Sommer vergangenen Jahres ein Logistikzentrum in Kamen. Dort werden die Produkte gelagert und innerhalb von zwei Stunden an die Kunden im Kreis Unna geliefert – so das Versprechen.

Des Lebensmittellieferanten Picnic beliefert seine Kunden mit kleinen Elektro-Vans. Die Autos sind nur 1,35 Meter breit.

Des Lebensmittellieferanten Picnic beliefert seine Kunden mit kleinen Elektro-Vans. Die Autos sind nur 1,35 Meter breit. © picture alliance/dpa

Ein Beispiel für Lebensmittel-Lieferanten ist auch die „Abokiste“. Der Dortmunder Lieferservice bringt Kisten mit Lebensmitteln zu seinen Kunden, die auch im Kreis Unna ansässig sind.

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Bestellen kann man im Gegensatz zu Flaschenpost und Picnic allerdings nicht spontan. Die Biokisten werden nur einmal pro Woche in die jeweiligen Städte des Verbreitungsgebietes geliefert.

Und wer sich nicht entscheiden kann, der kauft einfach selbst ein. Denn von Hofläden und Metzgern bis hin zu Supermärkten und Discountern gibt es in Kamen bereits alles, was man zum Leben braucht.

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