Ohne Führerschein am Steuer – und dann wird der Fahrer von einem Auto gerammt

dzDumm gelaufen

Sein Auto wird zufällig gerammt, als er ohne Fahrerlaubnis am Steuer sitzt: Ein 42-Jähriger ist durch einen unverschuldeten Unfall ins Visier der Polizei geraten. Vor Gericht versucht er, alles auf einen „Besucher aus Dubai“ zu schieben.

von Jana Peuckert

Kamen

, 13.02.2020, 15:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 2. Dezember 2018 begegneten sich zwei Fahrzeuge auf der Mühlenstraße in Kamen. Einer der beiden Fahrer verlor in einer Kurve die Kontrolle, geriet in den Gegenverkehr und rammte den zweiten Wagen auf der Fahrerseite.

Obwohl er nicht der Unfallverursacher war, musste sich ein Insasse aus dem gerammten Fahrzeug jetzt im Amtsgericht Kamen verantworten. Bei der Unfallaufnahme war nämlich herausgekommen, dass der Bergkamener keinen Führerschein hatte. Die Fahrerlaubnis war dem 42-Jährigen aufgrund einiger Einträge im Verkehrszentralregister entzogen worden. Mehrfach hatte der Mann die erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschritten. Mal um 62, mal um 38 km/h. Außerdem hatte er während der Fahrt telefoniert.

Im Gericht bestritt der Angeklagte beharrlich, gefahren zu sein. Er sei Beifahrer gewesen, ein „Besucher aus Dubai“ habe am Steuer gesessen. Das wollte der Richter nicht glauben. Aus gutem Grund. So waren am Airbag und auf dem Sitz der Fahrerseite Blutspuren des Angeklagten sichergestellt worden. Das erklärte der Bergkamener damit, dass er beim Aufprall Splitter vom Spiegel ins Gesicht bekommen habe.

Da sich die Beifahrerseite nicht öffnen ließ, so der 42-Jährige weiter, sei er über die Mittelkonsole geklettert, um das Auto durch die Fahrertür zu verlassen. Auch für die Feststellung des Richters, dass die Verletzungen des Angeklagten – linke Gesichtshälfte, linke Hand, linkes Knie – eher dafür sprächen, dass er sich zum Zeitpunkt des Unfalls auf dem Fahrersitz befunden hatte, brachte der 42-Jährige eine Erklärung. Das Auto sei nach dem Crash auf die Seite gefallen und erst durch die Kollision mit einem Verkehrsschild wieder auf allen vier Rädern gelandet. Durch die Seitenlage habe es seine linke Körperhälfte erwischt.

Bei einem dritten Argument des Vorsitzenden, fiel dem Angeklagten dann jedoch nichts mehr ein. Ein Polizist sagte im Zeugenstand aus, dass der Bergkamener direkt nach dem Unfall immer von sich als Fahrer gesprochen hatte. In diesem Moment, so der Richter, sei dem Angeklagten wohl nicht bewusst gewesen, dass er wegen der fehlenden Fahrerlaubnis Ärger bekommen könnte. Erst später hatte der 42-Jährige behauptet, nicht gefahren zu sein. Und so verurteilte der Richter den Mann schließlich zu 2700 Euro Geldstrafe und verhängte eine einjährige Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis. Den Führerschein hatte der Angeklagte einige Zeit nach dem Vorfall bereits wieder zurückbekommen, weil er verschwiegen hatte, dass ein Verfahren gegen ihn läuft. Der Richter entzog dem Angeklagten mit sofortiger Wirkung die Fahrerlaubnis. Damit durfte er nicht einmal mehr mit dem Auto vom Gericht nach Hause fahren.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Neues Baugebiet
SuS Kaiserau in Platznot: Kein Wohngebiet auf Rasenplatz ohne Neubau eines Vereinsheims
Hellweger Anzeiger Politische Stimmen
Südkamener Spange: „Hatten Hoffnung, dass der Bau nicht traurige Realität wird“
Hellweger Anzeiger Sesekepark
Nach Regen, Sturm und Gewitter: Noch keine Belastungsprobe für den Hochwasserschutz
Hellweger Anzeiger Kamener Marktplatz
Auf Zebrastreifen von Bus „geschubst“: Fußgängerin erstattet Strafanzeige
Hellweger Anzeiger Anti-Rassismus-Komödie
600 Zuschauer in der Konzertaula: Vorurteile und Schwarz-Weiß-Denken einfach weggelacht
Meistgelesen