Nordring-Großprojekt: Parkplatzwünsche von Anliegern kommen zu spät

dzRathaus antwortet

Keine Änderung mehr an den Nordring-Plänen: Die Antwort aus dem Rathaus auf eine Beschwerde über wegfallende Parkplätze ist eindeutig. Auch zur Kritik an fehlender Bürgerbeteiligung äußert sich die Stadt.

Kamen

, 18.07.2019, 17:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pläne für die Umgestaltung des Nordrings sind nach Angaben der Stadt Kamen endgültig. „Grundlegende Änderungen an den von allen Beteiligten geprüften und genehmigten Planungen können nicht mehr vorgenommen werden“, heißt es im Rathaus. Zuvor hatte der Nordring-Anlieger Martin Rieder sich bei Vize-Bürgermeister Manfred Wiedemann (SPD) über wegfallende Parkplätze beschwert und sich mit seinem Anliegen an die Öffentlichkeit gewandt.

Aus zwei Gründen soll es für Änderungen zu spät sein. „Dies hängt zum einen mit dem Stand der Umsetzung (die Baufirma ist beauftragt), zum anderen mit der Komplexität der Maßnahme zusammen“, erklärte Rathaussprecher Peter Büttner. „Die Herausforderung besteht darin, auf einer begrenzten Fläche die Belange aller Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen.“

Anwohner: 16 Parkplätze weniger

Der Anwohner hat ausgerechnet, dass bislang 34 Autos auf den Seitenstreifen passen, aber jetzt nur 18 Parkplätze eingezeichnet sind. Die Stadt erklärt, dass auf beiden Seiten „richtlinienkonforme Radwege“ angelegt werden. Dabei würden auch die Parkplätze „neu und übersichtlich angeordnet. Häufig habe es Beschwerden vor allem über Lkw gegeben, die „ungeordnet auf den Randflächen der Fahrbahn abgestellt wurden“. Künfig ist „die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht“.

Ein weiterer Kritikpunkt des Anliegers ist, dass es keine Bürgerversammlung zur Vorstellung der Pläne gegeben haben soll. Haben Anwohner, die jetzt Änderungen vorschlagen, eine Bürgerbeteiligung verpasst? Dazu erklärt die Stadtverwaltung: „Die aktuelle Planung wurde in der Vergangenheit intensiv und öffentlich beraten.“

Stadt weist Kritik an fehlender Bürgerversammlung zurück

Ab 2012 sei das Vorhaben ausführlich in mehreren Ausschüssen des Rates vorgestellt worden – mit fraktionsübergreifender Zustimmung. Medien hätten berichtet. „Die Bürgerinnen und Bürger hatten in diesem Zuge jederzeit die Möglichkeit, sich zu informieren und einzubringen. Diese Möglichkeit wurde seitdem von vielen Anwohnern aus dem Umfeld des Nordrings wahrgenommen.“ Auch als Bestandteil der Lärmaktionsplanung sei die Maßnahme detailliert öffentlich diskutiert worden.

Der Nordring bekommt bis Ende 2020 zwischen den Einmündungen Stormstraße und Bogenstraße erst einen neuen Kanal, dann eine neue Fahrbahn plus Geh- und Radwege, Fußgängerüberwege, Bushaltestellen, Bäume und Grünstreifen. Derzeit ist die Ausfahrt vom Nordring zur Stormstraße baustellenbedingt voll gesperrt.

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