Noch vor der Schulschließung: So diskutieren Schüler im Gruppenchat

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Schon bevor die Entscheidung fällt, alle Schulen in Nordrhein-Westfalen zu schließen, gibt es lebhafte Diskussionen unter Kamener Schülern. Sie sind gespannt, wie es jetzt weiter geht.

von Jana Güttler

Kamen

, 13.03.2020, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den 14-jährigen Gesamtschüler Noah war sein Schülerpraktikum schon einen Tag vor der Bekanntgabe der Schulschließungen beendet. Noah, der im Hellmig-Krankenhaus hinter die Kulissen blickte, musste wegen der gesundheitlichen Risiken für ihn und die Patienten schon vorzeitig zuhause bleiben.

Am Freitag ereilte das Schicksal auch seine Schulkameraden, die aber auch schon vorher rege diskutierten, ob es Sinn macht, das Praktikum, aber auch den Unterricht fortzusetzen. Auch die Kamener Schüler, die zurzeit bei der Bundeswehr, beim Optiker, im Autohaus oder im Elektromarkt „Brumberg“ Einblicke in die Arbeitswelt erhalten, machen sich reichlich Gedanken über die jetzige Situation.

Schüler nehmen die Lage noch relativ gelassen

„Es wird wegen Corona übertrieben“, so ein Schüler der 9D, der gerade das dreiwöchige Schülerpraktikum absolviert. Die Schülerinnen und Schüler nehmen die Lage jedoch relativ gelassen. Schon bevor klar war, dass die Schulen ab spätestens Mittwoch geschlossen werden, spekulierten sie über die möglichen Folgen.

„Wenn die Schulen in NRW schließen, denke ich, dass unser Praktikum dann auch abgebrochen wird“, schreibt die 15-jährige Christina im gemeinsamen Klassen-Chat auf WhatsApp. 25 Schüler der Klasse verständigen sich dort nicht nur seit der Corona-Krise, sondern seitdem es die Klasse seit etwa viereinhalb Jahren gibt auch über allgemeine Themen aus dem Schulalltag.

Statt Praktikum noch kurzzeitig Unterricht in der Schule

Noah, der das Praktikum im Krankenhaus abbrach, musste seine freie Zeit fortan mit anderen Schülern, deren Praktika ebenfalls abgebrochen wurden, in der Schule verbringen. „Ich soll um 8.30 Uhr zur Schule kommen und dort wird dann wahrscheinlich gemeinsam Unterricht gemacht“, schilderte er am Freitagmorgen.

Viele Schüler waren schon zu diesem Zeitpunkt der Meinung, dass keines der Praktika mehr fortgesetzt werden sollte. „Dann soll bei jedem abgebrochen werden“, meinte ein weiterer Schüler. Eine Schülerin einer anderen Klasse sagte dazu, „ich bin der Meinung, dass alle Schulen schließen sollten!“ Und so wird es ja jetzt auch kommen.

Schüler: Angst geschürt und zu Hamsterkäufen verleitet

Einige Schülerinnen und Schüler der Oberstufe bereiten sich im Moment auf ihre bald anstehenden Abiturklausuren vor. Wie diese Vorbereitungszeit und der Unterricht jetzt nach einer Schulschließung verlaufen werden, darüber werden die Schüler jetzt nach und nach informiert. Insgesamt sind Schüler aber der Meinung, dass zu viel Wind um das „Corona-Thema“ gemacht wird. Dadurch werde „das Coronavirus erst angsteinflößend gemacht“, sagte die Bönener Schülerin Ayleen. „Und durch die zu starke Vertiefung machen die Leute aus Angst Hamsterkäufe.“

Schüler sind gespannt, wie es weiter geht

Nun sind die Schüler gespannt, was die Klassenlehrer zu der Situation sagen und wie es mit jenem Unterrichtsstoff, der jetzt nicht durchgenommen werden kann, weiter geht. Zudem müssen besonders die Gesamtschüler des neunten Jahrgangs darüber informiert werden, ob sie ihre Praktikumsbetriebe jetzt ebenfalls verlassen müssen. Das erscheint naheliegend.

Ob die Schüler für die nicht stattfindenden Stunden Aufgaben für zu Hause bekommen, ist momentan noch nicht bekannt. Und falls es keine Aufgaben gibt, wäre wohl niemand böse.

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