Neues Örtchen in der alten Heerener Kirche

dzErweiterung

Die altehrwürdige evangelische Kirche in Heeren-Werve erhält eine Toilette. Damit sie in Zukunft noch besser als Veranstaltungsraum genutzt werden kann.

von Werner Wiggermann

Heeren-Werve

, 17.09.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ihre ältesten Bauteile stammen aus dem 14. Jahrhundert, ihre jüngsten Erweiterungsbauten – wie die Sakristei – sind immerhin auch schon 110 Jahre alt und haben sich dem gotischen Stil stets gut angepasst. Jetzt erhält die evangelische Kirche in Heeren-Werve allerdings eine spektakuläre Ergänzung: Eine Toilette wird eingebaut.

Fußweg zum Lutherzentrum ist für viele zu weit

Es geht vor allem darum, die schöne alte Kirche noch besser als Veranstaltungsraum nutzen zu können. Ein Raum nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für Konzerte, Theater oder Ausstellungen. Veranstaltungen also, die sich durchaus auch mal über mehrere Stunden erstrecken – und deren Pausen kaum ausreichen, um die Toiletten im Lutherzentrum oder im Alten Pfarrhaus aufzusuchen. Zumal der Fußweg dorthin – besonders von älteren Besuchern – als beschwerlich und auch nicht ganz ungefährlich empfunden wird.

Neubaupläne wurden verworfen

Näher lag es da schon, neben der Kirche ein kleines Mehrzweckgebäude zu errichten. Nach konkreten Planungs- und Abstimmungsgesprächen stellte sich jedoch heraus, dass eine solche Lösung technisch kompliziert und vor allem viel zu teuer geworden wäre.

Also dachte man um und kam schließlich auf die Möglichkeit, die recht geräumige Sakristei zu teilen: Auch nach der Abtrennung der neuen Toilette bleibt der Raum groß genug für seine Aufgaben und der nun abgetrennte Teil bietet sich wirklich an für die neue Nutzung. Ein Fenster und der notwendige Wasseranschluss sind vorhaben. Die schöne alte Eingangstür kann erhalten bleiben und wird nur mit einer neuen Schließeinrichtung ausgestattet. Gute Gründe, um auch die Denkmalschutz-Behörden vom Sinn des Einbaus zu überzeugen.

Spenden unterstreichen den Bedarf

Finanziert wird der Umbau durch einen Zuschuss des Kirchenkreises und vor allem durch das „freiwillige Kirchgeld“, mit dem die Gemeindeglieder konkrete Zwecke in der Gemeinde selbst fördern können. Dass sie dies gerade für den Toiletten-einbau in der alten Kirche so zahlreich und freudig getan haben, unterstreicht eindrucksvoll den allgemeinen Wunsch nach der Erweiterung.

Neues Örtchen in der alten Heerener Kirche

In die historische Fassade wird – bis auf ein kleines Edelstahlgitter vor der Entlüftung – kaum eingegriffen. © Werner Wiggermann

Und vielleicht wird der Umbau sogar beispielhaft werden. Bisher gibt es die auf den ersten Blick vielleicht immer noch ziemlich ungewöhnliche Verbindung zwischen historischen Sakralbauten und funktionalem Einbau von Serviceeinheiten noch nirgendwo im Kirchenkreis. Allenfalls in der Christuskirche in Unna-Königsborn gibt es eine Toilettenanlage, aber das schöne Jugendstilgebäude ist mit seinen gerade mal 114 Jahren auch beträchtlich jünger als die Heerener Kirche. Ähnliches gilt für die Christuskirche in Rünthe. In Unna-Lünern gibt es eine Toilette in einem Anbau – weil auch dort das Gemeindehaus deutlich zu weit entfernt ist.

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