Neuer Schwung für den Wochenmarkt: Einpacken mit der Kamener Tasche und digitaler Hilfe

dzKamener Wochenmarkt

Nicht der Wochenmarkt kann einpacken, sondern die Kunden im besten Sinne: Eine neue Tasche mit dem Markt-Logo steht kurz vor der Auslieferung. Außerdem könnte bald digitales Bestellen möglich sein.

Kamen

, 25.03.2020, 13:12 Uhr / Lesedauer: 3 min

In Zeiten von Corona wirkt auch der Wochenmarkt seltsam anders. Die ansonsten dichten Reihen der Händler haben sich gelichtet, das Angebot reduziert sich auf das Wesentliche wie Obst, Gemüse, Blumen und sonstige Frischwaren.

So frisch wie die Waren soll das Bild des Wochenmarkts auch den Kunden und möglichen Neukunden erscheinen. Aufgefrischt werden soll das Image deswegen mit einer neuen Tasche, auf der werbewirksam das Wochenmarkt-Logo aufgebracht ist. Die ersten tausend Taschen sind bestellt. „Zurzeit gibt es offenbar Lieferengpässe, möglicherweise wegen Corona, sodass die Bestellung noch nicht eingetroffen ist“, so Ingelore Peppmeier, Beigeordnete und Wirtschaftsförderin der Stadt Kamen.

Das Logo des Wochenmarkts Kamen ist künftig auf neuen Wochenmarkt-Taschen zu sehen, von denen 1000 Stück bestellt worden sind. Sie sollen in Kürze eintreffen und auf dem Wochenmarkt abgegeben werden.

Das Logo des Wochenmarkts Kamen ist künftig auf neuen Wochenmarkt-Taschen zu sehen, von denen 1000 Stück bestellt worden sind. Sie sollen in Kürze eintreffen und auf dem Wochenmarkt abgegeben werden. © Stadt Kamen

Werbeschilder für den Wochenmarkt seit 2012

„Regional, frisch, gut“, steht in grüner Schrift auf der Tasche, die von blauen Motiven aus der Frischetheke – wie Brot, Zwiebeln und Fisch – umgeben ist. Das Motiv, das auch auf großen Werbetafeln an den Ortseingängen zu sehen ist, stammt aus der Kamener Druckerei Kemna.

Vor etwa zwei Jahren war Druckermeisterin Sabine Kemna-Heckmann auf die Stadt zugegangen, um die unansehnlich gewordenen Schilder, die für den Wochenmarkt werben, zu erneuern. „Auf eigene Kosten als aktiven Beitrag für ihre Stadt“, wie Stadtsprecher Rüdiger Büscher lobend erinnert.

Der frühere Stadtmarketing-Dezernent Ronald Sostmann hatte im Jahr 2012 die ersten Schilder aufstellen lassen. An der Ausfallstraße nahe Ikea sowie an drei weiteren Hauptachsen, die nach Kamen hineinführen – sprich: an der Unnaer Straße, an der Hammer Straße, an der Lünener Straße und an der Münsterstraße.

Nachdem das Motiv aus 2012 auf den Schildern jüngst durch Kemna erneuert wurde, wandert es nun auch auf die neue Tasche.

Ungewöhnliche Lücken beim Wochenmarkt in Kamen am Dienstag. Um auf die Angebote der Händler auch außerhalb der Corona-Krise aufmerksam zu machen, hat das Stadtmarketing einige neue Ideen entwickelt.

Ungewöhnliche Lücken beim Wochenmarkt am Dienstag. Um auf die Angebote der Händler auch außerhalb der Corona-Krise aufmerksam zu machen, hat das Stadtmarketing einige neue Ideen entwickelt. © Stefan Milk

Bestellung über soziale Medien in Vorbereitung

Wie lang es den Kamener Wochenmarkt gibt, ist historisch nicht exakt erforscht. „Er war schon immer da“, sagt Büscher. Bevor die Stadt Kamen die Organisation übernommen hat, das war zur Zeit der kommunalen Neuordnung 1968, bauten die Landwirte der Region ihre Stände aus Tradition in der Innenstadt auf.

Die Orte wechselten – nicht nur die Fußgängerzone, die jetzt genutzt wird, sondern auch der Edelkirchenhof und der Alte Markt beherbergten schon Marktstände.

Eine Tradition, die nun auch ins digitale Zeitalter überführt werden soll, wie Peppmeier ausführt. „Es gibt die Idee, dass die Kunden über soziale Medien Bestellungen aufgeben können, die sie dann auf dem Wochenmarkt abholen können“, erläutert sie. Die Stadtverwaltung werde die Händler bei der Entwicklung des Angebots unterstützen. Einen Termin, wann das Angebot gestartet wird, gibt es noch nicht.

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Etwa 35 Beschicker pro Markttag

Etwa 35 Beschicker sind es in der Regel, die an den beiden Wochenmarkttagen, dienstags und donnerstags (8 bis 13 Uhr) ihre Wagen nach Kamen ziehen, die Tische aufbauen und ihre Waren auslegen.

Durch die aktuellen Corona-Verordnungen sind zurzeit indes nur Frischwaren zugelassen, sodass die Zahl geringer ist und weder die rollenden Kleiderständer zu sehen sind noch Auslagen mit Gürteln, Handtaschen und Handyhüllen. Gehandelt werden darf aber wieder mit Blumen und Pflanzen – die Floristen, die vorige Woche den Betrieb einstellten und Ware verschenkten, dürfen nach der neuen Corona-Schutzverordnung vom 22. März unter Auflagen wieder Handel treiben. Und trotzdem: Die Sortimentvielfalt ist momentan eingeschränkt.

Nur Waren des täglichen Bedarfs werden zurzeit gehandelt. Immerhin aber weiterhin an zwei Markttagen: Eine Umfrage unter den Händlern, die die Stadt Kamen durchführte, ergab, dass es weiterhin zwei Markttage geben soll und nicht auf einen Markttag reduziert wird. „Die Mehrheit will an zwei Terminen festhalten“, so Peppmeier.

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Neuer Platz auf dem Platz: Raum für neue Beschicker

Tradition ist den Markthändlern wichtig. Das erkennt man auch daran, dass die Standordnung beibehalten wird, obwohl sich durch den Abriss des Pavillons auf dem Willy-Brandt-Platz neue Räume und Möglichkeiten ergeben. „Wir haben den Händler angeboten, dass sie sich durch die veränderte Raumsituation auch anders orientieren können“, so Peppmeier.

Die Möglichkeit wollen die Händler aber nicht nutzen: Das hat mit ihren Stammkunden zu tun, die sie an den angestammten Plätzen finden – und auch mit logistischen Gründen beim Aufbau und Abbau.

Der neue Platz, der auf dem Platz entstanden ist, soll nun genutzt werden, wenn sich neue Standbetreiber melden. Einen ersten gibt es schon, der in etwa zwei Wochen erstmals vorfährt: Ein Händler, der spanische Tapas und Lebensmittel im Angebot hat. Peppmeier: „Das ist sicher eine Bereicherung.“

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