Neuer Luisenpark für Heeren mit Hühnerstall, Hochbeeten und Mini-Häusern

dzPläne vorgestellt

Aus einer verwilderten Grünanlage wird ein moderner Stadtteilpark mit Spielplätzen, Hühnerstall und Hochbeeten: Die Pläne für die Neugestaltung des Luisenparks in Heeren-Werve sind da.

Kamen, Heeren-Werve

, 13.11.2019, 14:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Willkommen im neuen Luisenpark: Der Weg in die Grünanlage führt künftig durch beschriftete Tore, deren Stahlrohr-Konstruktion an kleine Häuser erinnert. Das ist kein Zufall, denn der Gedanke an ein Zuhause für Jung und Alt hat die Planer bei der Umgestaltung des Parks in Heeren-Werve geleitet. Das Haus als Leitmotiv findet sich an verschiedenen Ecken des Parks wieder, wie aus den jetzt präsentierten Neugestaltungsplänen hervorgeht.

Gartenhaus, Hühnerhaus, Spielhaus

Zum Beispiel ein als „Gartenhaus“ bezeichneter Bereich am südöstlichen Parkzugang – aus Richtung der Seniorenwohnanlage „Laureos Residenz“ und des Sportschützen-Vereinsheims: Auf einem kleinen Platz stehen Sitzbänke und ein Tisch, dazu ein Sitzpodest. Ähnlich wie früher die Bergleute hinterm Zechenhaus können Parknutzer künftig Gemüse anbauen und Hühner halten: Das „Hühnerhaus“ ist eine Idee aus dem katholischen Kindergarten Herz-Jesu. Dazu kommen Hochbeete für Freunde des „Urban Gardening“.

Weiter in den Park hinein geht es zu einem „Kletter-Spielhaus“. Weitere Spielflächen säumen beide Seiten des von Ost nach West verlaufenden Parkwegs. Rund um zwei Bäume finden spielende Kinder ein Klettergerüst mit Rutsche und Hängebrücke, eine Schaukel, eine Wippe, eine Tischtennisplatte sowie ein kleineres Klettergerüst.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Neuer Luisenpark für Heeren-Werve

Der Luisenpark auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Königsborn II/V in Heeren-Werve soll umgestaltet werden. So sieht der Vorentwurf für die Neugestaltung aus.
13.11.2019
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Aus einer Präsentation der Stadt Kamen geht hervor, wie der Luisenpark in Heeren-Werve neu gestaltet werden soll. Vorschläge von Bürgern, auch von Kindern aus der Kita Herz Jesu, flossen ein.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Das Parkgelände liegt nördlich der Nikolaus-Otto-Straße und soll modernisiert werden.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Die Bäume im Luisenpark sollen bei der Neugestaltung erhalten bleiben.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Diese Bilder zeigen, wie es bislang im Park aussieht.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Rasen und als wild beschriebene Geholzflächen charakterisieren den Park heute.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Bei einer Ideenwerkstatt wurden 2018 Vorschläge für den Park gesammelt.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Bei einer Bürgerversammlung am 12. November wurde der Vorentwurf für die Park-Neugestaltung präsentiert.© Peter Büttner
Rund 40 Besucher kamen zur Bürgerversammlung. Die Rückmeldungen waren überwiegend positiv.© Peter Büttner
So sieht das Wegenetz im Luisenpark künftig aus.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
So stellen sich die Planer den Park künftig vor.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Der östliche Teil des Parkgeländes laut Vor-Entwurf.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Der westliche Teil des Parkgeländes laut Vor-Entwurf.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Auf den kleinen Fotos sind Gestaltungselemente für den Park zu erkennen.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen

Tierische Parkbewohner erwünscht

Hühner sind wohl nicht die einzigen tierischen Parkbewohner: Am Südrand des Parks setzt ein „Insekten- und Bienenhäuschen“ ein Zeichen gegen das Artensterben. Kleiner Gag am Rande: Auch das Heerener Wappentier wohnt in Gestalt eines „Einhorn-Federwippers“ als Spielgerät im Park.

Kurz vor dem westlichen Parkausgang Glückaufstraße liegt die Bouleanlage des Luisenparks. Die vorhandenen Ruhebänke und Sitzbalken kommen Zuschauern und Teilnehmern der Duelle auf dem Platz entgegen. Parkbesucher kann man sich auch lesend auf einer der Ruhebänke oder den überdachten „Rasthäuschen“ in der Anlage vorstellen. Der Lesestoff befindet sich in einem „Bücherhäuschen“ am Nordosteingang.

Anlieger als Paten gefragt

Künftig ist ein kleiner Rundgang durch den Park auf befestigtem Terrain möglich. Der bestehende Ost-West-Parkweg wird südlich durch einen parallel verlaufenden Weg ergänzt. In Höhe des Spielplatzes treffen beiden aufeinander. Zusätzliche Parkleuchten und einen Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern soll Spaziergängern das Gefühl geben, dass es sicher ist, durch den Park zu gehen.

Der vorliegende Plan setzt voraus, dass sich Nachbarn der Grünanlage als Paten um einzelne Elemente kümmern und sich sogar ein Freundeskreis Luisenpark gründet. Nicht nur die rege Beteiligung von Bürgern an einer Ideenwerkstatt im Mai 2018 ließ bereits ein großes Interesse an der Park-Aufwertung erkennen.

Stichwort

Ein Park für Königin Luise

  • Der Luisenpark liegt nördlich der Nikolaus-Otto-Straße auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Königsborn, Schacht II/V, in Heeren-Werve. Die verwilderte Grünanlage bietet kaum Attraktionen und soll modernisiert werden – auf Basis eines vom Stadtrat beschlossenen Stadtteilentwicklungskonzepts.
  • Ein Baustart steht noch nicht fest. Die Finanzierung aus Städtebaufördermitteln ist seit Ende 2018 gesichert. Gerechnet wird mit Baukosten in Höhe von 240.000 Euro, davon 40.000 Euro aus dem Stadthaushalt.
  • Der Name des Parks soll auf Königin Luise von Preußen zurückgehen, Mutter von Kaiser Wilhelm I. Sie gilt als Symbolfigur für den Wiederaufstieg Preußens und für die Entwicklung des deutschen Nationalstaats.

40 Interessierte bei Bürgerversammlung

Rund 40 Bürger kamen am Dienstagabend in die Seniorenresidenz Laureos, wo Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) und Marita Tegtmeier vom Dortmunder Landschaftsarchitekturbüro Müller & Tegtmeier den Planentwurf präsentierten. Die Wortmeldungen in einer Diskussionsrunde waren überwiegend positiv. Wichtige Punkte: auf Beleuchtung achten, starkes Gefälle beim Rundweg vermeiden, den Park gut ausschildern.

Sanierungskonzept liegt vor

Die Seniorenresidenz ist neben der Awo-Begegnungsstätte „Pförtnerhaus“, den Sportschützen Heeren-Werve und der Stiftung Bürger für Bürger ausdrücklich im Park-Sanierungskonzept genannt. „Möglich und unterstützt werden soll die Idee der Belebung durch die Anwohner und sozialen Einrichtungen und Vereine im nahem Einzugsgebiet des Luisenparks“, heißt es darin.

Kita-Kinder wollen Dschungelpfad

Auch die katholische Kita Herz Jesu will die neuen Möglichkeiten im Luisenpark einmal nutzen. Am Morgen der Planpräsentation erfuhren Stadtplanerin Gabriele Schwering und Stadtteilmanager Jakob Hamborg bei einer Ortsbegehung mit Kita-Kindern, was diese sich für den Park wünschen. Viele Kinderwünsche sind im Plan bereits abgebildet, zum Beispiel diverse Spielgeräte, aber auch Hundekotbeutelspender. Vielleicht wird ja auch der „Dschungelpfad“ und der Leuchtturm mit Seilrutsche noch realisiert.

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