Nicht mehr endlos warten vor der Bahnschranke an der Südkamener Straße und wertvolle Arbeitszeit verlieren: Für die Wirtschaft ist die Nachricht, dass die Südkamener Spange kommt, eine gute.

Kamen

, 05.02.2020, 17:20 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Nachricht, dass im Mai Baustart für die Südkamener Spange ist, haben Kamener Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Handel mit Wohlwollen aufgenommen.

Während die Unternehmen im Gewerbegebiet Buschweg über einen Kreisverkehr erstmals ohne Umweg an die Dortmunder Allee angebunden werden, verbessert sich auch die Situation an der Westicker Straße, wo das Gewerbegebiet Hemsack liegt. Dort sind auch große Industriebetriebe wie Gülde und Vahle angesiedelt.

Von dort aus gibt es künftig eine zusätzliche Möglichkeit, die A1 zu erreichen. Auf der neuen Straße, die ca. 7000 Fahrzeuge täglich tragen wird, wird Tempo 70 gelten. Mit der Fertigstellung wird im Sommer 2023 gerechnet.

Neuer Impuls für die Wirtschaft: Industrie, Handwerk und Handel froh über Südkamener Spange

Björn Samuel Schräder in der Produktionshalle im Hemsack. „Eine optimierte, bessere Verkehrsanbindung durch die Südkamener Spange ist auf jeden Fall ein Mehrwert für die Unternehmen im Hemsack“, sagt er. © Janecke

Schräder Abgastechnologie im Hemsack: „Spange ist ein Mehrwert“

Björn Samuel Schräder ist Geschäftsführer der Firma „Schräder Abgastechnologie“ im Hemsack 11-13. Das Kamener Unternehmen, das 70 Mitarbeiter beschäftigt, baut hochkomplexe Komplettsysteme mit Abgaswärmetauschern, die mittlerweile bis nach Neuseeland exportiert werden.

„Die Spange ist auf jeden Fall ein Mehrwert für die Unternehmen im Hemsack“
Björn Samuel Schräder, Schräder Abgastechnologie

Mit der Technik, vor Ort entwickelt und teilweise patentiert, können Schräder-Kunden wie Waffel Meyer, Europas größte Waffelfabrik, oder die Bergkamener Firma Bulten bei der Produktion klimaschädliches CO2 tonnenweise einsparen. „Eine optimierte, bessere Verkehrsanbindung durch die Südkamener Spange ist auf jeden Fall ein Mehrwert für die Unternehmen im Hemsack“, so Schräder. Täglich steuern Lieferanten das Betriebsgelände an, auch eigene Lkw fahren von dort aus zu den Kunden.

„Für uns und die Zulieferer ist das definitiv eine Erleichterung“, so Schräder. Der Weg über die Minikreisel am Rathaus und vor dem Bahnhof sei nicht so ideal – ebenso der Weg über die Südkamener Straße, wo Schräder selbst schon oft vor der Bahnschranke stand. „Das ist immer ein Ärgernis, besonders, wenn sie sich ein zweites Mal schließt. Ich habe dann auch schon mal gedreht. Ich weiß nicht, ob es eine Zeitersparnis war. Gefühlt auf jeden Fall“, sagt er schmunzelnd.

Neuer Impuls für die Wirtschaft: Industrie, Handwerk und Handel froh über Südkamener Spange

Gerhard Böse (l.), hier auf der Baumesse in der Stadthalle, ist seit 1996 mit seiner Firma im Hemsack ansässig. Über den bevorstehenden Spangen-Bau sagt er: „Die Entwicklung ist positiv zu sehen. Letztlich wird uns die Spange im Laufe der Zeit manchen Euro sparen.“ © Stefan Milk

Fachfirma „Gerhard Böse“: „Das war überfällig“

Das Unternehmen „Gerhard Böse“, Fachfirma für Sanitär, Heizung und Solarthermie, ist 1961 gegründet worden und 1996 ins Gewerbegebiet Hemsack gezogen. „Seitdem beschäftigt uns auch die Spange“, sagt Firmenchef Gerhard Böse mit Blick auf die jahrelangen Planungen der Verkehrsachse; Planungen, die 1982 ihren Anfang genommen haben.

Dass der Knoten jetzt durchgeschlagen ist, sieht er als positive Entwicklung. „Das war überfällig. Wir haben viele Kunden in Südkamen und Heeren-Werve. Und insgesamt schon manche Stunde vor der Bahnschranke gestanden.“ Manchmal nur drei Minuten, manchmal aber auch eine Viertelstunde.

Der Betrieb, in dem er neun Mitarbeiter beschäftigt, habe über die Jahre mit erheblichen Einschränkungen wirtschaften müssen. „Die Entwicklung ist positiv zu sehen. Letztlich wird uns die Spange im Lauf der Zeit manchen Euro sparen.“

Neuer Impuls für die Wirtschaft: Industrie, Handwerk und Handel froh über Südkamener Spange

Hans Determann in seiner Betriebshalle am Buschweg. „Ich habe mich über die Nachricht richtig gefreut. Denn gerechnet habe ich nicht mehr damit.“ © Marcel Drawe

Steinmetzbetrieb „Naturstein Determann“: „Das wird eine A-Lage“

Sozusagen auf der anderen Seite der künftigen Spange befindet sich das Gewerbegebiet Buschweg, das nun erstmals eine vernünftige Anbindung erhält; eine Anbindung, die schon vor ca. 20 Jahren bei Erschließung des Gewerbegebiets geplant war.

Hans Determann vom dort beheimateten Steinmetzbetrieb „Naturstein Determann“ sagt: „Ich habe noch die Worte des einstigen Bürgermeisters im Ohr. Der sagte 2001 zu mir: ‚Im Jahr 2005 ist die Südkamener Spange fertig‘...“ Nun wird daraus wohl das Jahr 2023. „Ich habe mich dennoch über die Nachricht richtig gefreut. Denn gerechnet habe ich nicht mehr damit“, so Determann.

Mit der Anbindung des jetzt noch versteckt liegenden Gewerbegebiets werde aus einer C-Lage eine A-Lage. „Auch das Grundstück wird damit wertvoller.“ Wer künftig aus Richtung Afferde auf Kamen zurolle, käme direkt auf das Gewerbegebiet zu. „Das ist dann ein Riesenpluspunkt.“ Determann zählt zu den Erstbesiedlern des Buschweg-Gewerbegebiets: Am 21. Juni 2003 wurde der dort neue Betrieb feierlich eingeweiht – auch mit Hoffnung auf eine schnelle Spangen-Anbindung.

Neuer Impuls für die Wirtschaft: Industrie, Handwerk und Handel froh über Südkamener Spange

Die Borsigstraße endet bisher im Nichts. An dieser Stelle sollte bereits vor mehr als 15 Jahren ein Anschluss für den Durchgangsverkehr fertiggestellt worden sein. Stattdessen schlängeln sich die Gewerbetreibenden über den Buschweg, der auch für Fahrradfahrer eine wichtige Achse zwischen Südkamen und Kamen-Mitte darstellt. © Stefan Milk

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Transportgesellschaft „Eppmann“: „War schwierig dort“

Nicht mehr in dem Gewerbegebiet ist die Transportgesellschaft „Eppmann“, die vom Buschweg aus acht Jahre lang ihre 14 Kipplaster auf Tour schickte. Geschäftsführer Detlef Eppmann, der jetzt mit der Firma zum Habbesweg nach Unna gezogen ist, erinnert sich an die schwierige Lage. „Es war dort immer schwierig hinein und hinaus zu fahren.“

Das war aber nicht der Grund, warum das Transportunternehmen umgezogen ist. „Wir konnten uns in Unna flächenmäßig vergrößern“, berichtet der 51-Jährige. Statt 2000 Quadratmeter stehen der Firma in Unna 3500 Quadratmeter zur Verfügung. Hauptkunde des 16 Mitarbeiter starken Betriebs ist der Baustoffkonzern „Heidelberger Beton“.

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