Neuer Eröffnungstermin für den DB Service Store im Bahnhof Kamen

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Erst verzögerte ein Wasserschaden die Eröffnung des ersten DB-Shops im Bahnhof Kamen, dann rief das sogenannte Fliesen-Fiasko Denkmalschützer auf den Plan: Nun ist ein neuer Starttermin für den „DB Service Store“ in Sicht.

Kamen

, 08.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem sogenannten Fliesen-Fiasko am Bahnhof Kamen gibt es erkennbare Fortschritte auf der Baustelle für den „DB Service Store“. Der Betreiber Valora will den Laden für Snacks, Getränke und anderen typischen Reisebedarf am 2. April eröffnen. Diesen Termin nannte ein Sprecher des Unternehmens aus Hamburg, das bundesweit zahlreiche Bahnhofsläden besitzt.

Handwerker gehen in diesen Tagen im denkmalgeschützten Empfangsgebäude ein und aus. Zuletzt waren Estrich- und Fliesenleger bei der Arbeit zu sehen. Sie haben einen Auftrag erfüllt, der in dieser Form erst durch eine Intervention der Denkmalbehörden zustande kam, die wiederum von Passanten alarmiert worden waren. Zuvor soll die Deutsche Bahn (DB) wenig rücksichtsvoll mit der historischen Bausubstanz in der Wartehalle umgegangen sein. Das kunstvolle Steinzeug aus der Anfangszeit des Bahnhofs vor rund 150 Jahren landete in einem Bauschutt-Container.

Historischer Fliesenboden eingearbeitet

Ein Teilstück des betrauerten Altbelags ist nach DB-Auskunft inzwischen in den neuen Boden eingearbeitet worden. Es handelt sich nach Informationen der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Kamen um eine ungefähr fünf Quadratmeter große Fläche – und damit „erfreulicherweise mehr, als ursprünglich angepeilt“. Wer derzeit einen Blick durch die offene Bahnhofstür auf die Baustelle wirft, kann im Eingangsbereich eine mit Holzplatten abgedeckte Stelle sehen, unter denen die geretteten Fliesen liegen sollen.

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Bodenbelag vor dem Überbetonieren dokumentiert

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DB Service Store

Im neuen DB Service Store soll es ab Anfang April Backwaren, Süßigkeiten, Getränke, Eis, Tabakwaren, Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Grußkarten und Artikel für Reisebedarf gegeben. Daneben soll es wie bisher in einem Fahrkartenschalter Bahntickets geben.

Der Großteil des bauzeitlichen Fliesenbodens ist entweder auf dem Schutt gelandet oder nicht mehr sichtbar, weil darüber eine ungefähr 20 Zentimeter dicke Estrich-Schicht liegt. Wie mit den Denkmalbehörden vereinbart, wurde der durch die vorherigen Bauarbeiten unbeschädigt gebliebene Teil der Fliesen fotografiert und dokumentiert, bevor er überbetoniert wurde.

Seit Spätsommer 2019 lässt die Deutsche Bahn die Wartehalle umbauen. Dort war bis Ende 2018 die Bäckerei Büsch ansässig. Ein Wasserschaden brachte den Zeitplan durcheinander, sodass ein für Herbst 2019 geplanter Eröffnungstermin platzte. Dann kam heraus, dass historische Bodenfliesen herausgerissen worden waren. Das war zwar nicht verboten, weil nur das Äußere des Bahnhofsgebäudes unter Denkmalschutz stand, aber offenbar nicht im Sinne der Denkmalschützer. Denn die Stadt Kamen beeilte sich, nachdem sie durch Passanten und Ortsheimatpfleger auf den mutmaßlichen Baufrevel aufmerksam gemacht worden war, auch das Innere des 1854 errichteten und 1906 erweiterten Bahnhofsgebäudes vorläufig unter Schutz zu stellen.

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Denkmalschutz vom Kellergewölbe bis zum Dach

Die Obere Denkmalbehörde in Münster hat jetzt konkretisiert, welche Teile im Inneren in den Schutzstatus einbezogen werden sollen: tragende Wände, Arkaden, Geschossdecken und Kellergewölbe, Treppen, Dachwerk und Drempel; zudem „die verdeckten und offenliegenden Schichten der Ausstattung des 19. Jahrhunderts“. Hierzu gehört laut Stadt Kamen „auch noch der verbliebene Steinzeugfliesenboden aus Sinziger Mosaikplatten“.

Bevor das Bahnhofsgebäude den endgültigen Komplettschutz erhält, bekommt die Deutsche Bahn die Gelegenheit zu einer Stellungnahme. Die Stadt als Untere Denkmalbehörde hat ein entsprechendes Anhörungsverfahren eingeleitet.

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