Neue Philharmonie Westfalen: Dirigent Rasmus Baumann begeistert mit exotischen Klängen

dz„Exotische Legenden“ in Konzertaula

Minuten lang rhythmischer Applaus für den Generalmusikdirektor Rasmus Baumann und die Neue Philharmonie Westfalen, die ein fulminantes Konzert zum Abschluss der Saison präsentiert.

von Rainer Ehmanns

Kamen

, 27.06.2019, 12:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Exotische Legenden“ - mit diesem Titel lockt das Programm ins 9. Sinfoniekonzert in der Konzertaula und verspricht nicht nur außergewöhnliche Komponisten, sondern auch ein ebenso ungewohntes Instrument. Schon nicht mehr außergewöhnlich ist, dass Rasmus Baumann, gern in „fremde“ Kulturen schaut, Zuhörer mit Klängen und Instrumenten überrascht, die in einem Sinfoniekonzert bislang wenig gehört wurden. Und wenn dann noch das Kunststück gelingt, die Begegnung zweier Kulturen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, trifft Baumann doppelt ins Schwarze.

Neue Philharmonie Westfalen: Dirigent Rasmus Baumann begeistert mit exotischen Klängen

Rasmus Baumann und die Neue Philharmonie Westfalen präsentierten zum Abschluss der Saison ein fulminantes Konzert. © Marcel Drawe

Neue Philharmonie: Indische/sri-lankische und westlichen Musik harmonieren miteinander

Da erzählt die stürmisch-markige Tondichtung „Indra“ des britischen Komponisten Gustav Holst eben nicht nur eine Episode aus dem Leben des vedisch-indischen Donner- und Regengottes Indra, der Vrita, den Gott der Dürre, besiegt, sondern nimmt mit pompösen Figuren europäischer Harmonik eher eine imperiale Perspektive auf die Mythologie der kolonialisierten Völker ein.

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Pradeep Ratnayake aus Sri Lanka geht einen anderen Weg. Der begnadete Sitar-Spieler und Komponist schreibt 2010 als Auftragskomposition sein viersätziges Konzert „Kuweni“ für Sitar, Cello und Orchester. Er selbst spielt an diesem Abend die indische Sitar, sein Solo-Partner ist der lettische Cellist Ramon Jaffé. Und hier erlebt der Zuhörer mit atemloser Verblüffung, wie die authentische Begegnung zweier Kulturen ein faszinierender Dialog der Solo-Instrumente untereinander und mit dem Orchester wird, Elemente der indischen/sri-lankischen und der westlichen Musik mit natürlicher Eleganz vermischt, Klangkontraste bewusst setzt und doch beweist, wie „ähnlich“ die Klänge, wie selbstverständlich die rhythmischen Akzente sind, bis alles in einem rasanten feurigen Taumel endet. Die Zugabe verrät, dass auch nach acht Jahren Pause das Verständnis beider Solisten füreinander ungebrochen ist.

Neue Philharmonie Westfalen: Dirigent Rasmus Baumann begeistert mit exotischen Klängen

Rasmus Baumann in seinem Element: Der Generalmusikdirektor der Neuen Philharmonie Westfalen blickte bei dem Sinfoniekonzert „Exotische Legenden“ in fremde Kulturen. © Marcel Drawe

Orchester und Solisten überzeugen bei Saisonabschluss der Neuen Philharmonie

Da bleibt der Neuen Philharmonie bei der Rückkehr zu Rimsky-Korsakows Suite „Scheherazade“ op. 35 die orchestrale Herausforderung eines opulent erzählenden Werks, das den Zuhörer einfach mitreißt. Soll er nun die die extreme Dynamik bewundern, zu der das Orchester fähig ist, oder doch mehr die exzellente Leistung der Solist/innen, die der farbigen Fülle strahlende Glanzlichter aufsetzen? Wie auch immer: Der krönende Abschluss einer glanzvollen Saison beweist nicht nur, welch ausgezeichneter Klangkörper die Neue Philharmonie Westfalen ist, sondern auch, dass es Rasmus Baumann immer wieder beeindruckend gelingt, tragfähige Brücken zu anderen Kulturen zu schlagen.

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