Neue Mitte in Heeren: Kommt mit der Neugestaltung auch die Fußgängerzone?

dzVor dem Baustart

Mit dem symbolischen Baustart für den neuen Heerener Ortskern ist auch die Diskussion eröffnet, welche Rechte künftig für Fußgänger, Radler und Autos gelten sollen. Bekommt Heeren sogar eine Fußgängerzone?

Kamen

, 05.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch sind keine Bagger vorgefahren und Sand wurde nur beim symbolischen ersten Spatenstich von Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) und Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) geschaufelt. Doch jetzt schon haben einige Heerener den fertigen Ortskern anhand der Pläne vor Augen. Die künftige fußgänger- und radlerfreundliche Gestaltung wirft die Frage auf, durch welche Verkehrsregelungen der verkehrsberuhigte Charakter künftig flankiert werden soll.

Vier Optionen sind im Gespräch, die die bisherige Tempo-30-Regelung auf der Märkischen Straße ersetzen könnten: Fahrradstraße, Tempo 10, verkehrsberuhigte Zone, Fußgängerzone (Kfz-Durchfahrt frei). Für alle Varianten finden sich Vorbilder im Stadtgebiet, zum Beispiel am Marktplatz (Tempo 10), an der Bahnhofstraße (Fahrradstraße), an der Kampstraße (Fußgängerzone; Autos zugelassen) und am Kirchplatz (verkehrsberuhigte Zone).

Fahrradstraße, Tempo 10 oder verkehrsberuhigte Zone?

Millionenprojekt

Neue Mitte Heeren

  • Die Märkische Straße einschließlich Fahrbahn, Gehwegen und dem kleinen Platz vor Sparkasse und Volksbank wird bis 2020 auf einer Länge von etwa 160 Metern von Grund auf erneuert – im Westen anschließend an die bereits vor einigen Jahren als Gemeinschaftsfläche umgestaltete Kreuzung Mittelstraße/Elsa-Brandström-Straße und weiter bis zur Kreuzung Westfälische Straße, die zum Kreisverkehr mit Zebrastreifen umgebaut wird. Baustart ist am 16. September 2019.
  • Die Fahrbahn wird asphaltiert und durch eine Epoxidharz-Beschichtung farblich an die gepflasterte Umgebung angepasst, für die drei verschiedene Betonpflaster vorgesehen sind. Die rechteckige Platzmitte mit dem geplanten Holz-Sitzdeck in Einhorn-Form erhält noch eine vierte Pflastervariante, die die Aufenthalts- und Veranstaltungsfläche hervorhebt.
  • Die Planer verzichteten mit Rücksicht auf Fußgänger auf Hochborde. Künftig wird es auf der Nordseite der Märkischen Straße keine Parkplätze mehr geben, was durch eine Öffnung des Sparkassen-Kundenparkplatzes ausgeglichen wird.
  • Die Investitionskosten für die neue Mitte in Heeren-Werve sind auf 1,8 Millionen Euro beziffert.

Am Rande der Baustellenparty vor zwei Wochen kam Planungsausschussvorsitzender Friedhelm Lipinski (SPD) auf die Frage der Verkehrsregelungen zu sprechen. Er sprach sich dafür aus, über Alternativen für die bisherige Tempo-30-Regelung nachzudenken. Da die Kreuzung mit der Westfälischen Straße zum Kreisverkehr umgebaut werde, entstehe eine Art Tor zur Märkischen Straße, an das sich der neue baulich verkehrsberuhigte Teil anschließe. „Dazu brauchen wir eine passende Verkehrsregelung“, sagte Lipinski. Einen konkreten Vorschlag machte er noch nicht.

Spätestens bis zur Fertigstellung der Straße, die nach einjähriger Bauzeit erwartet wird, müsste die Neuregelung auf rechtlichen Füßen stehen. Dazu wäre ein Ratsbeschluss erforderlich, der auf Vorschlag der Stadtverwaltung oder durch einen politischen Antrag zustande kommen könnte. Für die Stadtverwaltung stehen zunächst die Vorbereitungen auf den Baustart im Vordergrund, sodass es noch keine Vorschläge für eine Verkehrsregelung gibt.

Neue Mitte in Heeren: Kommt mit der Neugestaltung auch die Fußgängerzone?

Der Baustart für die Umgestaltung des Ortskerns von Heeren-Werve ist terminiert: Am 16. September soll es losgehen. © Stefan Milk

Baustart am 16. September

Nach der Baustellenparty vor zwei Wochen, als Bürgermeisterin und Ministerin den Spaten schwangen, herrscht offenbar nicht allzu lange Katerstimmung. Der Baustart ist zwischenzeitlich auf Montag, 16. September, festgesetzt worden. Diesen Termin nannte Stadtsprecher Peter Büttner am Donnerstag auf Anfrage. Bei der Party war gar kein Termin öffentlich genannt worden, aber Projektleiter Sebastian Schmücker hatte am Rande der Veranstaltung den Baustart auf „Anfang bis Mitte September“ eingegrenzt.

Konkrete Informationen zum Zeitplan ab 16. September und zu Verkehrsregelungen der Bauphase sollen noch folgen. Bekannt ist, dass die Stadt die Märkische Straße während der Bauphase möglichst als Einbahnstraße offen lassen und Einschränkungen für Anlieger gering halten will.

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