Die neue Veranstaltungsreihe „Acoustic Rotation“ startete am Samstagnachmittag auf der Kamener Maibrücke. Akustische Musik von regionalen Künstler und Gaumenfreuden wurden den Gästen geboten.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 05.08.2018, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sanfte Gitarrenklänge schallen von der Maibrücke durch die Bahnhofstraße. Sie kommen vom Auftaktkonzert der neuen Veranstaltungsreihe „Acoustic Rotation“, die am Samstagnachmittag einige Besucher auf der Maibrücke begeistert.

Nur eine Gitarre und ihre Stimme, mehr hat Sängerin Daria Samseman alias „Cozy Lua“ nicht im Gepäck. Um ihre Zuhörer zu fesseln, reicht das allemal. Die Dortmunder Künstlerin stammt aus Rumänien. Dort entdeckte sie auch die Liebe zur Musik. „Ich habe mit dem Schlagzeug begonnen“, berichtet die 25-Jährige nach ihrem ersten Auftritt an diesem Tag, ein zweiter wird noch folgen. „Irgendwann wollte ich auch tanzen lernen, also stellten mich meine Eltern vor die Wahl: Entweder Schlagzeug oder eben das Tanzen.“ Daria hängte die Trommeln an den Nagel, wenig später fiel ihr zuhause eine alte Gitarre in die Hände. „Also habe ich angefangen, zu spielen. Irgendwann habe ich mal im Internet geschaut, was dort musikalisch so passiert und dachte: ‚Das kann ich auch!‘“

Die „Acoustic Rotation“ ist die neue Konzertreihe der Musikerinitiative Laut und Lästig. „Wir können eben auch sanft“, sagt der Vorsitzende Nils Dauk und kann sich ein Lachen nicht verkneifen. „Es gibt in der Region mittlerweile einfach so viele gute Akustikkünstler, dass wir der Musikrichtung ein größeres Forum bieten wollten.“ Die Veranstaltung ist auch Teil der städtischen Kulturreihe „Summer Life“.

Neue Konzertreihe: sanft und locker statt laut und lästig

Bei dem Konzert gibt es auch Gaumenfreuden: Lotti Fluhme teilt mit ihrem Mann Fabian eine Waffel. © Stefan Milk

Liebe zur Heimat

Um die Zugehörigkeit zur Musikerinitiative „Laut und Lästig“ gehe es hier nicht, sagt Dauk, auch deshalb hätten sie an diesem Tag nur einen Vereinskünstler aufgestellt. „Body in a Box“ heißt im wahren Leben Dennis Roßmann und stammt aus Kamen. Das spiegelt sich in seinen Liedtexten wider, die zwar auf Englisch verfasst sind aber auch klare Bezüge zu der Sesekestadt haben. Wie sehr Roßmann seine Heimat liebt, wird vor allem in dem Titel „Little City“ deutlich. Der Musiker Patrick Shurety kannte Kamen bisher nur aus den Staunachrichten. Über Roßmann entstand der Kontakt zu dem Bielefelder Künstler, beide werden vom selben Label vertreten. Auch seine Texte sind auf Englisch mit einem klaren Folk-Einschlag. Akustikmusik mache er schon seit dreißig Jahren, erklärt der mittlerweile 50-Jährige mit englischen und schlesischen Wurzeln. Der Spielort sei fantastisch, nur eines hat Shurety zu bemängeln: „Leider sind etwas wenig Gäste da.“

Neue Konzertreihe: sanft und locker statt laut und lästig

Ein großer Besucherandrang bleibt zwar aus, doch den anwesenden Zuhörern verdirbt das nicht den Spaß. © Stefan Milk

Trotzdem zufrieden

Dauk schreibt das auch dem Wetter zu, bei so einer Hitze sei es einfach schwierig, die Leute zu motivieren. Zufrieden ist er aber trotzdem, schließlich sei es die erste Veranstaltung der Reihe. In Zukunft sollen auch andere Spielorte dazukommen. „Wir wollen beweisen, dass es mehr Plätze für Musik gibt als den Markt.“ Unterstützt werden sie dabei von der Stadt, die den Bereich abgesperrt und auch die Anwohner informiert hat, für Dauk und seine Kollegen eine große Hilfe.

Neue Konzertreihe: sanft und locker statt laut und lästig

Auch der 18 Monate alte Theo ist ganz angetan von der Musikerin „Cozy Lua“. © Stefan Milk

Auch zum Kontakteknüpfen eignet sich die Veranstaltung hervorragend: Unter den Künstlern ist Vanessa Voss, die ihre Zuhörer mit sanfter und klarer Stimme in den Bann zieht. In Münster veranstaltet sie regelmäßig die Konzertreihe „New Names“, die weniger bekannten Künstlern ein Forum bietet. Dort ist auch schon „Anni Hilation‘s Arms“ aufgetreten, ebenfalls bei Laut und Lästig aktiv. „Diese Veranstaltungen sind optimal, um das Netzwerk zu erweitern“, meint Voss. „Deswegen unterstütze ich das natürlich gerne!“

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