Naturschauspiel am Himmel über Kamen

dzKraniche ziehen wieder

Die Kraniche ziehen auch über Kamen in Richtung Süden. Die Keilformation, in der sie sich bei ihrem Zug in die Wintergebiete bewegen, schont nach Ansicht der Biologen die Kräfte der Vögel.

Kamen

, 24.10.2018, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Selbst auf dem Severinsmarkt waren sie zu hören, trotz Musik und Lärm der Fahrgeschäfte: die Schreie der Kraniche, die in der typischen Keilform auf den Weg in den Süden sind. Im Moment sind die Vögel immer wieder am Himmel zu beobachten.

Einen Halt in Kamen machen sie aber meistens nicht. „Der Kreis Unna ist ein typisches Durchzugsgebiet“, sagt Klaus Klinger, der Leiter der Biologischen Station Kreis Unna /Dortmund auf der Ökologiestation in Heil. Die Vögel kommen von ihren Nistplätzen im Nordosten. Zu den Schwärmen, die gemeinsam ziehen, formieren sie sich auch meist weiter im Nordosten. Die Halbinsel Darß/Zingst an der Ostsee oder der Dümmer in Niedersachsen sind typische Bereiche, in denen die Vögel Nahrung finden und sich zu den Verbänden formieren.

Naturschauspiel am Himmel über Kamen

Kraniche lassen sich mit etwas Glück an der Lippe auch aus der Nähe beobachten. Nach der Renaturierung der Rieselfelder machen die Vögel dort Rast. © Günter Reinartz

Rastplatz an der Lippe

Mittlerweile machen sie aber auch im Kreisgebiet gelegentlich für einige Tage Rast, ein wenig nördlich von Kamen. Die ehemaligen Rieselfelder an der Lippe in Werne sind in den vergangenen Jahren renaturiert worden, sodass sich Kranichschwärme dort einige Tage niederlassen, um eine Pause auf den Weg in den Süden einzulegen. „Im vergangenen Jahr waren die Kraniche jedenfalls da“, sagt Klinger.

Selbst der Biologie ist immer wieder begeistert davon, wenn die Kraniche kommen und sich mit ihren „trompetenähnlichen Rufen“ ankündigen, die laut und weit zu hören sind. „Der Kranichzug ist sicherlich eines der letzten Naturschauspiele, die wir auch noch in unserer Region erleben können“, meint der Leiter der Biologischen Station. Die Tiere sind oft noch bis kurz vor Weihnachten zu sehen, wie sie auf dem Weg nach Südeuropa und Nordafrika sind, wo sie überwintern. Wenn die Witterung noch mild ist, unterbrechen sie ihren Zug auch gelegentlich.

Die Kraniche haben übrigens einen Grund, warum sie in der typischen Keilformation fliegen, die am Himmel zu beobachten ist. „Das hat etwas mit Strömungstechnik zu tun“, sagt der Biologe. Die Vögel nutzen beim Flug den Windschatten ihres Vordermanns, damit das Fliegen über lange Distanzen nicht so anstrengend ist. Wahrscheinlich wechseln sie ihre Position in der Formation gelegentlich, damit sich die „Schrittmacher“ ausruhen können und ein anderer Kranich diese Position übernimmt. Gelegentlich lösen die Vögel ihre Formation auf und fliegen scheinbar wild durcheinander. Das ist wahrscheinlich der Moment, in dem sie ihre Plätze tauschen.

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