Naturnaher Garten: Herbstfreude mit dem Goldsturm der Moorhexen

dzLandespreis geht nach Kamen

Astrid Hattebier gewinnt den Landespreis des Verbandes Wohneigentumfür ihren naturnah angelegten Vorgarten. Sie kennt einen Vorteil gegenüber tristen Steingärten: „Die werden viel zu heiß!“

Kamen

, 22.10.2018, 12:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Herbstfreude, Goldsturm, Moorhexe. So heißen die Züchtungen jener Stauden, die die Kamenerin Astrid Hattebier in ihrem Vorgarten angepflanzt hat. Damit gewann sie den Preis im Wettbewerb „Rettet die Vorgärten“ beim Verband Wohneigentum NRW. Landesweit ist sie eine von nur fünf Preisträgern. Am Dienstag erhielt sie vor Ort ihre Auszeichnung.

„Hummeln stehen total auf Lavendel“, sagt die in Rottum geborene Kamenerin, die jetzt an der Danziger Straße in der östlichen Innenstadt lebt.

Naturnaher Garten: Herbstfreude mit dem Goldsturm der Moorhexen

Ehrung im besonderen Garten am Montagnachmittag mit (v.l.) Philippe Dahlmann Astrid Hattebier, Helfer Rainer Feierabend und Miriam Schwenker vom Landesverband Gartenbau. © Marcel Drawe

Als sie mithilfe eines befreundeten Gärtners vor zwei Jahren die Rasenfläche vor ihrem Haus beseitigen ließ und ein Meer aus blühenden Stauden, Zierpflanzen und Kräutern anlegte, hatte sie sich von der bildgewaltigen Ausstellung „Wunder der Natur“ im Gasometer am CentrO Oberhausen inspirieren lassen. Dort hatte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ein duftendes Musterbeet in einem Pflanztrog angelegt. „Eine Schau für mehr Lebensraum für Insekten“, erinnert sich Hattebier, die vielen Kamenern bekannt ist, weil sie sich viele Jahre in der Ev. Gemeinde Kamen engagierte – unter anderem als Presbyterin – und auch prachtvolle Erntekronen für Erntedankfestzüge band.

Naturnaher Garten: Herbstfreude mit dem Goldsturm der Moorhexen

Eine kleine Oase in Kamens Osten.

Prachtvoll indes ist und war ihr Vorgarten, in dem jenem im besten Sinne etwas blüht, der sich Zeit nimmt, die Pflanzen zu betrachten. Die Prachtkerze ist ihr Vorgarten-Favorit, dazu Katzenminze, Frauenmantel und Kugeldistel. Kugelig auch das als Zierlauch bekannte Allium, jetzt mittlerweile verblüht. Salbei, Lavendel und viele Gräser ergänzen die große Pflanzenvielfalt. „Mittlerweile ist alles viel zu hoch. Aber man kann es wachsen lassen. So viel Arbeit ist das nicht.“

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Damit nimmt sie Bezug auf den Trend, dass immer mehr Vorgärten als Steinfläche gestaltet werden. Ein Grund auch für den Wohneigentümer-Verband, den Wettbewerb auszuloben. „Viel zu oft entdeckt man heutzutage graue, sterile Steinflächen in Wohnsiedlungen, die den Bereich zwischen Straße und Haus weniger zieren, als vielmehr nur füllen“, so Philippe Dahlmann von der Gartenberatung des Wohneigentümerverbandes, der seine Geschäftsstelle in Dortmund hat. Vergeblich suche man nach Merkmalen wie Pflanzenvielfalt, Bodenschutz, Flächenentsiegelung und Lebensraum für Insekten und Tiere.

Aus diesem Grund hatte der Verband zusammen mit dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW und dem Landesverband der Gartenbauvereine NRW zu einem Fotowettbewerb aufgerufen. Und Hattebier sandte drei aussagekräftige Fotos mit großer Blütenkraft ein. „Es gibt mehr Leben, es gibt mehr Raum für Natur“, freut sie sich über den Schritt, ihren Vorgarten umgestaltet zu haben. Und es gebe noch einen Vorteil gegenüber dem tristen Steingarten. „Viele bedenken nicht, wie heiß die Steine im Sommer werden und wie viel Hitze sie abstrahlen.“ Ein Argument, das nach dem Rekordsommer auch manchen Steingartenbesitzer vielleicht zu denken geben könnte.

  • 74 Arten von Stauden, Kräutern, Gräsern und Zierpflanzen stehen auf der Liste, die Grundlage für die Bepflanzung von Astrid Hattebiers Vorgarten war.
  • Stauden: Aster Cordifolius „Ideal“; Rudbeckia Fulgida (Sonnenhut) „Goldsturm“, Sedum Telephium (Fetthenne) „Herbstfreude“; Verbena Rigida (Steifes Eisenkraut); Veronica Spicata, weiß (Ähriger Ehrenpreis).
  • Gehölze: Buddleja Davidii „Nanho Blue“ (Sommerflieder); Potentilla fructicosa „Kobold“ (Fingerstrauch).
  • Zwiebeln: Allium „Globemaster“, Tulpen und Narzissen, Krokusse, Hyazinthen.
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