Nahe Sportschule Kaiserau: Neues Wohngebiet in Methler geplant

dzSportplatz Heimstraße

Kamen will ein neues Wohngebiet ausweisen: Auf einem Sportplatz unweit der Sportschule Kaiserau sollen in einigen Jahren Wohnhäuser stehen. Der Beschluss für den neuen Bebauungsplan kommt nun doch schneller als erwartet.

Kamen

, 13.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch darf der SuS Kaiserau auf dem Sportplatz an der Heimstraße spielen. Die Fußballer wissen aber schon, dass sie nicht ewig auf der Fläche bleiben können. Denn die Stadt Kamen erwägt seit einigen Jahren, die Immobilie zu versilbern.

Was bislang nur eine offene Planungsposition im Haushalt war, wird jetzt offenbar konkreter. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Sportanlage in ein Wohngebiet umzuwandeln. Der Planungs- und Straßenverkehrsausschuss soll dazu ein Bebauungsplanverfahren einleiten. Das geht aus einer Beschlussvorlage für die Sitzung am Montag (17.Februar) im Rathaus hervor.

Zwei Hektar für Wohnhäuser

Der potenzielle Bauplatz ist knapp zwei Hektar groß und liegt unmittelbar an der Ecke Heimstraße/Germaniastraße. Südlich davon, auf der anderen Straßenseite der Heimstraße, befindet sich das Bürgerhaus Methler. Die östlichen Nachbarn sind zwei Kunstrasenplätze, die der Sportschule Kaiserau bzw. der Stadt Kamen gehören. Diese bilden die Heimstätte des SuS Kaiserau, der trotz einer modernen Sportanlage bislang wegen seiner großen Jugendabteilung ungern auf den alten, sanierungsbedürftigen Rasenplatz als Trainingsstätte verzichtete.

Der Sportplatz an der Heimstraße ist aus Sicht der Stadtverwaltung für ein Wohngebiet geeignet – aufgrund seiner Lage mit Wohnhäusern in der Nachbarschaft und einem Einkaufszentrum in fußläufiger Entfernung. Das Ziel des Planverfahrens sei es, Wohnbauflächen für „unterschiedliche zeitgemäße Wohnformen“ zu entwickeln.

Mehrgenerationen-Wohnprojekt im Gespräch

Kaufinteressenten für die Grundstücke sind bislang nicht bekannt. Einem Vorschlag aus dem Bürgerhaushalt 2017 zufolge könnte sich das Areal für ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt eignen, beispielsweise in Zusammenarbeit mit der UKBS. Eine Bürgerin hatte damals für den Bauplatz sowohl öffentliche als auch frei finanzierte Wohnungen vorgeschlagen.

Die Zukunft des Sportplatzes wurde in den vergangenen Jahren immer wieder politisch diskutiert. Bislang hatte es die Stadtverwaltung nicht eilig, konkrete Schritt zu einer Überplanung und zu einem Verkauf des Geländes zu unternehmen, was dem SuS Kaiserau und seinen Unterstützern nur recht sein konnte. Das Abwarten förderte allerdings Zweifel, ob der im Haushalt für das Jahr 2022 eingeplante Verkaufserlös von 1,6 Millionen Euro rechtzeitig würde realisiert werden können, um den Haushaltsausgleich nicht zu gefährden.

Beschluss kommt ein Jahr später

Noch vor einem Jahr hatte Planungschef Uwe Liedtke keinen Handlungsbedarf gesehen und dafür breite Zustimmung bei den Planungspolitikern des Stadtrats bekommen. Ein Versuch der CDU, die Stadtverwaltung mit der Schaffung baurechtlicher Grundlagen für die Bebauung zu verpflichten, scheiterte damals bei einer Abstimmung im Planungsausschuss. Die SPD argumentierte damals, die Entwicklung der Finanzlage könne abgewartet werden.

Warum die Stadtverwaltung nun ein Jahr später doch ein Bebauungsplanverfahren einleiten will, ist unklar. CDU-Fraktionschef Ralf Eisenhardt zeigte sich am Mittwoch überrascht und forderte Aufklärung, auch über etwaige Absprachen mit Sportvereinen. Noch in den Haushaltsberatungen hätten Bürgermeisterin und Erster Beigeordneter kein Wort darüber fallen lassen. Die letztere Behauptung zog Eisenhardt am Donnerstag zurück.

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Start frei für Klimaschutzsiedlung

Die Nachfrage nach Baugrundstücken in Kamen gilt als hoch. In derselben Sitzung, in der der neue Bebauungsplan für den Sportplatz Heimstraße aufgestellt werden soll, steht ein Beschluss zum Abschluss des neunjährigen Bebauungsplanverfahrens „Südlich Dorf Methler“. Damit wäre der Start frei für die Erschließung der sogenannten Klimaschutzsiedlung.

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