Nutria oder Bisamratte? Nur die Fachleute können die Tiere auf den ersten Blick genau unterscheieden. Probleme bereitet derzeit aber keine der beiden Tierarten. © Stefan Milk
Sesekepark

Nagetiere im Bereich der Seseke sind noch kein Problem

Wer mit offenen Augen an der Seseke entlangläuft, der sieht sie immer häufiger: Biberähnliche Tiere, bei denen nur ein Fachmann die Bisamratte von den invasiven Nutrias unterscheiden kann.

Sie können bis zu 65 Zentimeter lang und bis zu zehn Kilogramm schwer werden. Ein ausgewachsener Nutria ist schon ein mächtiges Exemplar, wenn es einem in der freien Wildbahn begegnet. So mancher denkt spontan an einen Biber, dabei lassen sich vor allem die Jungtiere rein optisch viel eher mit einer Bisamratte verwechseln. Doch ausgewachsen ist die nur etwa halb so groß und wiegt auch maximal 2,5 Kilogramm. Nebeneinander sieht man beide Tiere aber eher selten, was eine Identifizierung für den Laien so schwer macht.

Beide Tierarten gibt es entlang der Seseke, wobei die größeren Nutrias bei Revierkämpfen den Bisamratten überlegen sind. Die invasive Art verdrängt die Bisamratten daher meist. Denn die monogamen Tiere können nicht nur bis zu zehn Jahre alt werden, sie können sich auch zu jeder Zeit fortpflanzen. Bis zu drei Würfe im Jahr sind möglich, und dabei setzen sie nach einer Tragezeit von 19 Wochen sechs bis acht Junge in die Welt – und die wiederum sind nach fünf Monaten geschlechtsreif.

Zahl der Tiere noch kein Problem

An der Seseke ist die Zahl der Tiere im Moment aber wohl noch kein Problem. Weder bei der Stadt noch beim Kreis hat man die Tiere besonders auf dem Radar. „Bei Nutrias oder Bisamratten gibt es nur gelegentliche Sichtungen“, sagt Peter Büttner, Sprecher der Stadt Kamen. Die Tiere fühlten sich halt im Nahbereich von Gewässern wohl. Im Sesekepark wären sie aber kein Problem, sagt Büttner. „Die Tiere sind ja eher da, wo sie ungestört sind.“ Die Stadt, die im Bereich des

Sesekeparks die Verkehrssicherungspflicht hat, sieht aktuell daher keinen Handlungsbedarf, was Nutrias und Bisamratten angeht.

Als Bauten dienen den Nutrias selbstgegrabene Erdbaue im Uferbereich, aber auch „Nester“ aus langblättrigen Pflanzen und dünneren Stöcken. Dass die Eingänge oberhalb der Wasserlinie liegen, ist ein Unterscheidungsmerkmal zu Bisamratte und Biber. © Stefan Milk © Stefan Milk

Auch der Lippeverband hat die Nutrias und/oder Bisamratten bislang nicht als großes Problem eingestuft. Dabei könnten sie durchaus gefährlich werden: Denn die Tiere graben ihre Bauten in die Erde, und das könnte vor allem bei Deicheinlagen zu einem Problem werden. „Da machen uns die klassischen Kaninchen und auch die Maulwürfe aber viel eher zu schaffen“, sagt Ilias Abawi, Sprecher des Lippeverbands.

Der runde, schuppenbedeckte und kaum behaarte Schwanz der Nutrias hat eine Länge von etwa 30 bis 45 Zentimetern. © Stefan Milk © Stefan Milk

Bei der klassischen Ratte werden sowohl Stadt als auch Lippeverband hellhörig, denn die wird zum Problem, weil oft Müll in der Gegend landet. Aber Biber, Bisam und Nutria, so sagen alle übereinstimmend, wären derzeit kein Problem. „Und wenn uns da vor allem im Bereich der Deiche etwas auffällt, dann bringen wir beizeiten den Wühltierschutz am Deich an oder vertreiben die Tiere“, erklärt Abawi, dass man gewappnet sei.

Über die Autorin

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.